Selenskyj trifft NATO-Generalsekretär Rutte in New York – Ukraine fordert 300 Patriot-Raketen für den Winter
Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich in New York mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte getroffen. Während des Gesprächs erlitt Kiew drei Wellen ballistischer Angriffe aus Russland. Selenskyj informierte Rutte über die Folgen und warb für einen Winter-Unterstützungspaket für die Luftverteidigung.
Das Wichtigste
- Selenskyj traf NATO-Generalsekretär Mark Rutte in New York.
- Während des Treffens wurde Kiew von drei Wellen ballistischer Angriffe aus Russland getroffen.
- Selenskyj informierte Rutte über Zerstörungen und Opfer der Angriffe.
- Themen waren der Bedarf an Patriot-Abfangraketen und ein Winter-Unterstützungspaket.
- Selenskyj nannte einen konkreten Bedarf von 100 Patriot-Raketen pro Monat – 300 Raketen für den Winter.
- Gegen ballistische Raketen sind in der Ukraine derzeit nur Patriot-Systeme wirksam.
- Die Ukraine arbeitet mit europäischen Partnern am gemeinsamen antiballistischen System Freyja, das laut Selenskyj innerhalb eines Jahres einsatzbereit sein könnte.
Warum es wichtig ist
Das Treffen verknüpft eine konkrete quantitative Forderung – 100 Patriot-Raketen pro Monat beziehungsweise 300 für den Winter – mit einer unmittelbaren operativen Notwendigkeit, da Kiew während der Gespräche von drei Wellen ballistischer Angriffe getroffen wurde. Selenskyj nutzte die Gelegenheit auf hochrangiger Bühne, um die Erfordernisse der ukrainischen Luftverteidigung direkt an die NATO-Spitze zu richten. Gleichzeitig kündigte er mittelfristig die Entwicklung eines gemeinsamen europäischen antiballistischen Systems (Freyja) an, das laut ihm innerhalb eines Jahres einsatzbereit sein könnte.
Was geschehen ist
Präsident Wolodymyr Selenskyj traf am Rande seines Aufenthalts in New York mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte zusammen. Noch während des Gesprächs wurde Kiew von drei Wellen ballistischer Angriffe aus Russland getroffen. Selenskyj unterrichtete Rutte über die Folgen, Zerstörungen und Opfer dieser Angriffe. Im Mittelpunkt stand der ukrainische Bedarf an Patriot-Abfangraketen und die Ausarbeitung eines Winter-Unterstützungspakets für die Luftverteidigung. Selenskyj bezifferte den Bedarf auf 100 Patriot-Raketen pro Monat – 300 Raketen für die Wintermonate. Er erklärte, dass gegen ballistische Raketen derzeit ausschließlich Patriot-Systeme wirksam seien, während die Ukraine bei der Abwehr von Marschflugkörpern, Drohnen und düsengetriebenen Shaheds Fortschritte erzielt habe. Selenskyj dankte Rutte für die Bereitschaft, nach Lösungen für die Unterstützung zu suchen.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Alle drei vorliegenden ukrainischsprachigen Quellen – Ukrinform, Interfax-Ukraine und Jevropejska prawda – stellen Selenskyjs eigene Aussagen in den Mittelpunkt, einschließlich seiner quantitativen Forderung von 100 Patriot-Raketen pro Monat. Sie betonen das Bedrohungsnarrativ der drei ballistischen Angriffswellen auf Kiew während des Treffens sowie Selenskyjs Dank an Rutte für dessen Lösungsbereitschaft. Zugleich heben sie die ukrainischen Fortschritte bei der Drohnen- und Marschflugkörperabwehr und das in Entwicklung befindliche antiballistische System Freyja hervor, wobei die Ukraine als aktiver Partner und nicht nur als Hilfeempfänger dargestellt wird.
Hintergrund
Russische Streitkräfte haben in den vergangenen Wochen wiederholt ballistische Angriffe auf Kiew in aufeinanderfolgenden Wellen durchgeführt. Nach ukrainischen Angaben hat das Land seine Fähigkeiten zur Abwehr von Marschflugkörpern und Drohnen verbessert und meldet Fortschritte bei der Bekämpfung düsengetriebener Drohnen vom Typ Shahed. Als wirksam gegen ballistische Raketen gelten derzeit ausschließlich Patriot-Systeme.