Ukrainischer Geheimdienst zeigt japanischer Delegation Komponenten nordkoreanischer Rakete
Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat einer nach Kiew gereisten japanischen Parlamentsdelegation unter Leitung von Parlamentspräsident Eisuke Mori Komponenten einer nordkoreanischen ballistischen Rakete gezeigt. Der HUR erklärte, die Untersuchung der Bauteile ermögliche Rückschlüsse auf die Fähigkeiten der nordkoreanischen Rüstungsindustrie und unterstreiche die Bedrohung für Japan und den asiatisch-pazifischen Raum durch die militärisch-technische Zusammenarbeit zwischen Moskau und Pjöngjang.
Das Wichtigste
- HUR zeigte der japanischen Delegation Komponenten einer nordkoreanischen ballistischen Rakete.
- Die Delegation wurde von Parlamentspräsident Eisuke Mori angeführt; der Besuch in Kiew wurde am 19. September gemeldet.
- HUR erklärte, die Untersuchung erlaube die Bewertung technischer Merkmale und der Fähigkeiten der nordkoreanischen Rüstungsindustrie.
- HUR warnte, nordkoreanische Waffen bedrohten nicht nur die Ukraine, sondern auch Japan und andere Staaten der Region.
- Nach HUR-Angaben hat Nordkorea bis Juli rund 50 ballistische Raketen der Typen KN-23, KN-24 und KN-30 an Russland geliefert.
- HUR betonte, die Kooperation Moskau–Pjöngjang erfordere koordinierte Gegenmaßnahmen und Informationsaustausch der internationalen Partner.
Warum es wichtig ist
Die Vorführung nordkoreanischer Raketenkomponenten vor der japanischen Delegation veranschaulicht die Verflechtung der Ukraine mit Sicherheitsfragen im asiatisch-pazifischen Raum und unterstreicht den Wunsch Kiews, die Bedrohung durch die Achse Moskau–Pjöngjang als gemeinsames internationales Problem zu rahmen. Sie liefert visuelle Belege für nordkoreanische Waffenlieferungen an Russland und stützt die ukrainische Forderung nach koordinierter Reaktion und Informationsaustausch unter den Partnern.
Was geschehen ist
Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR empfing am 19. September eine japanische Parlamentsdelegation unter Leitung von Parlamentspräsident Eisuke Mori in Kiew und zeigte den Gästen Komponenten einer nordkoreanischen ballistischen Rakete. Nach HUR-Angaben erlaubt die Untersuchung der Bauteile, technische Merkmale, Konstruktionsdetails und die Fähigkeiten der nordkoreanischen Rüstungsindustrie einzuschätzen. Der Geheimdienst warnte, nordkoreanische Waffen gefährdeten nicht nur die Ukraine, sondern auch Japan und andere Staaten im asiatisch-pazifischen Raum. Die militärisch-technische Zusammenarbeit zwischen Moskau und Pjöngjang helfe Russland, den Krieg gegen die Ukraine fortzusetzen, und ermögliche es dem nordkoreanischen Regime, sein militärisches Potenzial auszubauen. Laut HUR sind koordinierte Maßnahmen und ein Informationsaustausch unter internationalen Partnern erforderlich, um dieser Zusammenarbeit entgegenzutreten.
Hintergrund
Nach HUR-Angaben hatte Pjöngjang bis Juli rund 50 ballistische Raketen der Typen KN-23, KN-24 und KN-30 (Hwansong-11C) an Russland geliefert. Die KN-30 gilt als modernisierte Version der KN-23 und kann laut den Angaben einen Gefechtskopf von bis zu 2.500 Kilogramm tragen. Analysten erklärten damals, sie hätten keine Belege für einen Einsatz von KN-30-Raketen durch Russland gegen die Ukraine. Am 30. Juli 2026 bestätigte Präsident Wolodymyr Selenskyj, Russland habe möglicherweise erstmals seit Längerem wieder Raketen nordkoreanischer Produktion eingesetzt; bei einem Einschlag im Dorf Raduschne bei Krywyj Rih kam eine kinderreiche Familie ums Leben. HUR-Vertreter Andrij Tschernjak sagte gegenüber Reuters, Nordkorea verlege im Westen Russlands eine Raketeneinheit mit potenziell 120 ballistischen Raketen und sechs Startvorrichtungen für Angriffe auf die Ukraine. Außenminister Andrij Sybiha erklärte, eine solche nordkoreanische Einheit auf russischem Territorium wäre ein legitimes Ziel der ukrainischen Streitkräfte. Kim Yo Jong, Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, bezeichnete den Atomstatus der DVRK als unumkehrbar und wies Appelle zur Denuklearisierung zurück.