Budanow: Nordkorea lernt vom Krieg in der Ukraine und rüstet auf
Der Leiter des ukrainischen Präsidialamts, Kyrylo Budanow, hat in einem Interview mit Newsforce gesagt, Nordkorea ziehe aus dem Krieg in der Ukraine Lehren für die eigene Aufrüstung. Pjöngjang liefere Waffen und Material an Russland, schicke eigene Truppen in den Kampf und habe laut Budanow inzwischen die Massenproduktion von Einweg-Kampfdrohnen aufgenommen. Budanow warnte vor einer wachsenden Destabilisierung der koreanischen Region.
Das Wichtigste
- Budanow sagte in einem Interview mit Newsforce, Nordkorea lerne vom Krieg in der Ukraine und rüste sich auf.
- Laut Budanow liefert Nordkorea Waffen und Material an Russland und setzt eigene Truppen gegen die Ukraine ein.
- Nordkorea habe nach Budanows Angaben die Massenproduktion von Einweg-Kampfdrohnen aufgenommen und passe seine Bewaffnung an die Ukraine-Erfahrung an, auch mit russischen Waffentypen.
- Budanow verwies auf einen kürzlichen Vorfall an der Demarkationslinie zwischen Süd- und Nordkorea und warnte vor täglich eskalierender Lage.
- Nordkorea hatte zuvor ähnliche Angaben von Präsident Selenskyj als ‚haltlos‘ und ‚inszeniert‘ zurückgewiesen.
- Am 22. September führte Nordkorea nach Berichten einen Test einer verbesserten 240-mm-gelenkten Rakete von einem aufgerüsteten Mehrfachraketenwerfer durch.
- Budanow rief dazu auf, den Zusammenhang zwischen dem nordkoreanischen Einsatz in der Ukraine und seiner Aufrüstung zu sehen, solange Zeit dafür sei.
Warum es wichtig ist
Budanows Aussagen verknüpfen den Krieg in der Ukraine mit einem globalen Aufrüstungs- und Eskalationsrisiko: Die Beteiligung Nordkoreas am Kampf gegen die Ukraine diene dem Land als Lernerfahrung, die direkt in die eigene Rüstungsproduktion einfließe – einschließlich der Massenfertigung von Einweg-Kampfdrohnen. Damit wachse die Gefahr einer Destabilisierung nicht nur an der koreanischen Demarkationslinie, sondern auch im pazifischen Raum. Zugleich verstärkt die ukrainische Seite damit den öffentlichen Druck auf die internationale Gemeinschaft, die Verbindung zwischen Russland, Nordkorea und dem Ukraine-Krieg als Ganzes wahrzunehmen.
Was geschehen ist
Der Leiter des ukrainischen Präsidialamts, Kyrylo Budanow, sagte in einem Interview mit Newsforce, Nordkorea ziehe aus dem Krieg in der Ukraine Lehren und rüste sich auf. Nordkorea liefere nicht nur Waffen und Material an Russland, sondern habe auch eigene Truppen zum direkten Kampf gegen die Ukraine entsandt. Budanow erklärte zudem, Nordkorea habe die Massenproduktion von Einweg-Kampfdrohnen aufgenommen und passe seine Bewaffnung an die Kampferfahrung aus der Ukraine an, darunter auch Waffentypen russischer Bauart. Er verwies auf einen kürzlichen Vorfall an der Demarkationslinie zwischen Süd- und Nordkorea und warnte vor einer täglich eskalierenden Lage in der Region. Die Aussagen fallen in eine Phase, in der Nordkorea laut Berichten am 22. September eine verbesserte 240-mm-gelenkte Rakete von einem aufgerüsteten Mehrfachraketenwerfer getestet hat.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die vorliegenden Quellen sind ukrainische Agenturen und Medien (Ukrinform, Interfax-Ukraine, Suspilne Nowyny, hromadske), die Budanows Interview als zentrales Ereignis aufgreifen. Die Berichterstattung betont die Konsequenzen für die Ukraine ebenso wie die weiterreichenden Risiken für die koreanische Halbinsel und den pazifischen Raum und stellt frühere Angaben von Präsident Selenskyj und des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR zur nordkoreanischen Truppenbeteiligung als etablierten Kontext dar.
Hintergrund
Im Herbst 2024 meldete der ukrainische Militärgeheimdienst HUR die ersten nordkoreanischen Einheiten, die an russischen Übungsplätzen im Osten ausgebildet worden waren und im Kampfeinsatz in der Oblast Kursk eintrafen; damals wurde die Zahl mit rund 12.000 Soldaten, darunter 500 Offiziere, angegeben. Im November 2025 berichtete die südkoreanische Agentur Yonhap, Nordkorea habe über mehrere Monate hinweg rund 5.000 Soldaten ‚für den Wiederaufbau von Infrastruktur‘ nach Russland verlegt. Präsident Selenskyj hatte zudem erklärt, Russland plane, 30.000 bis 50.000 Nordkoreaner einzubinden, damit diese Kampferfahrung aus der Ukraine sammeln – eine Darstellung, die Nordkorea als ‚haltlos‘ und ‚inszeniert‘ zurückwies. Ukrainische Militärangaben schildern, nordkoreanische Soldaten hätten eine Gefangennahme verweigert und stattdessen die Leichen gefallener Kameraden geborgen oder sich selbst getötet; zwei festgenommene Nordkoreaner hätten den Wunsch geäußert, nach Südkorea zu gelangen.