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Selenskyj: Ukraine testet fünf Modelle von Abfangdrohnen gegen russische Jet-Drohnen

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem Interview mit der Financial Times erklärt, die Ukraine teste derzeit fünf Modelle von Hochgeschwindigkeits-Abfangdrohnen zur Bekämpfung russischer Jet-Drohnen. Bis Ende Oktober solle eines der Modelle in einer Stückzahl von rund 400 produziert werden, die übrigen vier befänden sich noch in der Erprobung. Selenskyj warnte vor Engpässen bei Triebwerken, einer unzureichenden Budgetfinanzierung und einer nur begrenzten Unterstützung durch westliche Partner.

Das Wichtigste

  • Ukraine testet nach Angaben von Präsident Selenskyj fünf Modelle von Abfangdrohnen gegen russische Jet-Drohnen.
  • Bis Ende Oktober soll eines dieser Modelle in einer Stückzahl von etwa 400 produziert werden; vier Modelle befinden sich noch in der Erprobung.
  • Die Entwicklung wird durch einen Mangel an Triebwerken behindert; die Ukraine importiert einen Großteil davon und produziert nur unzureichende Mengen im eigenen Land.
  • Selenskyj wies auf eine Budgetlücke hin, die die Massenproduktion wichtiger Verteidigungsgüter behindert.
  • Die ukrainische Luftabwehr schießt nach seinen Angaben rund 57 % der russischen Jet-Drohnen und 85–90 % der konventionellen Drohnen ab.
  • F-16-Kampfjets haben sich gegen russische Jet-Drohnen bewährt, doch befindet sich etwa die Hälfte der ukrainischen F-16-Flotte zu längeren Wartungsarbeiten in Europa.
  • Die Streitkräfte testen laut Berichten vier einsatznahe Modelle an der Front, etwa zehn weitere Hersteller erproben eigene Entwicklungen.

Warum es wichtig ist

Die Abfangdrohnen sind die günstigere Antwort der Ukraine auf eine neue Klasse russischer Jet-Drohnen, die mit Geschwindigkeiten von bis zu 600 km/h herkömmliche Abfangdrohnen (~300 km/h) überholen. Die geplante Stückzahl von rund 400 Einheiten bis Ende Oktober markiert den Übergang vom Prototyp zur Massenproduktion. Gleichzeitig zeigen der Triebwerksmangel, die Budgetlücke und die Tatsache, dass sich etwa die Hälfte der F-16-Flotte in Europa in Wartung befindet, strukturelle Engpässe beim Ausbau der ukrainischen Luftabwehr auf. Selenskyjs Kritik am westlichen politischen Willen und Budanows Angebot, Abwehrtechnologie zu teilen, positionieren die Ukraine zugleich als Empfängerin und als mögliche Exporteurin von Verteidigungslösungen.

Was geschehen ist

Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte in einem Interview mit der Financial Times, die Ukraine teste derzeit fünf Modelle von Abfangdrohnen, die russische Jet-Drohnen abfangen sollen. Eines dieser Modelle soll bis Ende Oktober in einer Stückzahl von etwa 400 Einheiten produziert werden, die übrigen vier befänden sich weiterhin in der Erprobung. Selenskyj nannte mehrere Hindernisse für die Skalierung: einen Mangel an Triebwerken – die meisten würden importiert, die inländische Produktion sei unzureichend – sowie eine Budgetlücke, die die Entwicklung und Massenproduktion wichtiger Verteidigungsgüter behindere. Er verwies zudem darauf, dass die Luftabwehr rund 57 % der russischen Jet-Drohnen und 85–90 % der konventionellen Drohnen abschieße. F-16-Kampfjets hätten sich gegen die neuen russischen Jet-Drohnen bewährt, doch halte sich etwa die Hälfte der ukrainischen F-16-Flotte für längere Wartungsarbeiten in Europa auf; die Ukraine wünsche sich eine Verlagerung der Wartung ins eigene Land, um die Flugzeuge schneller wieder einsetzen zu können. Auf die Frage, ob die Partner alles Mögliche täten, antwortete Selenskyj: „Natürlich nicht genug, natürlich nicht genug." Er kritisierte die US-amerikanische und europäischen Regierungen wegen unzureichenden politischen Willens, Russlands Präsident Wladimir Putin zur Beendigung des Krieges zu zwingen. Chef des Präsidialamtes Kyrylo Budanow erklärte unterdessen, die ukrainischen Streitkräfte testeten vier Modelle an der Front, etwa zehn weitere Hersteller erprobten eigene Designs, und Länder mit Drohnen-Kooperationsabkommen könnten Zugang zu ukrainischen Spitzentechnologien erhalten.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen sind sich uneins, wie viele Modelle getestet werden und in welchem Stadium sie sich befinden. Einige Fakten sprechen von fünf insgesamt getesteten Modellen laut Selenskyj, andere von vier Modellen, die bereits an der Front erprobt werden, plus rund zehn weiteren Herstellern in Erprobung – diese vier-gegen-fünf-Rahmung wird nicht aufgelöst. Auch der Einsatzstatus ist umstritten: Während viele Darstellungen die Drohnen als noch in der Erprobung beschreiben, erklärte Kyrylo Budanow am 30. September, die Ukraine setze Abfangdrohnen bereits unter Kampfbedingungen ein. Schließlich variieren die Angaben zu Geschwindigkeiten neuer Prototypen: Quellen aus dem Generalstab nennen 500–700 km/h, andere Berichte beschreiben nur die herkömmliche Basis von rund 300 km/h, ohne Prototyp-Geschwindigkeiten zu bestätigen.

Hintergrund

Russland hat Jet-Drohnen mit Geschwindigkeiten von bis zu 600 km/h eingesetzt, die schneller sind als die herkömmlichen ukrainischen Abfangdrohnen mit rund 300 km/h. Die Ukraine schießt derzeit etwa 57 % der russischen Jet-Drohnen und 85–90 % der konventionellen Drohnen ab. F-16-Kampfjets haben sich gegen die neuen russischen Jet-Drohnen bewährt, doch befindet sich etwa die Hälfte der ukrainischen F-16-Flotte in Europa in Wartung. Chef des Präsidialamtes Kyrylo Budanow hat zudem signalisiert, dass Partnerländer mit aktiven Drohnen-Kooperationsabkommen Zugang zu den neuesten ukrainischen Abfangtechnologien erhalten könnten.