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Mehr als die Hälfte der ukrainischen F-16 wegen Wartung in Belgien nicht einsatzbereit

Wartungsverzögerungen bei der belgischen Firma Sabena Aerospace Engineering haben laut WSJ dazu geführt, dass mehr als die Hälfte der ukrainischen F-16-Flotte nicht kampfbereit ist. Phaseninspektionen dauern in Belgien bis zu 40 Wochen, während sie in den USA zwei bis sechs Wochen in Anspruch nehmen. Gleichzeitig steigt die Zahl russischer Düsendrohnen, und die Ukraine kann nur 55 % von ihnen abfangen.

Das Wichtigste

  • Mehr als die Hälfte der ukrainischen F-16-Flotte ist laut WSJ nicht kampfbereit
  • Phaseninspektionen in Belgien dauern bis zu 40 Wochen, in den USA zwei bis sechs Wochen
  • USA schlossen im Januar 2026 einen Vertrag über bis zu 235,5 Mio. Dollar mit Sabena Aerospace Engineering
  • Russland startete im September etwa 2.000 Düsendrohnen, im Juni waren es rund 350
  • Ukraine fängt nur 55 % der Düsendrohnen ab, bei älteren Shahed-Typen über 90 %
  • Bei aktuellem Tempo könnte die Ukraine laut WSJ bis Jahresende über keine einsatzbereiten F-16 mehr verfügen

Warum es wichtig ist

Die F-16 sind derzeit das wirksamste Mittel der Ukraine gegen die neuen russischen Düsendrohnen, und mehr als die Hälfte der Flotte ist am Boden. Da Russland die Drohnenangriffe stark ausgeweitet hat und die ukrainische Abfangquote bei diesen Zielen nur 55 % beträgt, könnte jede Verzögerung in der Wartung unmittelbare Folgen für die Luftabwehr haben. Der ehemalige US-Luftwaffengeneral David Deptula spricht bereits von einer Krise der Luftabwehr.

Was geschehen ist

Nach einem Bericht der Wall Street Journal ist mehr als die Hälfte der ukrainischen F-16-Flotte wegen Wartungsverzögerungen nicht einsatzbereit. Die Wartung wird von der belgischen Firma Sabena Aerospace Engineering durchgeführt, die unter einem US-Vertrag über bis zu 235,5 Millionen Dollar arbeitet, der im Januar 2026 unterzeichnet wurde. Eine Phaseninspektion, die nach jeweils 300 Flugstunden nötig ist, dauert in Belgien bis zu 40 Wochen, während sie in den USA nur zwei bis sechs Wochen in Anspruch nimmt. Als mögliche Gründe nennt WSJ einen Mangel an bestimmten Komponenten und den erhöhten Verschleiß im Kampfeinsatz. Gleichzeitig ist die Nutzung russischer Düsendrohnen stark gestiegen, auf etwa 2.000 Starts im September gegenüber rund 350 im Juni, und die Ukraine fängt nur 55 % von ihnen ab. Bei den älteren Shahed-Drohnen liegt die Abfangquote bei über 90 %. Nach Einschätzung eines namentlich nicht genannten westlichen Informanten, die WSJ zitiert, könnte die Ukraine bei aktuellem Tempo bis Jahresende über keine einsatzbereiten F-16 mehr verfügen.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die ukrainische Berichterstattung stellt die betriebliche Verwundbarkeit der Ukraine in den Mittelpunkt und betont, wie sich die Wartungsverzögerungen direkt auf die Luftabwehr gegen die wachsende Zahl russischer Düsendrohnen auswirken. Hervorgehoben wird die Abhängigkeit von westlicher Wartungskapazität, wobei Belgien sowohl als Problemfall mit langen Inspektionszeiten als auch als künftige Quelle zusätzlicher Flugzeuge erscheint, einschließlich der Ankündigung von Präsident Selenskyj vom 29. September. Die Berichte nennen zudem die ukrainischen Gegenmaßnahmen: die Beschaffung von zehntausenden 20-mm-Geschossen für die Kanonen der F-16 und Überlegungen, die Wartungskapazitäten im eigenen Land auszuweiten oder auf rumänische Einrichtungen zurückzugreifen.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die Geschichte wird von internationalen Medien wie WSJ und Bloomberg getragen, wobei westliche Beamte und Experten wie der pensionierte Konteradmiral Mark Montgomery und der pensionierte Generalleutnant David Deptula die zitierten Einschätzungen liefern. Bloomberg rahmt die ukrainische Munitionsbeschaffung als Maßnahme gegen russische Düsendrohnen und betont die Wirtschaftlichkeit pro Abschuss, die bei etwa 25.000 Dollar oder weniger pro Drohne liegt. Die WSJ ordnet das ukrainische Wartungsproblem in breitere Sorgen um die Einsatzbereitschaft der US-Streitkräfte ein, einschließlich der Hinweise des US-Rechnungshofs und eines gemeldeten Engpasses bei Ersatzteilen der US-Luftwaffe in Höhe von 14 Milliarden Dollar.

Wo die Berichte auseinandergehen

Quelle 43456 gibt an, der 235,5-Millionen-Dollar-Vertrag der USA mit Sabena Aerospace Engineering sei im Januar 2026 unterzeichnet worden, während andere Berichte kein Datum nennen. Zu den belgischen F-16 für die Ukraine widersprechen sich zwei Meldungen: Bericht 43294 schreibt, Selenskyj habe am 29. September die Lieferung von drei F-16 bis Ende 2026 angekündigt, während Bericht 43516 von einer vereinbarten beschleunigten Lieferung von drei F-16 noch bis Ende 2025 berichtet.

Hintergrund

Die Ukraine erhielt ihre ersten F-16 im Sommer 2024, weitere Flugzeuge kamen im Februar 2025 aus den Niederlanden. Ein Bericht des US-Rechnungshofs in diesem Frühjahr und die Erklärung von US-Luftwaffengeneral Linda Hurry in diesem Monat verweisen auf breitere Engpässe bei Wartung und Ersatzteilen in den US-Streitkräften, wobei Hurry einen Fehlbetrag von 14 Milliarden Dollar nannte. Die Zerstörung einer Düsendrohne mit einer F-16 kostet in der Regel 25.000 Dollar oder weniger, und ukrainische F-16-Piloten haben nach WSJ-Angaben rund 2.500 Drohnen und 650 Marschflugkörper abgeschossen. Am 3. September erklärte ein ranghoher Offizier der ukrainischen Luftwaffe, dass F-16-Piloten bei Tageseinsätzen wegen des Mangels an Luft-Luft-Raketen teilweise nur die Bordkanone einsetzen können.