NATO schätzt Russlands Verluste im September auf über 50.000 Soldaten
Nach Schätzung eines hochrangigen NATO-Militärs verlor Russland im September über 50.000 Soldaten in der Ukraine, darunter bis zu 28.000 Getötete. Die Ukraine verlor nach derselben Quelle im gleichen Zeitraum rund 5.000 Soldaten. Die Zahlen wurden von Bloomberg unter Berufung auf einen NATO-Vertreter veröffentlicht.
Das Wichtigste
- NATO-Schätzung: über 50.000 russische Verluste im September, davon bis zu 28.000 Getötete
- Ukrainische Verluste im selben Zeitraum laut NATO-Quelle rund 5.000
- Bloomberg berichtete unter Berufung auf einen anonymen NATO-Vertreter und wies darauf hin, dass die Zahlen nicht unabhängig überprüfbar sind
- Russische Truppen greifen weiterhin in „Kill-Zonen" mit ukrainischen Drohnen, Minen und Artillerie an
- Die Streitkräfte der Ukraine eroberten im Rahmen einer Bodenoffensive über 125 Quadratkilometer zurück
- NATO entwickelt eine Strategie für schnellen Sieg bei einem Angriff auf die Ostflanke, Vorstellung am 12. Oktober in Polen geplant
- Russlands Verteidigungsausgaben 2026 werden auf rund 17 Billionen Rubel (ca. 199 Mrd. US-Dollar) geschätzt
Was geschehen ist
Ein hochrangiger NATO-Militärvertreter schätzte die russischen Verluste in der Ukraine für September auf über 50.000 Soldaten, davon bis zu 28.000 Getötete. Die ukrainischen Verluste wurden im selben Zeitraum auf rund 5.000 beziffert. Die Zahlen wurden von Bloomberg unter Berufung auf eine anonyme NATO-Quelle veröffentlicht; Bloomberg erklärte, die Angaben nicht unabhängig überprüfen zu können. Die NATO-Quelle beschrieb, dass die russischen Streitkräfte weiterhin in „Kill-Zonen" angreifen, in denen ukrainische Angriffsdrohnen, Minen und Artillerie operieren. Im Rahmen einer Bodenoffensive gewann die Ukraine eigenen Angaben zufolge über 125 Quadratkilometer Territorium zurück und führte tiefe Schläge auf russisches Territorium, darunter Ölraffinerien und Rechenzentren. Der Kreml veröffentlicht keine Daten zu eigenen Verlusten oder Rekrutierungszahlen.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Medien stellen den NATO-Schätzungen eine frühere ukrainische Erklärung gegenüber: Im Juli hatte der stellvertretende Leiter des Präsidialamtes, Pavlo Palisa, 43.000 getötete oder verwundete russische Soldaten gemeldet – eine niedrigere kumulative Zahl als die jüngste NATO-Schätzung allein für September. Gleichzeitig werden ukrainische Erfolge hervorgehoben: die Rückeroberung von über 125 Quadratkilometern und tiefe Schläge gegen russische Infrastruktur.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellenangaben zu russischen Verlusten weichen voneinander ab: Ein ukrainischer Präsidialamtsvertreter nannte im Juli 43.000 getötete oder verwundete russische Soldaten, während ein NATO-Vertreter für September allein über 50.000 Verluste schätzte. Die NATO-Zahlen sind anonym, wurden über Bloomberg weitergegeben und sind nach Angaben von Bloomberg nicht unabhängig überprüfbar.
Hintergrund
Der Kreml veröffentlicht offiziell keine Daten zu militärischen Verlusten oder zur Rekrutierung, was externe Schätzungen schwer verifizierbar macht. Bloomberg, das die NATO-Schätzungen publizierte, wies ausdrücklich darauf hin, dass die Zahlen nicht unabhängig überprüft werden konnten. Im Sommer hatte die NATO die kumulierten russischen Verluste im Ukraine-Krieg auf über 1,4 Millionen Soldaten geschätzt.