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NATO-General Dragone: Allianz ist bereit für mögliche russische Eskalation an der Ostflanke

Der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, Admiral Giuseppe Cavo Dragone, hat bei einem Treffen der 32 höchsten Generale der Allianz in Kopenhagen erklärt, die NATO sei auf eine mögliche Eskalation durch Russland an ihrer Ostflanke vorbereitet. Er verwies auf wachsende Kräfte, rund 4.000 Seiten Verteidigungspläne und warnte vor Russlands „verantwortungslosem Verhalten“.

Das Wichtigste

  • Admiral Giuseppe Cavo Dragone sprach am Samstag in Kopenhagen vor den 32 höchsten Generalen der NATO.
  • Er erklärte: „Die Allianz ist bereit, die Struktur ist bereit, die Soldaten, die Waffen sind bereit.“
  • Die NATO baut eigenen Angaben zufolge ihre Kräfte an der Ostflanke sowohl zahlenmäßig als auch technisch weiter aus.
  • Für die Verteidigung der Ostflanke liegen nach Dragones Angaben rund 4.000 Seiten militärischer Pläne vor – von einer „minimalen Krise“ bis zum Eingreifen auf Bündnisgebiet.
  • Dragone nannte Russlands Verhalten der letzten Wochen und Monate „verantwortungslos“ und darauf angelegt, die Einheit der Verbündeten zu untergraben.
  • Die Generäle diskutierten bei ihrem Treffen nach Dragones Worten die jüngsten Warnungen möglicher russischer Provokationen nicht.
  • Hintergrund: Polens Ministerpräsident Donald Tusk warnte am Donnerstag vor einer möglichen Drohnen- oder Raketenattacke Russlands auf einen NATO-Staat; Frankreich, die Niederlande und Litauen äußerten ähnliche Befürchtungen.

Warum es wichtig ist

Die Erklärung kommt vom ranghöchsten Militäroffizier der NATO und wurde vor allen 32 höchsten Generalen der Bündnisstaaten abgegeben – das unterstreicht eine allianzweite Bedrohungsbewertung. Sie zeigt, dass die NATO über die Unterstützung der Ukraine hinaus ein konkretes Eskalationsrisiko durch Russland an der Ostflanke sieht. Die genannten Zahlen – Truppenaufbau und rund 4.000 Seiten Verteidigungspläne – verweisen auf operative Vorbereitung, nicht nur auf politische Signale. In den Tagen zuvor hatten Polen, Frankreich, die Niederlande, Litauen und US-Geheimdienste vor möglichen russischen Provokationen oder hybriden Angriffen auf NATO-Mitglieder gewarnt.

Was geschehen ist

Admiral Giuseppe Cavo Dragone, Vorsitzender des NATO-Militärausschusses, sprach am Samstag in Kopenhagen auf einem Treffen der 32 höchsten Generale der Allianz. Er sagte, die NATO sei auf eine mögliche russische Eskalation an ihrer Ostflanke vorbereitet: „Die Allianz ist bereit, die Struktur ist bereit, die Soldaten, die Waffen sind bereit.“ Die Bündnisstreitkräfte würden sowohl zahlenmäßig als auch technisch weiter verstärkt. Für die Ostflanke lägen rund 4.000 Seiten militärischer Pläne vor, die Szenarien von einer minimalen Krise bis hin zum Eingreifen auf Bündnisgebiet abdeckten. Dragone erklärte, Russlands Verhalten in den vergangenen Wochen und Monaten sei verantwortungslos und ziele darauf ab, das Vertrauen zu untergraben und die Einheit der Verbündeten zu schwächen; solche Versuche teilten die NATO nicht, sondern machten sie entschlossener. Die jüngsten Warnungen möglicher russischer Provokationen seien bei dem Treffen der Generale kein Thema gewesen. Nach Russlands großangelegter Invasion der Ukraine 2022 hatte das Bündnis 2023 drei regionale Verteidigungspläne für die Ostflanke beschlossen.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Medien stellten Dragones Erklärung zur Einsatzbereitschaft der NATO an die Spitze und behandelten die Haltung des Bündnisses gegenüber Russland als Kern der Geschichte. Sie betonten den Kontext russischer Provokationen, die Warnungen aus Polen und Litauen vor hybriden Angriffen sowie die von Lettlands Präsidenten angemerkten Grenzen der europäischen Luftverteidigung und ordneten die Bedrohung als unmittelbar relevant für die Sicherheitslage der Ukraine ein. Zugleich verwiesen sie auf die 2023 nach der russischen Vollinvasion beschlossenen regionalen Verteidigungspläne und stellten eine direkte Verbindung zwischen der heutigen Ostflanken-Planung der NATO und dem Krieg in der Ukraine her.

Hintergrund

Seit Russlands großangelegter Invasion der Ukraine 2022 verabschiedete die NATO 2023 drei regionale Verteidigungspläne für die Ostflanke. Am Donnerstag warnte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk, Moskau könne in den kommenden Monaten einen Drohnen- oder Raketenangriff auf einen an die Konfliktzone grenzenden NATO-Staat als Inszenierung ausführen. Auch Frankreich und die Niederlande warnten öffentlich vor dem Risiko eines von Russland provozierten Zwischenfalls auf NATO-Gebiet. Im August enthielten US-Geheimdienstberichte die Warnung, Moskau plane in den kommenden Jahren einen begrenzten Angriff auf einen NATO-Staat. Nach Angaben Tusks deuten Geheimdienstdaten auf russische „Pläne für hybride Angriffe“ gegen Staaten hin, die die Ukraine unterstützen; Litauens Außenminister Kęstutis Budrys sagte, auch Litauen verfüge über Daten zu russischen Vorbereitungen hybrider Angriffe auf Verbündete der Ukraine. In den vergangenen Wochen nahmen Luftraumverletzungen und Sabotageversuche in Europa zu. Lettlands Präsident Edgars Rinkēvičs erklärte, Europa halte mit der Drohnen- und Luftkriegsentwicklung in der Ukraine nicht Schritt und die meisten NATO-Staaten könnten derzeit einem russischen Raketenangriff nicht standhalten, falls sich der Konflikt ausweitet.