Sikorski: Europäische NATO-Luftwaffe könnte russische Raffinerien „schneller als die Ukraine“ zerstören
Der polnische Außenminister Radosław Sikorski hat erklärt, im Falle einer russischen Aggression gegen die NATO könne die Luftstreitkraft des europäischen Teils des Bündnisses – auch ohne Beteiligung der USA – die Hälfte der russischen Ölraffinerien schneller zerstören als die Ukraine. Die Äußerung erfolgte nach seinem Besuch in der Ukraine und einer Rede auf der YES-Konferenz sowie als direkter Widerspruch zu einer Forderung von US-Präsident Donald Trump an Wolodymyr Selenskyj, die Angriffe auf russische Infrastruktur einzustellen.
Das Wichtigste
- Sikorski sagte am 13. September in der Ukraine, die Luftwaffe des europäischen NATO-Teils könne im Fall russischer Aggression die Hälfte der russischen Ölraffinerien zerstören, auch ohne die USA.
- Sein genauer Wortlaut: „Im Falle einer russischen Aggression gegen die NATO könnte die Luftfahrt des europäischen Teils der NATO, sogar ohne US-Beteiligung, die Hälfte der russischen Ölraffinerien schneller zerstören als die Ukraine.“
- Sikorski erklärte zudem: „Die Ukraine und Polen werden Russland nicht über uns dominieren lassen. Wir kämpfen auch dafür, dass die Ukraine selbst entscheidet, wer in der Ukraine sein Recht hat – und nicht Putin.“
- Auf der YES-Konferenz verwies er auf einen „überwältigenden Vorteil“ bei Luftstreitkräften und modernen Langstreckenwaffen.
- Trump hatte Selenskyj zuvor aufgefordert, Angriffe auf russische Dieselkraftstoff-Infrastruktur einzustellen; Sikorski widersprach dieser Forderung öffentlich.
- Sikorski stellte die Aussage auf seinem X-Konto und präzisierte sie dort als hypothetische Fähigkeit im Fall eines russischen Angriffs auf NATO-Verbündete.
- Das russische Außenministerium reagierte über TASS und bezeichnete die Äußerung als „Russophobie des Gehirns“.
Warum es wichtig ist
Die Äußerung rückt die Fähigkeit Europas, russische Energieinfrastruktur zu schwächen, in den Vordergrund und setzt ein deutliches Signal in Richtung Moskau. Gleichzeitig widerspricht Sikorski offen der Forderung von US-Präsident Donald Trump an die Ukraine, die Angriffe auf russische Ölinfrastruktur einzustellen – ein seltener öffentlicher transatlantischer Dissens in dieser Frage. Durch die Verknüpfung mit seiner Reise in die Ukraine und der YES-Konferenz erhält die Botschaft zugleich Symbolkraft für die polnisch-ukrainische Solidarität.
Was geschehen ist
Der polnische Außenminister Radosław Sikorski äußerte sich am 13. September nach einem Besuch in der Ukraine und im Rahmen der YES-Konferenz zum Verhältnis zwischen polnischer und ukrainischer Sicherheit. Auf der Konferenz verwies er auf einen „überwältigenden Vorteil“ bei Luftstreitkräften und modernen Langstreckenwaffen. Auf seinem X-Konto schrieb er, im Falle einer russischen Aggression gegen die NATO könne die Luftfahrt des europäischen Teils des Bündnisses – auch ohne US-Beteiligung – die Hälfte der russischen Ölraffinerien schneller zerstören als die Ukraine. Er erklärte zudem, Polen und die Ukraine würden nicht zulassen, dass Russland über sie dominiere, und kämpften dafür, dass die Ukraine selbst über ihre Zukunft entscheide. Die Aussage steht im Kontext einer Forderung von US-Präsident Donald Trump an Präsident Wolodymyr Selenskyj, die Angriffe auf russische Dieselkraftstoff-Infrastruktur einzustellen; Sikorski widersprach dieser Position. Später präzisierte Sikorski auf X, er meine die Fähigkeit europäischer NATO-Verbündeter im Falle eines russischen Angriffs; ursprüngliche Berichte hatten den Wortlaut teils allgemeiner wiedergegeben. Das russische Außenministerium reagierte über die staatliche Nachrichtenagentur TASS und bezeichnete die Äußerung als „Russophobie des Gehirns“.
Wo die Berichte auseinandergehen
Quellen unterscheiden sich darin, wie sie Sikorskis Aussage einordnen: Einige Berichte stellten sie als grundsätzliche Aussage zur europäischen Fähigkeit gegen russische Energieinfrastruktur dar, während Sikorski selbst auf X erklärte, er habe die Zerstörung der Hälfte der russischen Raffinerien als hypothetische Fähigkeit im Falle eines russischen Angriffs auf NATO-Verbündete gemeint. Auf der YES-Konferenz hatte er allgemeiner auf einen „überwältigenden Vorteil“ bei Luftstreitkräften und Langstreckenwaffen verwiesen.
Hintergrund
Sikorskis Äußerung fällt in den Kontext der ukrainischen Angriffe auf russische Ölraffinerien und Dieselkraftstoff-Infrastruktur, deren Einstellung US-Präsident Donald Trump von Wolodymyr Selenskyj verlangt hatte. Das russische Außenministerium reagierte auf Sikorskis Worte und bezeichnete sie über die Nachrichtenagentur TASS als „Russophobie des Gehirns“.