Trump: Russland greift Verbündete der Ukraine bereits seit rund fünf Jahren an
US-Präsident Donald Trump hat im Oval Office erklärt, Russland greife die Verbündeten der Ukraine bereits seit etwa fünf Jahren an. Die Äußerung erfolgte auf die Frage eines Journalisten nach Sorgen polnischer Politiker vor einem möglichen russischen Angriff auf Kyjiws Partner. Der Präsident lobte zudem den polnischen Präsidenten Nawrocki und verwies auf Fortschritte bei einer neuen US-Militärbasis in Polen.
Das Wichtigste
- Trump sagte im Oval Office, Russland greife Verbündete der Ukraine bereits seit rund fünf Jahren an.
- Die Aussage fiel auf eine Journalistenfrage zu Sorgen polnischer Politiker vor einem möglichen russischen Angriff auf Partner Kyjiws.
- Trump lobte den polnischen Präsidenten Nawrocki und erklärte, dieser habe die Lage im Griff.
- Nach Angaben des ukrainischen Analysezentrums Sahaidachny Security Center gab es von Januar bis August 100 offiziell zugeordnete hybride Vorfälle in Europa, nach 60 im Vorjahreszeitraum.
- Ein hochrangiger NATO-Vertreter nannte die tatsächliche Zahl „mindestens über 200“ und schloss Cyberangriffe dabei aus; allein der NATO-Hauptsitz in Brüssel sehe sich monatlich „tausenden“ Cyberangriffen ausgesetzt.
- Am Ende des August warnte CIA-Direktor John Ratcliffe in Moskau russische Vertreter vor einer Eskalation gegen NATO-Verbündete wie Estland, Lettland und Litauen.
- Ein NATO-Sprecher erklärte, derzeit sehe man keine unmittelbare Angriffsdrohung, dürfe aber nicht naiv oder sorglos sein.
- Trump verwies auf Fortschritte beim Thema einer neuen US-Militärbasis in Polen.
Warum es wichtig ist
Die Äußerung eines amtierenden US-Präsidenten, Russland führe seit Jahren eine Kampagne gegen Europas Verbündete der Ukraine, verleiht den Sicherheitsbedenken europäischer Regierungen hochrangige Glaubwürdigkeit. Sie fällt in eine Phase erhöhter polnischer und baltischer Nervosität über mögliche russische Hybrid- oder Militäroperationen. Gleichzeitig stehen Trumps Worte potenziell im Spannungsverhältnis zur diplomatischen Haltung seiner eigenen Regierung gegenüber Moskau. Die genannten Zahlen zu hybriden Vorfällen – 100 nach ukrainischer Zählung, „über 200“ nach NATO-Angaben – dokumentieren eine messbare Zunahme der russischen Aktivität in Europa.
Was geschehen ist
US-Präsident Donald Trump erklärte am 19. September 2026 im Oval Office des Weißen Hauses, Russland greife die Verbündeten der Ukraine bereits seit etwa fünf Jahren an. Anlass war eine Journalistenfrage zu den Besorgnissen polnischer Politiker wegen eines möglichen russischen Angriffs auf Kyjiws Partner. Auf den Hinweis, dass auch Polen sich Sorgen um einen möglichen Angriff auf das eigene Land mache, antwortete Trump mit Lob für den polnischen Präsidenten Nawrocki, der die Lage unter Kontrolle halte und ein großer Fan von Trump sei; Trump habe Nawrocki unterstützt, als dieser noch auf Platz zwölf gelegen habe, und nun sei er Präsident. Am Tag zuvor hatte Trump zudem von deutlichen Fortschritten beim Vorhaben einer neuen US-Militärbasis in Polen gesprochen. Im Hintergrund verweisen ukrainische und internationale Quellen auf eine Zunahme hybrider Vorfälle in Europa: Das ukrainische Sahaidachny Security Center zählte von Januar bis August 100 offiziell zugeordnete Fälle – gegenüber 60 im Vorjahreszeitraum –, ein hochrangiger NATO-Vertreter sprach von „mindestens über 200“ Vorfällen ohne Cyberangriffe; der NATO-Hauptsitz in Brüssel sehe sich monatlich „tausenden“ Cyberangriffen ausgesetzt. Ende August reiste CIA-Direktor John Ratcliffe nach Moskau und warnte russische Vertreter vor einer Eskalation gegenüber NATO-Verbündeten, darunter Estland, Lettland und Litauen. Der litauische Außenminister Kęstutis Budrys erklärte, Vilnius verfüge über dieselben Erkenntnisse wie der polnische Premierminister Donald Tusk zu einer möglichen „False-Flag-Operation“; die Daten reichten bis Juli zurück. Ein NATO-Sprecher erklärte zugleich, man sehe derzeit keine unmittelbare Angriffsdrohung, dürfe aber nicht naiv oder sorglos sein.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Medien stellen Trumps Aussage als Bestätigung langjähriger ukrainischer Warnungen vor russischer Aggression dar. Sie räumen den Zahlen des ukrainischen Analysezentrums Sahaidachny Security Center zu hybriden Vorfällen in Europa breiten Raum ein und stellen sie neben NATO-Angaben, um das Ausmaß der russischen Aktivität zu dokumentieren. Hervorgehoben wird zudem die – aus ukrainischer Sicht beruhigende – Übereinstimmung von Trumps Worten mit den Sorgen europäischer und baltischer Partner sowie Trumps Hinweis auf Fortschritte bei einer neuen US-Militärbasis in Polen.
Wo die Berichte auseinandergehen
Zwei abweichende Zahlen werden für denselben Zeitraum Januar bis August genannt: Das ukrainische Sahaidachny Security Center zählt 100 offiziell zugeordnete hybride Vorfälle, ein hochrangiger NATO-Vertreter spricht von „mindestens über 200“ ohne Cyberangriffe. Beide Zahlen werden in der Berichterstattung als unterschiedliche Angaben unterschiedlicher Quellen für denselben Zeitraum präsentiert. Zudem klaffen die Bedrohungsrahmungen auseinander: Einige Berichte betonen Warnungen vor möglichen russischen Angriffen oder False-Flag-Operationen gegen Polen und das Baltikum, während ein NATO-Sprecher betont, es bestehe derzeit keine unmittelbare Angriffsdrohung.
Hintergrund
Hintergrund ist eine seit Monaten wachsende Zahl hybrider russischer Aktivitäten in Europa – Sabotage, Cyberangriffe, Drohnen, Beeinflussungsversuche kritischer Infrastruktur und Luftraumverletzungen. Die USA hatten im August über Geheimdiensterkenntnisse berichtet, Moskau könnte in den kommenden Jahren einen begrenzten Angriff auf ein NATO-Land planen; CIA-Direktor John Ratcliffe reiste Ende August nach Moskau, um russische Vertreter vor einer Eskalation gegenüber Estland, Lettland und Litauen zu warnen. Der litauische Außenminister Kęstutis Budrys erklärte, Vilnius teile die Erkenntnisse des polnischen Premierministers Donald Tusk zu einer möglichen „False-Flag-Operation“; die Daten reichten bis Juli zurück. Im August veröffentlichte The Telegraph Szenarien eines möglichen russischen Angriffs auf die NATO. Ein NATO-Sprecher erklärte zugleich, derzeit sehe man keine unmittelbare Angriffsdrohung, warnte aber vor Sorglosigkeit. Am Vortag hatte Trump zudem Fortschritte beim Vorhaben einer neuen US-Militärbasis in Polen gemeldet.