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NATO-Generalsekretär Rutte warnt vor „gefährlichster Sicherheitslage einer Generation" und fordert höhere Verteidigungsausgaben

Während eines Besuchs im Vereinigten Königreich hat NATO-Generalsekretär Mark Rutte die Sicherheitslage als die gefährlichste und komplexeste seit einer Generation bezeichnet. Bei einer Rede im Ditchley Park in Oxfordshire forderte er Großbritannien und andere europäische Staaten auf, ihre Verteidigungsfähigkeiten auszubauen, um das NATO-Ziel von 3,5 % des BIP bis 2035 zu erreichen.

Das Wichtigste

  • Rutte erklärte bei einer Rede im Ditchley Park in Oxfordshire, die Allianz stehe vor der gefährlichsten und komplexesten Sicherheitslage seit einer Generation.
  • Er forderte Großbritannien und andere europäische Staaten auf, ihre Verteidigungsfähigkeiten deutlich zu erhöhen, und sagte, die NATO brauche „mehr Großbritannien und mehr Europa".
  • Das auf dem NATO-Gipfel in Den Haag 2025 festgelegte Ausgabenziel liegt bei 3,5 % des BIP bis 2035.
  • Großbritannien plant bislang lediglich eine Anhebung der Verteidigungsausgaben auf 2,7 % des BIP bis Ende des nächsten Jahrzehnts.
  • Laut Schätzung des Guardian würde das Erreichen des 3,5 %-Ziels zusätzliche reale Verteidigungsausgaben Großbritanniens von rund 30 Mrd. Pfund erfordern.
  • Rutte traf in Oxford erstmals persönlich mit dem britischen Premierminister Andy Burnham zusammen.

Warum es wichtig ist

Mit seiner Warnung vor der gefährlichsten Sicherheitslage einer Generation sendet der ranghöchste NATO-Vertreter ein deutliches Signal an die europäischen Verbündeten. Ruttes Aufruf, die Verteidigungsausgaben auf 3,5 % des BIP bis 2035 zu steigern, setzt vor allem Großbritannien unter Druck, dessen bisherige Planungen bei 2,7 % liegen – eine Lücke, die laut Schätzungen rund 30 Mrd. Pfund an zusätzlichen Ausgaben erfordern würde. Gleichzeitig verwies Rutte auf überholte Annahmen über die amerikanische Militärdominanz und unterstrich die wachsende Bedeutung europäischer Eigenverantwortung für die Sicherheit auf dem Kontinent.

Was geschehen ist

NATO-Generalsekretär Mark Rutte hielt sich im Vereinigten Königreich auf und sprach unter anderem im Ditchley Park in Oxfordshire. In seiner Rede warnte er, die Allianz befinde sich in der gefährlichsten und komplexesten Sicherheitslage seit einer Generation. Er forderte Großbritannien und andere europäische NATO-Mitglieder auf, ihre Verteidigungsfähigkeiten deutlich auszubauen, und sagte, die Allianz brauche „mehr Großbritannien und mehr Europa". Rutte verwies auf das beim Gipfel in Den Haag 2025 vereinbarte Ziel von 3,5 % des BIP für Verteidigung bis 2035. Großbritannien plant bisher nur eine Anhebung auf 2,7 % bis Ende des nächsten Jahrzehnts; laut Guardian-Schätzung würde das 3,5 %-Ziel rund 30 Mrd. Pfund an zusätzlichen realen Verteidigungsausgaben erfordern. In Oxford traf Rutte zudem erstmals persönlich mit dem britischen Premierminister Andy Burnham zusammen. Rutte bezeichnete Großbritannien als führend in der europäischen Antwort auf russische Provokationen und Sabotage sowie als „guten Freund der Ukraine" und kritisierte die frühere europäische Annahme, die USA würden stets den Großteil der Militärkraft und der Kosten tragen.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die beiden ukrainischsprachigen Artikel ordnen Ruttes Äußerungen vor allem als Warnung an die westliche bzw. euroatlantische Sicherheitsordnung ein. Die dringende Aufforderung zu höheren Verteidigungsausgaben dient als Aufhänger, um den Druck auf die europäischen NATO-Mitglieder – insbesondere Großbritannien – zu verdeutlichen. Eine direkte Fokussierung auf die Lage der Ukraine findet sich in den Beiträgen nicht; vielmehr wird Ruttes Hinweis auf die Ukraine lediglich als Beleg für die gewachsene Bedrohung Europas insgesamt gerahmt.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die beiden vorliegenden Artikel unterscheiden sich in der Nennung des britischen Premierministers, mit dem Rutte in Oxford zusammentraf. Ein Artikel nennt Andy Burnham als Gesprächspartner; die zugrunde liegenden Fakten bestätigen ebenfalls Andy Burnham und vermerken zugleich, dass John Healey zuvor unter Keir Starmer als Verteidigungsminister zurückgetreten war, weil dieser eine Anhebung auf 3 % des BIP bis 2030 ablehnte. Der andere Artikel geht auf das Treffen nicht näher ein.

Hintergrund

Das Ausgabenziel von 3,5 % des BIP wurde beim NATO-Gipfel in Den Haag 2025 auf Betreiben von US-Präsident Donald Trump festgelegt; die Bündnismitglieder einigten sich darauf, ihre Verteidigungsausgaben an das US-Niveau anzugleichen. Großbritanniens bisherige Planungen sehen nur eine Erhöhung auf 2,7 % bis Ende des nächsten Jahrzehnts vor. Deutschland wird Großbritannien voraussichtlich bei den gesamten NATO-Verteidigungsausgaben überholen; für 2029 wird eine etwa doppelt so hohe Militärausgabenquote Berlins im Vergleich zu London erwartet. Rutte ist ehemaliger Ministerpräsident der Niederlande. Ditchley Park in Oxfordshire diente Winston Churchill im Zweiten Weltkrieg als Landsitz. Die NATO hat 32 Mitgliedstaaten.