Kushner sieht territoriale Frage als einziges Hindernis für Ukraine-Abkommen
Der US-Sondergesandte Jared Kushner hat am 12. September 2026 in einer Videoansprache beim Yalta European Strategy Forum (YES) in Kiew erklärt, der größte Teil eines Friedensabkommens zwischen der Ukraine und Russland sei bereits ausgearbeitet. Als verbleibendes Hindernis nannte er die territoriale Frage – die Weigerung der Ukraine, sich auf die von Wladimir Putin geforderte Linie zurückzuziehen. Kushner sagte, die nächsten Schritte könnten innerhalb von zwei Wochen angekündigt werden.
Das Wichtigste
- Kushner sprach am 12. September 2026 per Videoübertragung beim YES-Forum in Kiew.
- Er bezeichnete die territoriale Frage als einziges verbleibendes Hindernis für ein Abkommen.
- Putin hat nach Kushners Angaben eine Linie definiert, auf die sich ukrainische Truppen zurückziehen sollen.
- Die Ukraine ist nach Kushners Worten derzeit nicht bereit, sich auf diese Linie zurückzuziehen.
- Kushner hofft, innerhalb der nächsten zwei Wochen die nächsten Schritte bekanntgeben zu können.
- Die USA streben ein trilaterales Format mit Ukraine, Russland und den USA an.
- Büroleiter Kyrylo Budanov erklärte, die Ukraine bereite sich auf eine neue Verhandlungsrunde im Oktober 2026 vor.
Warum es wichtig ist
Kushner, ein eng mit der Trump-Regierung verbundener Sondergesandter, hat die territoriale Frage öffentlich als einziges verbleibendes Hindernis für ein Abkommen bezeichnet – eine bemerkenswerte Einordnung durch einen hochrangigen US-Vertreter. Die Äußerung prägt die diplomatischen Erwartungen: Sie legt nahe, dass Washington den Rahmen eines Deals im Wesentlichen als vorhanden ansieht und nun auf ukrainische Zugeständnisse bei den Territorien drängt. Budanovs Bestätigung, dass Kiew sich auf neue trilaterale Gespräche im Oktober vorbereitet, signalisiert einen konkreten kurzfristigen Verhandlungsstrang.
Was geschehen ist
Jared Kushner, Sondergesandter des US-Präsidenten, sprach am 12. September 2026 per Videoübertragung beim Yalta European Strategy Forum in Kiew. Er erklärte, der Großteil eines Friedensabkommens zwischen der Ukraine und Russland sei bereits vorbereitet, und bezeichnete die territoriale Frage als verbleibendes Hindernis. Nach seinen Angaben hat Wladimir Putin eine Linie skizziert, auf die sich ukrainische Truppen zurückziehen sollen; die Ukraine stimme dem derzeit nicht zu. Kushner sagte, die USA suchten eine kreative Lösung, die den Wünschen beider Seiten nicht widerspreche, und strebten trilaterale Verhandlungen zwischen der Ukraine, den USA und Russland an. Er hoffe, die nächsten Schritte innerhalb der nächsten zwei Wochen ankündigen zu können. Auf die Frage, ob er Putin für offen für ernsthafte Verhandlungen halte, gab er keine direkte Antwort und verwies auf die Ergebnisse der weiteren Arbeit. Seine Bemerkung über Putins „Engagement“, einen Weg nach vorn zu finden, löste im Saal Gelächter aus. Kyrylo Budanov, Leiter des Präsidialamts, erklärte unterdessen, die Ukraine bereite sich auf eine neue trilaterale Verhandlungsrunde im Oktober 2026 vor.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Die internationalen Agenturmeldungen aus Aserbaidschan und Katar rahmen die Geschichte als US-geführten Optimismus: Kushners Hoffnung auf „nächste Schritte“ innerhalb von zwei Wochen und eine geplante trilaterale Begegnung. Diese Quellen betonen den Besuch selbst – die Reisen Kushners und Witkoffs nach Moskau und Kiew – sowie die breitere diplomatische Dynamik, weniger die territoriale Sackgasse. Sie stellen die US-Position in den Vordergrund – dass der Großteil des Deals vorbereitet sei und eine „kreative Lösung“ gesucht werde – und gehen auf die ukrainische Weigerung, Land abzutreten, weniger ein.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellen weichen beim Zeitpunkt der nächsten trilateralen Runde voneinander ab: Die meisten Berichte sprechen lediglich von „Oktober“, während eine Quelle den „Anfang Oktober 2026" nennt und eine andere Budanov die Aussage zuschreibt, die Gespräche könnten „im Oktober 2026" stattfinden – also eine engere gegenüber einer breiteren Datierung. Ob der Kronprinz von Abu Dhabi, Khaled bin Mohammed Al Nahyan, vorgeschlagen hat, das nächste trilaterale Treffen in den Vereinigten Arabischen Emiraten auszurichten, findet sich in einigen, aber nicht in allen Berichten über die Treffen Kushners und Witkoffs.
Hintergrund
Das letzte trilaterale Treffen zwischen der Ukraine, den USA und Russland fand im Februar in Genf statt. Selenskyj hat Putins Forderungen nach einem Rückzug ukrainischer Streitkräfte aus den Oblasten Donezk und Luhansk wiederholt zurückgewiesen. Budanov hatte zuvor erklärt, die Ukraine sei bereit, den Krieg zu beenden, werde aber kein Land abgeben. Der Krieg dauert nach den vorliegenden Angaben seit mehr als vier Jahren an. Im Februar hatte Selenskyj erklärt, die ukrainischen Streitkräfte würden den Donbass nicht verlassen, da etwa 200.000 Menschen im ukrainisch kontrollierten Teil des Oblasts Donezk lebten und sich dort einige der stärksten Verteidigungslinien der Ukraine befänden. Im August sagte Selenskyj, die Hauptangriffsziele russischer Streitkräfte blieben Kostjantyniwka, Slowjansk und Kramatorsk, und Putin habe der russischen Führung die Aufgabe gestellt, die Besetzung der Oblaste Donezk und Luhansk bis Ende 2026 abzuschließen. US-geführte diplomatische Bemühungen waren zuvor ins Stocken geraten, weil Washingtons Aufmerksamkeit dem Iran-Krieg galt.