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Kushner kündigt „nächste Schritte“ in Ukraine-Gesprächen in zwei Wochen an

US-Gesandter Jared Kushner sagte beim Yalta European Strategy Forum in Kyiv per Videoschalte, er erwarte, „nächste Schritte“ in den Gesprächen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs innerhalb der nächsten zwei Wochen bekanntgeben zu können. Der ukrainische Präsidentenamtschef Kyrylo Budanov erklärte unterdessen, Kiew bereite die Wiederaufnahme trilateraler Gespräche mit Russland und den USA im Oktober vor. Derweil gingen russische und ukrainische Angriffe aufeinander weiter.

Das Wichtigste

  • Jared Kushner kündigte beim Yalta European Strategy Forum in Kyiv per Video an, „nächste Schritte“ in den Ukraine-Gesprächen in den nächsten zwei Wochen publik machen zu wollen.
  • Kushner verwies auf Wladimir Putins „Engagement“, eine „Lösung zu finden“ – was im Saal in Kyiv Gelächter auslöste.
  • Kyrylo Budanov, Leiter des Präsidialamts von Wolodymyr Selenskyj, sagte, Kiew bereite trilaterale Gespräche mit Russland und den USA im Oktober vor.
  • Kushner und US-Gesandter Steve Witkoff hatten in der Vorwoche Moskau und Kyiv besucht; ein Durchbruch wurde nicht erzielt.
  • Russische Angriffe auf mehrere ukrainische Gebiete töteten am Samstag 9 Menschen und verletzten Dutzende; beschädigt wurden Wohngebäude und Infrastruktur.
  • Die Ukraine griff nach eigenen Angaben den russischen Synthesekautschuk-Produzenten Tolayatti Kauchuk (Togliattikaucuk) in Samara an und löste einen Brand aus.
  • Die Republik Moldau schloss für fast eine Stunde ihren Luftraum und zeitweise sieben Grenzübergänge, nachdem eine Drohne nahe der Grenze mit der Ukraine entdeckt worden war.

Warum es wichtig ist

Die Ankündigung signalisiert eine mögliche Wiederaufnahme US-geführter trilateraler Verhandlungen nach Monaten Stillstand. Kushners Verweis auf Putins „Engagement“ – aufgenommen mit Gelächter im Kyiver Publikum – wirft Fragen zur Glaubwürdigkeit der russischen Position auf. Zugleich zeigen laufende tödliche Angriffe auf beiden Seiten, dass diplomatische Signale parallel zu militärischer Eskalation stattfinden.

Was geschehen ist

US-Gesandter Jared Kushner wandte sich am Samstag per Video an die Yalta European Strategy Strategy-Konferenz in Kyiv. Er erklärte, er rechne damit, „nächste Schritte“ in den Gesprächen zur Beendigung des Kriegs innerhalb der nächsten zwei Wochen bekanntgeben zu können. Zugleich äußerte er sich optimistisch und verwies auf das „Engagement“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin, eine Lösung zu finden – eine Bemerkung, die im Kyiver Saal Gelächter auslöste. Kushner und sein US-Kollege Steve Witkoff hatten in der Vorwoche Moskau und Kyiv besucht, um die US-geführten Gespräche wiederzubeleben; einen Durchbruch meldeten sie nicht. Kyrylo Budanov, Leiter des Amts von Präsident Wolodymyr Selenskyj, sagte, Kiew bereite sich auf die Wiederaufnahme trilateraler Gespräche mit Russland und den USA im Oktober vor. Unterdessen gingen die Kampfhandlungen weiter: Russische Angriffe auf mehrere ukrainische Regionen forderten am Samstag 9 Tote und Dutzende Verletzte und beschädigten Wohngebäude und Infrastruktur. Die ukrainische Armee teilte mit, sie habe den russischen Synthesekautschuk-Produzenten Tolayatti Kauchuk in Samara getroffen und einen Brand ausgelöst; das Werk stellt Komponenten für russischen Raketentreibstoff her. Russland erklärte, eigene Kräfte hätten Zaporizhstal in Saporischschja, den Interpipe-Stahlkomplex in Dnipro sowie Fabriken in Krywyj Rih angegriffen. In Moldau wurde nach einer Drohnen-Sichtung nahe der ukrainischen Grenze der Luftraum für knapp eine Stunde geschlossen und sieben Grenzübergänge vorübergehend gesperrt.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen verwenden für die von der Ukraine angeblich getroffene russische Anlage zwei Namensvarianten: Tolayatti Kauchuk und Togliattikaucuk. Es handelt sich um eine transliterationsbedingte Variante desselben Werksnamens, nicht um eine inhaltliche Abweichung.

Hintergrund

Der Krieg in der Ukraine dauert seit mehr als vier Jahren an. Die letzte trilaterale Gesprächsrunde fand im Februar in Genf statt; im vergangenen Jahr hatten Verhandlungsrunden lediglich Gefangenenaustausche hervorgebracht. US-geführte diplomatische Bemühungen waren zuvor durch den Fokus Washingtons auf den Iran-Krieg ins Stocken geraten. Ungelöst ist die Frage nach dem Verbleib des übrigen ukrainisch kontrollierten Gebiets im Donbass, das Moskau annektiert hat, ohne es vollständig zu kontrollieren. Die Zahl ziviler Opfer in der Ukraine ist in den vergangenen zwei Monaten deutlich gestiegen, während Russland Angriffe auf Kraftwerke und andere Infrastruktur verstärkt hat. Russische Drohnen sind wiederholt in den moldauischen Luftraum eingedrungen; in derselben Woche hatte eine Drohne den Start eines Flugzeugs mit Präsident Selenskyj nach Norwegen verzögert.