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Selenskyj bereit zu Treffen mit Putin beim G20-Gipfel in Miami

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem DW-Interview erklärt, er sei bereit, den russischen Präsidenten Wladimir Putin beim G20-Gipfel im Dezember in Miami zu treffen, sofern Putin teilnimmt. Aus dem Kreml hieß es zugleich, ein trilaterales Treffen mit Washington, Moskau und Kiew könne in naher Zukunft stattfinden.

Das Wichtigste

  • Selenskyj sagte im DW-Interview, er sei bereit, Putin beim G20-Gipfel in Miami im Dezember zu treffen, falls Putin erscheint.
  • Zitiert wurde Selenskyj mit den Worten: „Ja, natürlich. Wir müssen kommen. Wir müssen uns treffen, reden und eine Entscheidung treffen.“
  • Selenskyj erklärte, bei einem möglichen Treffen mit Putin zähle nur das Ergebnis, nicht die Worte.
  • Als möglichen ersten Verhandlungsschritt nannte er eine Waffenruhe im Energie- und Getreidebereich.
  • Selenskyj äußerte, die Ukraine habe derzeit eine starke Verhandlungsposition; Russland verliere nach seinen Angaben monatlich mehr als 30.000 Soldaten.
  • Selenskyj erwartet keine Wiederaufnahme von Verhandlungen vor den russischen „Parlamentswahlen“ am 20. September.
  • Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, Russland erwarte ein trilaterales Treffen mit Washington, Moskau und Kiew in naher Zukunft.
  • Der Kreml hatte zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht angekündigt, ob Putin persönlich am G20-Gipfel in Miami teilnehmen wird.
  • G20-Gipfel 2026: 14.–15. Dezember 2026 im Trump National Doral Miami Golf Complex unter Vorsitz von US-Präsident Donald Trump.
  • Selenskyj und Putin haben sich seit Beginn der russischen Vollinvasion im Februar 2022 nicht mehr persönlich getroffen.

Warum es wichtig ist

Ein persönliches Treffen zwischen Selenskyj und Putin wäre das erste seit Beginn der russischen Vollinvasion im Februar 2022 und damit ein Ereignis von hoher symbolischer und politischer Bedeutung. Gleichzeitig deutet die parallele Bereitschaft aus dem Kreml zu einem trilateralen Treffen mit den USA auf mögliche neue Dynamik in den von Washington vermittelten Gesprächen über ein Kriegsende hin. Dass Russland seit 2019 keinen Präsidenten mehr persönlich zu einem G20-Gipfel entsandt hat, würde Putins mögliche Teilnahme in Miami selbst zu einem deutlichen Signal machen.

Was geschehen ist

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in einem Interview mit der Deutschen Welle, er sei bereit, den russischen Präsidenten Wladimir Putin beim G20-Gipfel in Miami im Dezember zu treffen, sofern Putin erscheine. Auf die Frage nach seiner Bereitschaft antwortete er: „Ja, natürlich. Wir müssen kommen. Wir müssen uns treffen, reden und eine Entscheidung treffen.“ Selenskyj betonte, bei einem möglichen Treffen zähle nur das Ergebnis, nicht die Worte, und nannte als möglichen ersten Verhandlungsschritt eine Waffenruhe im Energie- und Getreidebereich. Den Namen einer Vereinbarung zur Einstellung der Kampfhandlungen erklärte er für nachgeordnet. Er verwies zudem auf eine starke ukrainische Verhandlungsposition, da Russland monatlich mehr als 30.000 Soldaten verliere. Eine Wiederaufnahme von Verhandlungen erwartet er nicht vor den russischen „Parlamentswahlen“ am 20. September. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, Russland erwarte in naher Zukunft ein trilaterales Treffen mit Vertretern Washingtons, Moskaus und Kiews; ob Putin persönlich am Gipfel in Miami teilnehmen wird, hatte der Kreml bis dahin nicht angekündigt. Selenskyj und Putin haben sich seit der russischen Vollinvasion im Februar 2022 nicht mehr persönlich getroffen.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die ukrainische Berichterstattung stellt Selenskyjs Bereitschaftserklärung in den Mittelpunkt und rahmt sie mit Verweisen auf eine „starke Verhandlungsposition“ und der Bedingung „falls Putin erscheint“. Über mehrere ukrainische Medien und Agenturen hinweg wird das Zitat „Ja, natürlich. Wir müssen kommen. Wir müssen uns treffen, reden und eine Entscheidung treffen.“ wiederholt. Ergänzend werden Inhalte aus Selenskyjs früherem CBC-Interview zu Putins maximalistischen Zielen und den menschlichen Kosten eines militärischen Sieges sowie der Hinweis auf die russischen „Wahlen“ am 20. September als Rahmen mitgeführt.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen unterscheiden sich darin, wie genau sie den Ort des G20-Gipfels benennen: Einige geben nur „Miami“ an, andere konkretisieren 14.–15. Dezember 2026 im Trump National Doral Miami Golf Complex unter Vorsitz von US-Präsident Donald Trump. Daneben halten mehrere Beiträge fest, dass der Kreml bislang nicht angekündigt hat, ob Putin persönlich kommen wird, während sie auf Trumps frühere Aussage verweisen, eine Teilnahme Putins wäre zwar „nützlich“, er bezweifle sie jedoch.

Hintergrund

Das DW-Interview wurde nach Angaben von Ukrinform am Freitag auf einer kanadischen Militärbasis in North Bay geführt. In einem separaten CBC-Interview hatte Selenskyj gesagt, Putin wolle die gesamte Ukraine einnehmen und werde dies ohne ukrainische Stärke und internationale Sicherheitsgarantien tun; eine militärische Niederlage Russlands wäre mit sehr hohen menschlichen Verlusten verbunden. Der G20-Gipfel ist laut Artikel 15682 für 14.–15. Dezember 2026 im Trump National Doral Miami Golf Complex unter Vorsitz von US-Präsident Trump geplant. Russland nimmt seit 2019 nicht mehr persönlich an G20-Gipfeln teil – zunächst wegen COVID-19, später wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine und eines Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs gegen Putin. Im April hatte Trump eine Teilnahme Putins als „nützlich“ bezeichnet, aber daran gezweifelt; im August luden die USA Russlands Finanzminister Anton Siluanow zu einem G20-Finanztreffen in North Carolina ein. Im November 2022 hatte die Werchowna Rada die G20-Staaten aufgefordert, Russland aus der Gruppe auszuschließen, wie bereits 2014 aus der G8; Trump hatte die G8-Ausschließung Russlands zuvor als Fehler bezeichnet. Der Leiter des Präsidialamts, Budanow, bezeichnete eine Waffenruhe entlang der tatsächlichen Frontlinie ohne ukrainische Anerkennung der Besetzung als realistischste Option. Politico berichtete am 11. August, US-Politiker sähen derzeit keine Fortschritte in den Gesprächen über die Ukraine. Selenskyj erwartet für Ende September ein Treffen mit einer US-Delegation zu Energie- und Ernährungssicherheit sowie ein Treffen mit Trump in der dritten Septemberwoche unter anderem zur ballistischen Abwehr; der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Heorhij Tykhyj, brachte ein Treffen am Rande der UN-Generalversammlung in New York Ende September ins Gespräch.