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Lawrow nennt Moskau-Einladung an Selenskyj „riesige Geste des guten Willens“ – Kreml lehnt G20-Treffen in Miami ab

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich in einem DW-Interview bereit erklärt, zum G20-Gipfel am 14.–15. Dezember 2026 nach Miami zu reisen, um dort Wladimir Putin zu treffen. Der Kreml wies dieses Angebot umgehend zurück und erklärte ein solches Treffen für „unmöglich“; Putin sei nur in Moskau zu einem Gespräch mit Selenskyj bereit. Der russische Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete die Moskauer Einladung an Selenskyj zugleich als „riesige Geste des guten Willens“ und kündigte an, Russland werde seine Militäroperation während möglicher Verhandlungen nicht stoppen.

Das Wichtigste

  • Selenskyj erklärte sich in einem am 12. September veröffentlichten DW-Interview bereit, zum G20-Gipfel nach Miami zu reisen und dort Putin zu treffen, falls dieser ebenfalls teilnimmt.
  • Kremlsprecher Dmitrij Peskow bezeichnete ein Treffen der beiden Präsidenten am Rande des G20 in Miami als „unmöglich“; Putin sei ausschließlich in Moskau zu einem solchen Gespräch bereit.
  • Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete die Moskauer Einladung an Selenskyj als „riesige Geste des guten Willens“ und begründete dies damit, dass Selenskyj seinen Ukaz über Kontaktverbote mit Putin und dessen Umfeld nicht aufgehoben habe.
  • Lawrow kündigte an, Russland werde seine Militäroperation während möglicher Verhandlungen mit der Ukraine nicht einstellen.
  • Putin-Berater Jurij Uschakow erklärte, eine mögliche Teilnahme Putins am G20-Gipfel sei bisher nicht einmal erörtert worden.
  • Der G20-Gipfel ist für den 14.–15. Dezember 2026 auf dem Trump National Doral Miami Golf Complex geplant; Putin nimmt seit 2019 nicht persönlich an G20-Gipfeln teil.
  • Selenskyj und Putin haben sich seit Beginn der russischen Vollinvasion im Februar 2022 nicht persönlich getroffen.

Warum es wichtig ist

Ein persönliches Treffen zwischen Selenskyj und Putin wäre das erste seit Beginn der russischen Vollinvasion im Februar 2022 und damit ein diplomatisch außergewöhnliches Ereignis. Der gleichzeitige Vorschlag Selenskyjs (Miami) und die Forderung des Kremls (Moskau) zeigen, wie weit die Positionen beim Rahmen möglicher Spitzenkontakte auseinanderliegen. Lawrows Ankündigung, wonach Russland während etwaiger Verhandlungen weiterkämpfen werde, verändert die Bedeutung des Begriffs „Gespräche“ zwischen den Seiten grundlegend. Da der G20-Gipfel auf US-Territorium stattfindet und von Trump ausgerichtet wird, hätte Washington im Falle einer Begegnung unmittelbar eine gastgebende Rolle.

Was geschehen ist

Am 12. September erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Interview mit der Deutschen Welle, er sei bereit, zum G20-Gipfel nach Miami zu reisen und dort mit Wladimir Putin zusammenzutreffen, sofern dieser ebenfalls teilnimmt. Entscheidend sei für ihn nur das Ergebnis eines solchen Treffens, nicht die Worte. Noch am selben Tag wies Kremlsprecher Dmitrij Peskow dieses Angebot zurück und bezeichnete ein Treffen am Rande des G20 in Miami als „unmöglich“; komme Selenskyj zu Verhandlungen mit Putin, könne er nach Moskau reisen, die Einladung bleibe gültig. Russlands Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete die Moskauer Einladung in New Delhi am Rande des BRICS-Gipfels und in einem Kommentar an die Agentur Interfax als „riesige Geste des guten Willens“ und kündigte an, Russland werde seine Militäroperation während möglicher Verhandlungen nicht einstellen. Putins außenpolitischer Berater Jurij Uschakow erklärte, die Frage einer Teilnahme Putins am G20-Gipfel sei bisher noch nicht einmal erörtert worden. Der G20-Gipfel ist für den 14.–15. Dezember 2026 auf dem Trump National Doral Miami Golf Complex geplant; Putin nimmt seit 2019 nicht persönlich an G20-Gipfeln teil, zunächst wegen der COVID-19-Pandemie, später wegen der Invasion in der Ukraine und des Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs gegen ihn.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Medien stellen Selenskyjs Bereitschaft, nach Miami zu reisen, als offene diplomatische Geste heraus und betonen die Weigerung des Kremls, dieses Angebot auch nur in Betracht zu ziehen. Berichtet wird zugleich über Lawrows Aussage, Russland werde während Verhandlungen weiterkämpfen – beides wird als Beleg dafür gelesen, dass Moskau nicht ernsthaft auf Gespräche einsteige. Hervorgehoben wird auch das einseitige Moskauer Insistieren auf der russischen Hauptstadt als einzig möglichem Treffpunkt, während die Ukraine wiederholt Treffen auf neutralem Boden vorgeschlagen habe. Selenskyjs Aussagen in den Interviews mit DW und dem kanadischen Sender CBC – Putin wolle die gesamte Ukraine erobern, und eine militärische Niederlage Russlands wäre mit zu hohen Verlusten verbunden – werden als Begründung dafür angeführt, warum diplomatische Schritte notwendig seien.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Internationale Berichte – etwa das DW-Stück und ein englischsprachiger Agenturtext – stellen Selenskyjs „Wir müssen kommen, reden und entscheiden“ als diplomatische Öffnung an die Spitze. Lawrows Rahmung der Moskauer Einladung als „riesige Geste des guten Willens“ und Peskows klare Absage an Miami werden als verhärtete Gegenposition dargestellt, die das Treffen der beiden Vorschläge als Patt erscheinen lässt. Hintergrundinformationen zum G20 – Austragungsort Miami, Termine 14.–15. Dezember, Vorsitz durch Trump, Putins Abwesenheit seit 2019 sowie der ICC-Haftbefehl – werden herangezogen, um zu erklären, warum die Wahl des Verhandlungsortes für Russland rechtlich und politisch heikel ist. Trump wird mit seinen Äußerungen vom 2. September zitiert, wonach er noch nicht über eine Einladung Putins entschieden habe und Putin ein neues Treffen mit ihm erst „nach einem Friedensschluss“ wolle; die USA erscheinen so eher als interessierter Vermittler als als Teil des direkten Selenskyj-Putin-Austauschs.

Hintergrund

Der G20-Gipfel ist für den 14.–15. Dezember 2026 auf dem Trump National Doral Miami Golf Complex geplant und wird vom US-Präsidenten Donald Trump geleitet. Putin nimmt seit 2019 nicht persönlich an G20-Gipfeln teil – zunächst wegen der COVID-19-Pandemie, später wegen der russischen Invasion in der Ukraine und des Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs gegen ihn. Anfang September besuchten die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner am 5. und 6. September Moskau und Kiew zu Gesprächen über ein Ende des Kriegs; Selenskyj sagte anschließend, die US-Seite habe „sehr gute, wertvolle Ideen“ vorgelegt. Selenskyj hat zudem erklärt, er erwarte keine Wiederaufnahme trilateraler Gespräche vor den russischen Parlaments-„Wahlen“ am 20. September und hat als mögliche trilaterale Treffpunkte die Vereinigten Arabischen Emirate, die Schweiz oder die Türkei ins Gespräch gebracht.