Frankreich beginnt Ausbildung ukrainischer Piloten an Rafale-Kampfjets
Frankreich hat mit der Ausbildung ukrainischer Piloten für den Flug von Rafale-Kampfjets begonnen. Die ersten vier Jets sollen nach Abschluss des Trainings an die Ukraine übergeben werden, die übrigen Maschinen bis 2028–2029. Grundlage ist eine im Juli angekündigte Roadmap über 16 Rafale sowie ein längerfristiger Rahmen für bis zu 100 Flugzeuge.
Das Wichtigste
- Frankreich hat die Ausbildung ukrainischer Piloten für die Rafale gestartet.
- Vereinbart sind 16 Rafale-Jets; ein Vertrag ist bislang nicht unterzeichnet.
- Die ersten vier Jets sollen unmittelbar nach Abschluss der Pilotenausbildung geliefert werden.
- Die übrigen Jets werden für 2028–2029 in der Ukraine erwartet.
- Langfristig ist der mögliche Erwerb von bis zu 100 Rafale über zehn Jahre im Gespräch.
- Piloten trainieren auf Grob G-120TP, dann Alpha Jet, dann Rafale.
- Kosten und Finanzierung des Programms sind noch nicht festgelegt.
Warum es wichtig ist
Mit dem Trainingsbeginn wird eine konkrete Ausbildungspipeline für ukrainische Piloten auf einem westlichen Kampfjet der vierten Generation eröffnet. Das Programm prägt über Jahre die ukrainische Luftkampfkapazität, definiert Lieferzeiträume (erste vier Jets nach dem Training, der Rest bis 2028–2029) und bindet die Ukraine langfristig an die französische Rüstungsindustrie.
Was geschehen ist
Frankreich hat die Ausbildung ukrainischer Piloten für die Rafale aufgenommen. Das erklärte der für Europa zuständige Staatsminister im französischen Außenministerium, Benjamin Haddad. Den ukrainischen Quellen zufolge verhandelt Paris mit Kiew über die Lieferung von Rafale-Jets, die ausdrücklich von ukrainischen und nicht von französischen Piloten geflogen werden sollen. Grundlage ist eine am 13. Juli angekündigte Roadmap über 16 Rafale-Kampfjets samt Bewaffnung. Die ersten vier Maschinen sollen übergeben werden, sobald die Piloten ihre Ausbildung abgeschlossen haben; die übrigen Jets werden für 2028–2029 in ukrainischen Diensten erwartet. Die Pilotenausbildung verläuft mehrstufig: zunächst auf Grob G-120TP-Schulflugzeugen, dann auf Alpha-Jet-Trainern und schließlich auf der Rafale. Ein formeller Liefervertrag ist noch nicht unterzeichnet, und auch die Finanzierung steht noch nicht fest.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ukrainischen Quellen rahmen die Meldung als konkreten Fortschritt: Das Training läuft, 16 Jets sind vereinbart, der längerfristige Pfad zu bis zu 100 Rafale ist eröffnet. Benjamin Haddad wird als maßgebliche französische Stimme präsentiert, und es wird betont, dass die Jets von ukrainischen Piloten geflogen werden. Zugleich verweisen die Medien auf Selenskyjs Hinweis, dass rund die Hälfte der ukrainischen F-16-Flotte seit Längerem in Europa zur Wartung sei – als implizite Begründung für zusätzliche westliche Kampfjetkapazitäten.
Wo die Berichte auseinandergehen
Eine Quelle (Artikel 47183) datiert die Macron-Selenskyj-Absichtserklärung über bis zu 100 Rafale-Jets konkret auf das Zieljahr 2035, während andere Quellen lediglich von einem Zehn-Jahres-Rahmen ohne Nennung des Jahres 2035 sprechen.
Hintergrund
Am 13. Juli hatten Frankreich und die Ukraine eine Roadmap zur Lieferung von 16 Rafale angekündigt. Am 17. November 2025 unterzeichneten Emmanuel Macron und Wolodymyr Selenskyj in Villacoublay eine Absichtserklärung über bis zu 100 Rafale-Jets innerhalb des nächsten Jahrzehnts. Die Rafale ist ein französisches Mehrzweck-Kampfflugzeug der vierten Generation, gebaut von Dassault Aviation.