Selenskyj leitet Staff-Sitzung zum Schutz kritischer Infrastruktur und Logistik
Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am 15. September eine Sitzung des Stabs des Oberbefehlshabers (Stawka) geleitet. Im Mittelpunkt standen Verträge für den Schutz kritischer Infrastruktur, die Stärkung der elektronischen Kriegsführung, die Reorganisation mobiler Feuergruppen und Maßnahmen zur Unterstützung der ukrainischen Eisenbahn.
Das Wichtigste
- Sitzung des Stabs des Oberbefehlshabers unter Leitung von Präsident Selenskyj am 15. September.
- Geprüft wurden Bedarfe der Ukrzaliznytsia, des Tankstellennetzes und weiterer als vorrangige russische Ziele eingestufter kritischer Unternehmen.
- Beschluss zur deutlichen Stärkung der Fähigkeiten zur elektronischen Kriegsführung (РЕБ); zusätzliche Beschaffungsverträge bestätigt.
- Reorganisation der mobilen Feuergruppen und der Linien der Luftabwehr auf Grundlage genehmigter russischer Angriffspläne.
- Finanzministerium beauftragt, zusätzliche Mittel für Logistikbedarf bereitzustellen.
- Regierung bereitet Entscheidungen zu Reserve-Logistikrouten in Frontgebieten vor; Algorithmen zur Verknüpfung von Schienen- und Busrouten bei Gleisschäden erarbeitet.
- Abstimmung mit Partnern aus EU und Moldau zur Logistiksicherheit in Grenzgebieten vorgesehen.
Warum es wichtig ist
Die Sitzung brachte konkrete Entscheidungen zur Stärkung der elektronischen Kriegsführung sowie zur Bestätigung entsprechender Beschaffungsverträge. Mobile Feuergruppen und Luftabwehrlinien sollen auf Grundlage identifizierter russischer Angriffsschwerpunkte neu aufgestellt werden. Das Finanzministerium wurde angewiesen, zusätzliche Mittel für die Logistik bereitzustellen, und Reserve-Logistikrouten für den Fall weiterer russischer Angriffe auf die Schieneninfrastruktur wurden vorbereitet.
Was geschehen ist
Präsident Wolodymyr Selenskyj leitete am 15. September eine Sitzung des Stabs des Oberbefehlshabers (Stawka) zum Schutz kritischer Infrastruktur und zur Logistik. Der Stab analysierte im Detail die Bedarfe der Ukrzaliznytsia (Ukrainische Eisenbahnen), des Tankstellennetzes und weiterer besonders gefährdeter kritischer Unternehmen. Es wurde beschlossen, die Fähigkeiten zur elektronischen Kriegsführung deutlich zu stärken; entsprechende Beschaffungsverträge wurden bestätigt. Die Arbeit der mobilen Feuergruppen und der Luftabwehrlinien soll auf Grundlage der von der ukrainischen Aufklärung vorgelegten genehmigten russischen Angriffspläne reorganisiert werden. Das Finanzministerium wurde beauftragt, zusätzliche Mittel für Logistik bereitzustellen. Die Regierung bereitet Entscheidungen über Reserve-Logistikrouten in Frontgebieten vor und hat Algorithmen erarbeitet, um bei beschädigten Gleisen Schienen- und Busrouten zu kombinieren. Mit Partnern aus EU-Staaten und Moldau wurden gemeinsame Schritte zur Logistiksicherheit in Grenzgebieten erörtert. Selenskyj berichtete über die Sitzung auf Facebook.
Hintergrund
Am 13. September hatte eine russische Drohne den internationalen Zug Kyjiw–Warschau nahe der polnischen Grenze angegriffen, was die Bedrohung des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs verdeutlichte. Bereits im Februar hatten Angriffe auf die Eisenbahninfrastruktur in der Oblast Sumy die Ukrzaliznytsia zur Umleitung von Zügen und zum Bustransport auf beschädigten Abschnitten gezwungen. Im August hatten die Ukraine und Moldau neue Logistikrouten vereinbart, einschließlich der Übergabe von Lokomotiven an die ukrainische Seite und einer Vereinfachung des Transits. Zum Schutz von Unternehmen werden zudem korporative Luftabwehrgruppen eingesetzt. Selenskyj hatte zuvor einen weiteren erfolgreichen Test eines Abfangjägers gegen russische Flugdrohnen gemeldet, wobei einzelne Aspekte noch verfeinert werden müssten.