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Ukraine bittet Partner um Lokomotiven – über 500 seit Kriegsbeginn zerstört

Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha hat Partnerländer um Hilfe bei der Lieferung lokomotivkompatibler Lokomotiven für die 1520-mm-Spur gebeten. Seit Beginn der groß angelegten Invasion haben russische Angriffe laut Sybiha mehr als 500 Lokomotiven beschädigt oder zerstört, mehr als die Hälfte davon im laufenden Jahr.

Das Wichtigste

  • Ukrainischer Außenminister Andrii Sybiha: über 500 Lokomotiven seit Kriegsbeginn durch russische Angriffe beschädigt oder zerstört
  • Mehr als die Hälfte der Verluste entfiel auf das laufende Jahr 2026
  • In der Nacht zum 15. September traf ein russischer Angriff Eisenbahninfrastruktur in der Oblast Wolyn nahe der polnischen Grenze direkt eine Lokomotive
  • Am 13. September traf ein russischer Schlag eine Personenzug-Lokomotive nahe der polnischen Grenze
  • Ukrzaliznytsia äußerte die Vermutung, Ziel des Drohnenangriffs sei möglicherweise ein Zug mit Diplomaten und Politikern gewesen
  • Sybiha fordert Partnerstaaten zur Lieferung von 1520-mm-Spur-Lokomotiven und zur Finanzierung von Neubeschaffungen auf

Warum es wichtig ist

Die Eisenbahn ist ein zentraler Pfeiler der ukrainischen Logistik, der militärischen Versorgung und des zivilen Personenverkehrs. Der Verlust von über 500 Lokomotiven – mehr als die Hälfte davon allein im laufenden Jahr – deutet auf eine wachsende Kapazitätskrise bei Ukrzaliznytsia hin. Angriffe nahe der polnischen Grenze werfen zudem Fragen zu grenzüberschreitenden Risiken und möglicher gezielter Beeinträchtigung diplomatischer Bewegungen auf. Die Bitte um 1520-mm-kompatible Lokomotiven spiegelt die technische Spezifik der ukrainischen Schienennetzes wider, die von europäischen Normen abweicht und die Beschaffung erschwert.

Was geschehen ist

Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha wandte sich am 15. September 2026 an die internationale Gemeinschaft mit der Bitte um schnelle Hilfe bei der Lokomotivversorgung. Nach seinen Angaben haben russische Angriffe seit Beginn der groß angelegten Invasion mehr als 500 Lokomotiven beschädigt oder vollständig zerstört; mehr als die Hälfte dieser Verluste sei allein im laufenden Jahr zu verzeichnen. Sybiha beschrieb sie als systematische Angriffe auf die Eisenbahninfrastruktur mit dem Ziel, die Logistik im gesamten ukrainischen Hoheitsgebiet zu untergraben. Er forderte Partnerländer auf, dringend Lokomotiven beizusteuern, die mit der 1520-mm-Spur kompatibel sind, und Mittel für die beschleunigte Neubeschaffung bereitzustellen. In der Nacht zum 15. September traf ein russischer Angriff Eisenbahninfrastruktur in der Oblast Wolyn nahe der polnischen Grenze und beschädigte dabei eine weitere Lokomotive. Bereits am 13. September hatte ein russischer Angriff eine Personenzug-Lokomotive nahe der polnischen Grenze getroffen; Ukrzaliznytsia äußerte die Vermutung, der Angriff habe möglicherweise einem Zug mit Diplomaten und Politikern gegolten.

Hintergrund

Russland führt nach ukrainischer Darstellung seit Beginn der groß angelegten Invasion systematische Angriffe auf die ukrainische Eisenbahninfrastruktur. Die 1520-mm-Spur ist der Breitspur-Standard im postsowjetischen Raum und wird auch im ukrainischen Schienennetz verwendet. Ukrzaliznytsia ist der ukrainische staatliche Eisenbahnbetreiber.