Veröffentlicht am

Bulgarien bittet NATO um Kampfjets, Raketen und Drohnenabwehr wegen Angriffen im Schwarzen Meer

Der bulgarische Verteidigungsminister Dimitar Stojanow hat angekündigt, dass sein Land die NATO förmlich um Kampf-, Raketen- und Drohnenabwehrsysteme sowie Patrouillenluftfahrt gebeten hat. Anlass sind zunehmende Drohnenangriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer. Eine Entscheidung der NATO stehe noch aus.

Das Wichtigste

  • Bulgariens Verteidigungsminister Dimitar Stojanow kündigte an, dass sein Land die NATO um Kampf-, Raketen- und Drohnenabwehrsysteme gebeten hat.
  • Bulgarien richtete Appelle an den NATO-Generalsekretär und an den Supreme Allied Commander Europe mit der Bitte um Verstärkung, auch um zusätzliche Kräfte auf bulgarischem Territorium.
  • Stojanow erklärte, die NATO habe noch nicht entschieden, wie und mit welchen Mitteln Bulgarien verstärkt werde.
  • Die Anfrage umfasst den gesamten militärischen Fähigkeitsbereich, einschließlich Kampf- und Patrouillenluftfahrt, Raketensystemen und Drohnenabwehr.
  • Stojanow wies darauf hin, dass Rumänien und die baltischen Staaten ebenfalls zusätzliche Kapazitäten benötigten.
  • In der betreffenden Woche sank ein Handelsschiff nach einem Drohnenangriff vor der bulgarischen Küste; Sofia bestellte daraufhin den russischen Botschafter ein.
  • Zwei Schiffe gerieten nach Drohnenangriffen vor Rumänien in Brand.

Warum es wichtig ist

Der Schritt markiert eine öffentliche, formelle Bitte eines Schwarzmeer-NATO-Staates um ein breites Spektrum an Verstärkung als Reaktion auf Angriffe auf die zivile Schifffahrt. Damit werden Drohnenangriffe auf Handelsschiffe explizit als Sicherheitsfrage des gesamten Bündnisses und nicht nur als bilaterales Problem des betroffenen Landes eingerahmt. Stojanow verwies zudem auf konkurrierende Anforderungen Rumäniens und der baltischen Staaten, was den Druck auf die begrenzten Fähigkeiten der Allianz unterstreicht.

Was geschehen ist

Der bulgarische Verteidigungsminister Dimitar Stojanow gab bekannt, dass Bulgarien die NATO förmlich um Kampf- und Patrouillenluftfahrt, Raketen- und Drohnenabwehrsysteme gebeten hat. Das Ersuchen richtete sich mit Schreiben und Appellen an den NATO-Generalsekretär sowie an den Supreme Allied Commander Europe und schließt die Entsendung zusätzlicher Kräfte auf bulgarisches Staatsgebiet ein. Eine Entscheidung der NATO über Umfang und Mittel der Verstärkung steht laut Stojanow noch aus. Er begründete die Bitte mit steigender Angriffsintensität im Schwarzmeerraum und Vorfällen in der Nähe von Bündnisgebiet. Hintergrund war eine Reihe von Vorfällen in der betreffenden Woche: ein Handelsschiff sank nach einem Drohnenangriff vor der bulgarischen Küste, woraufhin Sofia den russischen Botschafter einbestellte, und zwei Schiffe gerieten nach Drohnenangriffen vor Rumänien in Brand.

Hintergrund

In der Woche, auf die sich die Berichte beziehen, schlugen Drohnen Schiffe vor der rumänischen Küste zwei in Brand, und ein Handelsschiff sank nach einem Drohnenangriff vor der bulgarischen Küste. Nach diesem Sinken bestellte Sofia den russischen Botschafter ein. Die rumänische Außenministerin Oana Țoiu erklärte am 15. Oktober, Russland mache das Schwarze Meer für zivile Schiffe gefährlich. Stojanow sagte, eine Antwort der NATO sei noch nicht bestätigt.