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Britischer Ex-Offizier fordert NATO-Luftschutz für Kyjiw ohne direkte Kriegsbeteiligung

Ein Artikel des pensionierten britischen Obersten Hamish de Bretton-Gordon in The Telegraph sieht den russischen General Sergej Surowikin hinter gezielten Angriffen auf Kyjiws Brücken und kritische Infrastruktur und fordert die NATO auf, ihre Luftüberlegenheit zum Schutz der ukrainischen Zivilbevölkerung einzusetzen, ohne direkt in den Krieg einzutreten. Er verweist auf die Angriffe auf die Pivdennyj-Brücke am 1. und 2. Oktober und auf Aussagen von Präsident Selenskyj gegenüber der Financial Times, wonach Putin die Beschränkungen für Luftschläge auf zivile Ziele in der Ukraine aufgehoben habe.

Das Wichtigste

  • Artikel von Hamish de Bretton-Gordon am 8. Oktober 2026 in The Telegraph veröffentlicht.
  • De Bretton-Gordon nennt sieben Dnipro-Brücken in Kyjiw als offensichtliche Ziele russischer Angriffe.
  • Am 1. Oktober traf Russland die Pivdennyj-Brücke zweimal, am Folgetag dreimal; der Verkehr wurde vollständig gesperrt.
  • Präsident Selenskyj erklärte am 1. Oktober gegenüber der Financial Times, Putin habe alle Beschränkungen für Luftschläge auf zivile Ziele in der Ukraine aufgehoben.
  • Die Ukraine leidet laut dem Op-Ed unter akutem Mangel an Flugabwehrraketen, insbesondere an Patriot-Abfangraketen.
  • Der Autor fordert die NATO auf, den Schutz ukrainischer Städte durch eigene Luftstreitkräfte ohne formelle Flugverbotszone zu prüfen.
  • Surowikin wird als „General Armageddon" bezeichnet, der in Aleppo massive zivile Zerstörung geleitet hatte.

Warum es wichtig ist

Der Beitrag formuliert eine westliche Handlungsoption jenseits einer klassischen Flugverbotszone und rückt Kyjiws sieben Dnipro-Brücken als neuralgische Punkte der Straßen- und Schienenverbindungen in den Fokus. Er verknüpft die veränderte russische Angriffstaktik mit den langsamen Verlusten im Donezbas und der angespannten Munitionslage der ukrainischen Flugabwehr.

Was geschehen ist

Der pensionierte britische Oberst Hamish de Bretton-Gordon veröffentlichte am 8. Oktober 2026 in The Telegraph einen Beitrag über russische Angriffe auf Kyjiw. Er sieht General Sergej Surowikin, der bereits in Syrien an massiven Luftschlägen auf Aleppo beteiligt war, in einer Schlüsselrolle bei der Ausweitung russischer Angriffe auf zivile und kritische Infrastruktur der Ukraine. Besonders sieben Brücken über den Dnipro in Kyjiw seien offensichtliche Ziele; ihre Zerstörung könne die Hauptstadt spalten und die Verbindungen im Norden der Ukraine lahmlegen. Konkret verwies de Bretton-Gordon auf die Angriffe auf die Pivdennyj-Brücke am 1. und 2. Oktober, bei denen Drohnentreffer eine Brückenstütze, die Fahrbahn und eine Metro-Betonwand beschädigten und den Verkehr in beiden Richtungen vollständig blockierten. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor am 1. Oktober in einem Interview mit der Financial Times erklärt, Putin habe alle Beschränkungen für Luftschläge auf zivile Ziele in der Ukraine aufgehoben. Vor dem Hintergrund der ukrainischen Engpässe bei Flugabwehrmunition, insbesondere bei Patriot-Abwehrraketen, forderte de Bretton-Gordon die NATO auf, den Schutz ukrainischer Städte durch eigene Luftstreitkräfte zu prüfen, ohne sofort eine klassische Flugverbotszone auszurufen.

Wo die Berichte auseinandergehen

Uneinigkeit besteht zur Rolle Surowikins: Während mehrere ukrainische Quellen den Telegraph-Bericht über einen direkten Auftrag Putins an Surowikin zur Verschärfung der Angriffe auf Kyjiw wiedergeben, weist der ukrainische Beobachter Oleksandr Kovalenko von der Gruppe Information Resistance darauf hin, dass unklar sei, in welcher Funktion Surowikin solche Befehle ohne entsprechendes Amt überhaupt erhalten hätte. Die Datierung des Beitrags (8. Oktober) und die zeitliche Einordnung der Angriffe (1.–2. Oktober) sowie des Selenskyj-Interviews (1. Oktober) werden in den Fakten zudem uneinheitlich zugeordnet.

Hintergrund

Russland hat bereits zuvor umfangreiche Angriffe auf ukrainische zivile und Energieinfrastruktur geflogen. Die Telegraph-Berichterstattung stützt sich auf Angaben, wonach Putin die Beschränkungen für Angriffe auf zivile Ziele in der Ukraine aufgehoben hat. Die Ukraine hat nach übereinstimmenden Berichten mit Engpässen bei Flugabwehrmunition zu kämpfen, besonders bei Patriot-Abwehrraketen. Rund eine Million Menschen leben auf dem linken Dnjepers der Hauptstadt und pendeln täglich über die Brücken.