Russland weitet die Rekrutierung ausländischer Freiwilliger massiv aus
Russland hat den Zugang ausländischer Kämpfer zu seiner Armie stark ausgeweitet. Nach ukrainischen Angaben schlossen im ersten Neunmonatszeitraum 2026 so viele Ausländer Verträge mit den russischen Streitkräften ab wie im gesamten Vorjahr. Dabei greifen die Behörden laut Berichten auf Täuschung, Einschüchterung und die Verzögerung von Vergütungen zurück.
Das Wichtigste
- Russland verpflichtet nach ukrainischen Angaben monatlich rund 1.800 Ausländer für den Krieg gegen die Ukraine.
- Im ersten Neunmonatszeitraum 2026 wurden 16.168 Verträge mit ausländischen Staatsangehörigen registriert.
- Die ukrainische Seite identifizierte fast 49.000 Vertragsunterschriften aus 59 Ländern.
- Russlands план für 2026 sieht die Rekrutierung von 18.500 Ausländern vor.
- Mehr als 3.000 ausländische Soldaten werden nach Ablauf ihrer Verträge nicht entlassen.
- Zu den häufigsten Herkunftsländern gehören Usbekistan, Tadschikistan, Belarus und Kasachstan.
- Rekrutierungsagenturen und lokale Vermittler organisieren Visa, Reisen und die Unterstützung bei der Vertragsunterzeichnung.
Warum es wichtig ist
Die Rekrutierung ausländischer Kämpfer erweitert Russlands verfügbare Streitkräfte und verringert die Abhängigkeit von weiteren Mobilmachungswellen im eigenen Land. Die geografische Reichweite und die hohe Zahl der Verträge zeigen, dass der Krieg zunehmend auch auf Personal aus anderen Ländern angewiesen ist. Berichte über verschleierte Verträge, beschlagnahmte Pässe und Telefone, eingeschränkte Bewegungsfreiheit sowie ausgebliebene Vergütungen werfen Fragen zur Freiwilligkeit та праці Zainvolvement іноземців у війни.
Was geschehen ist
Die Zahl registrierter ausländischer Militärverträge stieg von 94 im Jahr 2022 auf 4.067 im Jahr 2023, 8.877 im Jahr 2024 und 16.085 im Jahr 2025. Allein in den ersten neun Monaten 2026 wurden 16.168 weitere Verträge registriert. Nach Angaben des ukrainischen Koordinationsstabs nimmt Russland monatlich etwa 1.800 Ausländer auf; розвідка оцінює план на 2026 рік у 18.500 іноземців. Ukrainian officials say Russia uses foreign recruitment to cover personnel losses and avoid new domestic mobilization waves.
Вербування охоплює Азію, Африку та Латинську Америку. Серед найчастіших країн походження — Узбекистан, Таджикистан, Білорусь і Казахстан. Росія використовує рекрутингові агенції та місцевих брокерів, які допомагають з візами, квитками, документами, зустрічами кандидатів і супроводом до місця оформлення контракту. Спочатку іноземцям пропонують цивільну роботу, участь у культурних і спортивних заходах, навчальні програми або вступ до університетів, а вже потім — військовий контракт.
За повідомленнями, у деяких випадках прибулим новобранцям забирали паспорти й телефони, обмежували пересування та погрожували тим, хто хотів відмовитися від служби. Обіцяні виплати могли затримуватися або взагалі не надходити. Координаційний штаб повідомляє про понад 3000 іноземців, чиї контракти завершилися, але яких Россия не відпускає.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
In der ukrainischen Berichterstattung stehen Umfang und geografische Ausweitung der Rekrutierung im Zentrum. Besonders thematisiert werden die angebliche Täuschung, Druck auf Neurekruten und Erfahrungen ausländischer Kriegsgefangener. Die ukrainische Seite betrachtet die Rekrutierung außerdem als Mittel Russlands, militärische Verluste, demografische Kosten und gesellschaftlichen Druck abzufedern und weitere inländische Mobilmachungswellen zu vermeiden.
Hintergrund
Der dokumentarische Film „Beutejagd: die Geschichte von Evans“ von hromadske richtet den Fokus auf den Gegensatz zwischen den zugesagten zivilen Beschäftigungsmöglichkeiten und den tatsächlichen Militärverträgen. Im Zentrum steht der kenianische Sportler Evans Kibet, der dem russischen Werbung und den Versprechen hoher Einnahmen glaubte, einen Militärvertrag unterschrieb und später in ukrainischer Gefangenschaft geriet. Die Rekrutierung expandiert zudem nach Afrika, Lateinamerika und Teilen Asiens; die Zahl der aus Indonesien Rekrutierten stieg innerhalb eines Jahres von 8 auf 258.