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Ukraine: Russland hat 2026 bereits mehr Ausländer rekrutiert als im gesamten Vorjahr

Nach Angaben des ukrainischen Koordinationsstabs für Kriegsgefangene haben seit Oktober 2026 mindestens 45.959 ausländische Staatsbürger aus 151 Ländern Verträge mit den russischen Streitkräften unterzeichnet. Allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 seien 16.168 Ausländer rekrutiert worden – mehr als im gesamten Jahr 2025. Der für 2026 geplante Wert von 18.500 werde bei gleichbleibendem Tempo bereits im November überschritten.

Das Wichtigste

  • Stand 1. Oktober: 45.959 ausländische Staatsbürger aus 151 Ländern haben Verträge mit den russischen Streitkräften unterzeichnet.
  • In den ersten neun Monaten 2026 wurden 16.168 Ausländer rekrutiert – mehr als im gesamten Jahr 2025 (16.085).
  • Russlands Plan für 2026 liegt bei 18.500 Personen; bei aktuellem Tempo von rund 1.800 pro Monat wird er im November überschritten.
  • Die größten absoluten Rekrutierungszahlen kommen aus Usbekistan, Tadschikistan und Belarus; am schnellsten wächst die Rekrutierung in Afrika und Lateinamerika.
  • In den ersten neun Monaten 2026 unterzeichneten 1.449 Bürger aus Kolumbien, 699 aus Burundi, 530 aus Simbabwe und 503 aus Peru Verträge.
  • Laut einer Befragung unter gefangenen ausländischen Söldnern unterzeichneten 46,7 % ihren Vertrag, um die russische Staatsbürgerschaft zu erhalten; 41,4 % wurden über Militärkommissariate und Auswahldienststellen rekrutiert.
  • Seit 2022 wurden ukrainische Kriegsgefangene aus 59 Ländern registriert.

Warum es wichtig ist

Die Rekrutierung ausländischer Staatsbürger für die russischen Streitkräfte hat sich von 94 Personen im Jahr 2022 auf 16.168 in den ersten neun Monaten 2026 gesteigert und dürfte das Jahresziel von 18.500 bereits im November überschreiten. Die geografische Basis der Rekrutierung weitet sich über den postsowjetischen Raum hinaus auf Afrika und Lateinamerika aus, was die internationale Dimension des Konflikts verschärft. Befragungen unter gefangenen Söldnern deuten darauf hin, dass fast die Hälfte ohne Kenntnis des Einsatzes gegen die Ukraine vertraglich gebunden wurde und über Militärkommissariate rekrutiert wurde – Hinweise auf eine direkte Beteiligung russischer Staatsstrukturen und auf irreführende Praktiken.

Was geschehen ist

Der Sekretär des Koordinationsstabs für die Behandlung von Kriegsgefangenen, Brigadegeneral Dmytro Usow, hat auf der internationalen Konferenz "Crimea Global. Understanding Ukraine through the South" neue Zahlen zur Rekrutierung ausländischer Staatsbürger in die russischen Streitkräfte vorgelegt. Demnach haben bis zum 1. Oktober 2026 mindestens 45.959 Ausländer aus 151 Ländern und nicht anerkannten Territorien Verträge mit der russischen Armee unterzeichnet. In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 seien 16.168 Ausländer rekrutiert worden – mehr als im gesamten Jahr 2025 (16.085). Der vom Projekt "Ich will leben" erhobene Datenstand zeigt, dass Russland seinen Plan für 2026 in Höhe von 18.500 Personen bei gleichbleibenden monatlichen Raten von rund 1.800 bereits im November übertreffen könnte; bis Jahresende wären dann bis zu 21.500 neue Vertragskräfte möglich. Während die größten absoluten Zahlen aus Usbekistan, Tadschikistan und Belarus stammen, wächst die Rekrutierung in Afrika und Lateinamerika am schnellsten: Allein aus Kolumbien unterzeichneten 1.449 Personen Verträge, aus Burundi 699, aus Simbabwe 530 und aus Peru 503. Eine Befragung gefangener ausländischer Söldner ergab, dass 46,7 % ihren Vertrag zur Erlangung der russischen Staatsbürgerschaft unterschrieben und nur 28 % davon wussten, dass sie gegen die Ukraine kämpfen würden; 41,4 % wurden über russische Militärkommissariate und Auswahldienststellen rekrutiert, 48,8 % gerieten aufgrund von Verletzungen in Gefangenschaft und 79 % aller rekrutierten ausländischen Söldner wollen im Rahmen von Gefangenenaustauschen nach Russland zurückkehren.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die Zahlen wurden von einer ukrainischen staatlichen Stelle – dem Koordinationsstab für die Behandlung von Kriegsgefangenen – gemeinsam mit dem Projekt "Ich will leben" veröffentlicht. Die Präsentation im Rahmen der internationalen Konferenz "Crimea Global" in der Ukraine betont, dass Russland Ausländer mit Geld und der Aussicht auf Staatsbürgerschaft lockt, in Kämpfe schickt und nach einer Gefangennahme im Stich lässt. Die ukrainische Berichterstattung rückt die Ausbeutung ausländischer Bürger durch russische Strukturen in den Mittelpunkt und stellt die Rekrutierungswellen in Afrika und Lateinamerika als Beleg für die globale Dimension des Krieges dar.

Hintergrund

Die jährliche Rekrutierung ausländischer Staatsbürger durch Russland ist von 94 Personen im Jahr 2022 auf 4.067 (2023), 8.877 (2024) und 16.085 (2025) gestiegen. Die größten absoluten Zahlen an Rekrutierungen kamen aus Usbekistan, Tadschikistan und Belarus.