Kiews Militärgeheimdienst: Russland hat über 28.000 ausländische Söldner rekrutiert
Der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes (HUR), Generalleutnant Oleh Ivaschtschenko, hat in einem Interview mit der Times erklärt, Russland habe nach Schätzungen seiner Behörde mehr als 28.000 ausländische Söldner für den Kampf gegen die Ukraine angeworben. Die Mehrheit stammt demnach aus afrikanischen Staaten. Kieu versuche, die Rekrutierung durch Informationsaustausch mit ausländischen Sicherheitsdiensten und nicht-kinetische Operationen einzudämmen.
Das Wichtigste
- HUR-Chef Generalleutnant Oleh Ivaschtschenko nannte die Zahl in einem Interview mit der Times.
- Mehr als 28.000 ausländische Söldner seien rekrutiert worden, die Mehrheit aus afrikanischen Ländern.
- Den Rekrutierten wird den Angaben zufolge hohe Bezahlung in Aussicht gestellt.
- Bisher dokumentierte Fälle betreffen Bürger aus Nepal, Indien, Syrien, Serbien und Somalia; im April 2025 wurden zwei chinesische Staatsbürger gefangen genommen.
- Laut HUR will Russland 2026 auch Bürger aus Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan, Tadschikistan, Bangladesch, Tschad, Sudan und Burundi anwerben.
- In der russischen Region Kursk sind nach Schätzungen rund 8.000 nordkoreanische Soldaten stationiert, diese Zahl könnte auf etwa 50.000 steigen.
Was geschehen ist
Der Leiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes (HUR), Generalleutnant Oleh Ivaschtschenko, hat in einem Interview mit der britischen Zeitung The Times erklärt, Russland habe nach Schätzungen seiner Behörde mehr als 28.000 ausländische Söldner für den Krieg gegen die Ukraine rekrutiert. Die Mehrheit der angeworbenen Personen stamme aus afrikanischen Staaten; ihnen werde hohe Bezahlung in Aussicht gestellt. Ivaschtschenko verwies zudem auf bereits dokumentierte Fälle aus Nepal, Indien, Syrien, Serbien und Somalia sowie auf die im April 2025 bekanntgewordene Gefangennahme zweier chinesischer Staatsbürger in der Region Donezk, die auf Seiten Russlands gekämpft hatten. Konkrete Zahlen nannte er auch für einzelne Länder: 459 Peruaner seien angeworben worden, von denen 11 gefallen seien; aus Armenien seien bis Mai mindestens 204 tote oder vermisste Kämpfer zu beklagen; ein kenianischer Abgeordneter sprach gegenüber Le Monde von über 1.000 kenianischen Teilnehmern am Krieg. Laut HUR will Russland 2026 gezielt Bürger aus Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan und Tadschikistan sowie aus Bangladesch, Tschad, Sudan, Burundi und weiteren afrikanischen Staaten anwerben. Zudem habe Russland im Januar 2026 ein Netzwerk aufgedeckt, das Bürgern aus Bangladesch mit angeblich zivilen Stellenangeboten gelockt und anschließend an die Front geschickt habe. Im Januar 2026 wurde in Indien das Verschwinden von 26 Männern untersucht, die demnach in betrügerische Verträge mit Russland gelockt worden waren. Die Ukraine versuche, die Rekrutierung durch Informationsaustausch mit ausländischen Sicherheits- und Geheimdiensten sowie durch nicht-kinetische Operationen zur Aufklärung der Bevölkerung in den betroffenen Ländern einzudämmen.
Hintergrund
Bis Ende März hatte der ukrainische Koordinierungsstab nach Angaben aus den vorliegenden Fakten 10.000 lebende und verstorbene Söldner identifiziert und Hunderte weitere in ukrainischer Gefangenschaft. Bereits zuvor waren Fälle von Rekrutierung aus Nepal, Indien, Syrien, Serbien und Somalia dokumentiert worden; im April 2025 hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj die Gefangennahme zweier chinesischer Staatsbürger in der Region Donezk bekannt gegeben. Ivaschtschenkos Interview mit der Times ist die Ausgangsquelle für die konsolidierten Zahlen, die in den vorliegenden ukrainischen Medienberichten aufgegriffen wurden. Ivaschtschenko verwies in dem Interview zudem auf die wachsende militärische Zusammenarbeit Russlands mit Nordkorea: nach Schätzungen des HUR sind derzeit rund 8.000 nordkoreanische Soldaten in der russischen Region Kursk stationiert, eine Zahl, die laut Geheimdienst auf etwa 50.000 steigen könnte; Nordkorea liefere weiterhin Raketen an Russland.