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Tsichanouskaja: Lukaschenko stellt Putin weiterhin belarusisches Territorium und Infrastruktur für Angriffe auf die Ukraine zur Verfügung

Die belarusische Oppositionsführerin Swjatlana Tsichanouskaja hat am Rande der UN-Generalversammlung in New York erklärt, der belarusische Machthaber Alexander Lukaschenko sei bereit, Russland weiterhin belarusisches Territorium, Logistik und Infrastruktur für Angriffe auf die Ukraine von der Nordgrenze aus zu überlassen. Sie warnte, eine solche Eskalation könne sich auch gegen europäische Länder richten, und bezeichnete die Beziehung zwischen Lukaschenko und Putin als „symbiotische Freundschaft“.

Das Wichtigste

  • Tsichanouskaja sprach am Rande der UN-Generalversammlung in New York mit Ukrinform.
  • Sie sagte, Lukaschenko sei bereit, Russland belarusisches Territorium, Logistik und Infrastruktur für Angriffe auf die Ukraine von der Nordgrenze aus bereitzustellen.
  • Sie warnte, belarusische Eskalation oder Provokationen könnten sich auch gegen EU-Länder richten.
  • Sie antwortete auf die Frage, ob Lukaschenko aus Angst vor Putin handele, mit Ja – und fügte hinzu, dies entschuldige seine Politik nicht.
  • Nach ihren Angaben nutzt Russie belarusische Infrastruktur, darunter Logistik und Antennen zur Drohnensteuerung; Retranslatoren würden auch an der Grenze zu EU-Staaten installiert.
  • Sie erklärte, Hoffnungen, Lukaschenko von Putin zu lösen, seien vergeblich, da zwischen ihnen eine „symbiotische Freundschaft“ bestehe.
  • Am 21. September fand im Rahmen der Woche hoher Ebene der Generalversammlung die von Lettland und der EU organisierte Ministerkonferenz „Belarus: Mittäter Russlands im Krieg gegen die Ukraine und Bedrohung für die internationale Sicherheit“ statt, an der Tsichanouskaja teilnahm.

Warum es wichtig ist

Tsichanouskaja rahmt Belarus als aktiven Mittäter im russischen Krieg gegen die Ukraine und nicht bloß als Aufmarschgebiet für russische Truppen. Sie benennt konkrete belarusische Beiträge – Drohnen-Steuerantennen, Logistik und sanktionsumgehende Dual-Use-Komponenten – und erweitert damit die Grundlage für westliche Sanktionsdebatten. Ihre Warnung, belarusische Provokationen könnten sich auch gegen EU- und NATO-Länder richten, verlagert das Bedrohungsbild über die ukrainische Nordgrenze hinaus. Ihre Einschätzung, Lukaschenko lasse sich nicht von Putin lösen, hat Folgen für die Ukraine-bezogene Diplomatie am UN-Sitz in New York.

Was geschehen ist

Die belarusische Oppositionsführerin Swjatlana Tsichanouskaja äußerte sich am Rande der UN-Generalversammlung in New York gegenüber Ukrinform über die Rolle von Alexander Lukaschenko im russischen Krieg gegen die Ukraine. Sie erklärte, Lukaschenko sei bereit, Wladimir Putin weiterhin belarusisches Territorium, Logistik und Infrastruktur für Angriffe auf die Ukraine von der Nordgrenze aus zur Verfügung zu stellen. Sie beschrieb die Beziehung zwischen beiden als „symbiotische Freundschaft“ und wies Hoffnungen zurück, Lukaschenko von Putin abzubringen. Auf die Frage, ob Lukaschenko aus Angst vor Putin handle, antwortete sie bejahend, betonte aber, dies rechtfertige seine Politik nicht. Tsichanouskaja sagte, Lukaschenko würde einen russischen Sieg bevorzugen; eine ukrainische Erfolg wäre für ihn eine Katastrophe, da ein geschwächter Putin weniger Stütze für sein Regime bedeute. Sie warnte, belarusische Eskalation oder Provokationen könnten sich nicht nur gegen die Ukraine, sondern auch gegen europäische Länder richten, und verwies auf Retranslatoren, die nicht nur entlang der belarusisch-ukrainischen Grenze, sondern auch an der Grenze zu EU-Staaten installiert würden. Russland nutze bereits belarusische Infrastruktur, darunter Logistik und Antennen zur Steuerung von Drohnen. Tsichanouskaja nannte zudem 500–600 belarusische Unternehmen, die Optik und Mikrochips herstellten, Komponenten unter Umgehung der Sanktionen für die russische Kriegsmaschinerie beschafften und Russland mit Ölprodukten versorgten. Der Hintergrund: Am 21. September fand im Rahmen der UN-Generalversammlungswoche die von Lettland und der EU organisierte Ministerkonferenz „Belarus: Mittäter Russlands im Krieg gegen die Ukraine und Bedrohung für die internationale Sicherheit“ statt, an der Tsichanouskaja teilnahm.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Beide ukrainische Quellen – die Agentur Ukrinform und ein ukrainisches Medium – berichten ausführlich über Tsichanouskajas Aussagen und zeichnen Belarus als willigen Mittäter, der Territorium, Infrastruktur und duale Industrieprodukte für Russlands Krieg bereitstellt. Im Vordergrund steht die ukrainische Perspektive: Angriffe von der Nordgrenze, Sanktionsumgehung zugunsten Russlands und die Warnung, belarusische Eskalation könne auch andere europäische Länder betreffen.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die beiden ukrainischen Quellen unterscheiden sich leicht in der Wiedergabe von Tsichanouskajas Aussagen: Eine formuliert knapp, Belarus stelle „Territorium für Angriffe auf die Ukraine" bereit; die andere erweitert dies um „Infrastruktur" und ergänzt die Zuschreibung, Lukaschenko werde dies „mit Vergnügen" tun.

Hintergrund

Am 21. September organisierten Lettland und die EU im Rahmen der Woche hoher Ebene der UN-Generalversammlung die Ministerkonferenz „Belarus: Mittäter Russlands im Krieg gegen die Ukraine und Bedrohung für die internationale Sicherheit“, an der die Ukraine und andere Staaten teilnahmen. Anfang September hatte Tsichanouskaja bereits öffentlich erklärt, Russland könne belarusisches Territorium und militärische Infrastruktur für Provokationen gegen NATO-Länder nutzen.