Wadephul und Lawrow treffen sich am Rande der UN-Generalversammlung – erstes deutsch-russisches Außenministertreffen seit 2022
Die Außenminister Deutschlands und Russlands, Johann Wadephul und Sergej Lawrow, haben sich am 26. September am Rande der UN-Generalversammlung in New York getroffen. Es war das erste Treffen auf dieser Ebene seit Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine 2022. Wadephul erklärte danach, er habe bei der russischen Delegation keine Bereitschaft erkannt, auf seinen Appell zu Verhandlungen über ein Kriegsende einzugehen.
Das Wichtigste
- Treffen am 26. September in New York am Rande der UN-Generalversammlung
- Erstes Außenministertreffen zwischen Deutschland und Russland seit Beginn der russischen Vollinvasion 2022
- Nach Angaben des russischen Außenministeriums dauerte das Gespräch etwas mehr als 20 Minuten
- Treffen fand auf Initiative der deutschen Seite statt
- Wadephul erklärte, er habe keine Bereitschaft der russischen Seite erkannt, in Verhandlungen über ein Kriegsende einzutreten
- Wadephul sprach den Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen an und nannte ihn einen Bruch einer roten Linie
- Nach dem Gespräch führte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha ein Telefongespräch mit Wadephul
Warum es wichtig ist
Es ist der erste direkte Kontakt auf Ebene der Außenminister zwischen Deutschland und Russland seit Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine. Das Treffen fiel in die laufende Sitzungsperiode der UN-Generalversammlung und damit in eine Phase verstärkter internationaler diplomatischer Aktivität zum Krieg in der Ukraine.
Was geschehen ist
Die Außenminister Deutschlands und Russlands, Johann Wadephul und Sergej Lawrow, trafen sich am 26. September am Rande der UN-Generalversammlung in New York. Nach Angaben des russischen Außenministeriums, das auch auf die Initiative der deutschen Seite verwies, dauerte das Gespräch etwas mehr als 20 Minuten und behandelte die Lage um die Ukraine sowie bilaterale Beziehungen. Es war das erste Außenministertreffen zwischen beiden Ländern seit Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine im Jahr 2022. Wadephul erklärte anschließend, zwischen den Regierungen beider Länder bestünden prinzipielle Differenzen; er habe bei der russischen Delegation keine Bereitschaft erkannt, seinen Appell zu Verhandlungen über ein Kriegsende aufzunehmen, und Russland sei aus seiner Sicht nicht bereit, den Krieg zu beenden. Er habe zudem den Vorfall mit einer Drohne am Leipziger Flughafen angesprochen, dies als Überschreitung einer roten Linie bezeichnet und angekündigt, dass Deutschland jederzeit reagieren werde. Lawrow wies die deutschen Vorwürfe einer russischen Verwicklung in den Drohnenvorfall zurück und erklärte laut russischer Lesart, Wadephul habe zu Konzessionen an der ukrainischen Front sowie zu einer Regelung im Schwarzen Meer für den freien Durchgang von Tankern und Frachtschiffen aufgerufen. Im Anschluss an das Treffen führte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha ein Telefongespräch mit Wadephul.
Wo die Berichte auseinandergehen
Wadephul erklärte, er habe mit Lawrow nicht über die Zukunft der Ukraine verhandelt, da diese Frage von den Ukrainern selbst zu entscheiden sei. Lawrow stellte das Treffen hingegen so dar, dass Wadephul zu ukrainischen Konzessionen und zu einer Regelung im Schwarzen Meer für die freie Durchfahrt von Tankern und Frachtschiffen aufgerufen habe. Beim Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen bezeichnete Wadephul die Vorfälle als Bruch einer roten Linie und Last Berlin auf russischer Verantwortung; Lawrow wies die Vorwürfe einer russischen Verwicklung zurück.
Hintergrund
Das vorherige Treffen der Außenminister Russlands und Deutschlands hatte am 18. Januar 2022 in Moskau stattgefunden, als das deutsche Außenministerium noch von Annalena Baerbock geleitet wurde. Dieser Besuch erfolgte vor dem Hintergrund einer wachsenden Konzentration russischer Truppen an der Grenze zur Ukraine und US-Geheimdiensterkenntnissen über eine mögliche russische Vorbereitung eines Angriffs.