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Selenskyj und Trump sprechen in New York über Waffenstillstand – Russland lehnt Energie-Deal ab

Am Rande der UN-Generalversammlung in New York trafen sich Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump am 22. September, um Wege zur Deeskalation des russisch-ukrainischen Krieges zu erörtern. Die Ukraine erklärte ihre Bereitschaft zu begrenzten Waffenstillständen in den Bereichen Energie, Getreide und Seefahrt unter der Bedingung der Gegenseitigkeit. Russland wies den vorgeschlagenen Energie-Waffenstillstand laut ISW-Analyse faktisch zurück. Als mögliche Plattform für ein trilaterales Treffen bleibt der G20-Gipfel in Miami am 14.–15. Dezember, Putins Teilnahme ist jedoch ungewiss.

Das Wichtigste

  • 22. September 2026: Treffen zwischen Selenskyj und Trump am Rande der UN-Generalversammlung in New York
  • Ukraine ist bereit zu begrenzten Waffenstillständen in den Bereichen Energie, Getreide und Seefahrt unter der Bedingung der Gegenseitigkeit
  • Russland wies den vorgeschlagenen Energie-Waffenstillstand laut Kreml und ISW-Analyse faktisch zurück
  • Die USA haben Russland offiziell zum G20-Gipfel in Miami (14.–15. Dezember) eingeladen; Putin hat noch nicht zugesagt
  • Die USA schlagen drei konkrete Deeskalationsschritte vor: Energie-Waffenstillstand, Wiederherstellung des Schwarzmeer-Getreidekorridors und trilaterales Treffen
  • Das „Anchorage-Rahmenwerk" zur Anerkennung russischer Souveränität über besetzte Gebiete ist nach Angaben beider Seiten nicht mehr Teil der Verhandlungen
  • Spezialgesandte Witkoff und Kushner pausieren für einige Wochen, um mit Russland und Partnern zu verhandeln

Warum es wichtig ist

Das New Yorker Treffen war der hochrangigste US-ukrainische Kontakt während der Woche der UN-Generalversammlung und prägte den Verlauf der Kriegsbeendigungsdiplomatie. Die ukrainische Bereitschaft zu begrenzten, gegenseitigen Waffenstillständen verengte den Rahmen akzeptabler Regelungen, während Russlands faktische Ablehnung des Energie-Waffenstillstands und sein Festhalten an maximalistischen Forderungen die Verhandlungen blockierten. Putins formelle Einladung zum G20-Gipfel in Miami am 14.–15. Dezember – mit ungewisser Antwort – spaltete die westlichen Reaktionen hinsichtlich der Legitimität russischer Teilnahme während des andauernden Krieges. Die öffentliche Abkehr vom „Anchorage-Rahmenwerk" durch Selenskyj und US-Außenminister Rubio entfernte das Szenario einer de-facto-Anerkennung russischer Souveränität über besetzte Gebiete aus den Gesprächen.

Was geschehen ist

Am 22. September 2026 trafen sich Präsident Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump am Rande der 81. UN-Generalversammlungs-Sitzung in New York. Selenskyj bezeichnete das Treffen als „positiv" und „produktiv". Beide Seiten erklärten, die Beendigung des Krieges vor dem Winter anzustreben. Selenskyj erklärte die Bereitschaft der Ukraine zu begrenzten Waffenstillständen in den Bereichen Energie, Getreide und Seefahrt unter der Bedingung der Gegenseitigkeit und sagte, dass die Ukraine bereit sei, Angriffe auf russische Energieinfrastruktur einzustellen, wenn Russland im Gegenzug ukrainische kritische Infrastruktur, Lebensmittelexporte und den Energiesektor verschone.

US-Außenminister Marco Rubio traf am 23. September den russischen Außenminister Sergej Lawrow am Rande der UN-Generalversammlung und erklärte danach, dass sowohl die Ukraine als auch Russland Interesse an einem begrenzten Waffenstillstand in den Bereichen Getreide und Energie bekundet hätten. Kremlsprecher Dmitri Peskow wies den Vorschlag eines Energie-Waffenstillstands jedoch zurück und antwortete auf die Frage, ob westliche Erklärungen dazu nur Rhetorik seien, mit „absolut". Lawrow erklärte am selben Tag vor dem UN-Sicherheitsrat, Russland werde seine sogenannte „SVO" für Verhandlungen „in keinem Format" pausieren. Das Institute for the Study of War (ISW) kam am 23. September in seiner Analyse zum Schluss, Russland habe den US-ukrainischen Vorschlag für einen Energie-Waffenstillstand effektiv abgelehnt und bleibe seinen maximalistischen Kriegszielen verpflichtet.

Selenskyj erklärte, der G20-Gipfel in Miami am 14.–15. Dezember könne eine Plattform für ein trilaterales Treffen zwischen der Ukraine, den USA und Russland mit einem „realen Ergebnis" sein. Rubio gab bekannt, dass die USA Russland offiziell zum G20-Gipfel eingeladen hätten. Peskow erklärte am 24. September, Russland sei für die Einladung dankbar und werde die Teilnahme über diplomatische Kanäle klären. Bloomberg berichtete unter Berufung auf kremlnahe Quellen, Putin werde den G20-Gipfel in Miami wahrscheinlich auslassen und stattdessen am APEC-Forum in China teilnehmen – erstmals seit 2017.

Selenskyj erklärte zudem, die sogenannten „Anchorage-Verständigungen" – die eine Anerkennung der russischen Souveränität über die Krim, die Gebiete Donezk und Luhansk sowie besetzte Teile der Gebiete Cherson und Saporischschja im Rahmen des „3+2"-Formats vorgesehen hätten – seien nicht mehr Teil des Verhandlungsprozesses. Die Spezialgesandten Steve Witkoff und Jared Kushner nehmen sich mehrere Wochen Pause, um mit Russland und Partnern über mögliche Formate zur Beendigung des Krieges zu verhandeln.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Der verfügbare Artikelbestand besteht ausschließlich aus ukrainischsprachigen Medien ukrainischer Herkunft; eine substanzielle Vergleichsperspektive internationaler Medien lässt sich aus dem vorliegenden Material nicht ableiten.

Wo die Berichte auseinandergehen

Ob ein trilaterales Treffen zwischen Ukraine, USA und Russland zum Energie-Waffenstillstand am 24. September in New York tatsächlich stattfand, ist umstritten: ZN.UA berichtete unter Berufung auf diplomatisches Quellenmaterial über ein geplantes Treffen mit namentlich genannten Teilnehmern (Budanow, Umerow, Kuschner, Witkoff, Dmitrijew), während das Präsidialamt der Ukraine erklärte, die ukrainische Delegation sei bereits auf dem Heimweg und die Medien verfügten über keine Quellen in der Delegation.

Ob die Parteien einem Energie-Waffenstillstand zugestimmt hatten, ist ebenfalls umstritten: Trump erklärte am 14. September, die Ukraine und Russland hätten vereinbart, sich gegenseitig nicht mehr Energieanlagen anzugreifen; Selenskyj und andere Berichte stellen hingegen fest, dass die ukrainische Zusage an Gegenseitigkeit und Verifikation geknüpft sei und keine bindende Vereinbarung bestehe.

Ob Russland Interesse an einem begrenzten Energie-/Getreide-Waffenstillstand bekundete, ist umstritten: Rubio erklärte am 23. September, beide Seiten hätten Interesse gezeigt, während Peskows Antwort und die ISW-Analyse zum Schluss kamen, Russland habe den Vorschlag effektiv abgelehnt und bleibe seinen maximalistischen Forderungen verpflichtet.

Putins Teilnahme am G20-Gipfel in Miami ist umstritten: Rubio erklärte, die USA hofften auf seine Teilnahme; Peskow sprach von Dankbarkeit und Entscheidung über diplomatische Kanäle; Bloomberg berichtete, Putin werde den Gipfel wahrscheinlich auslassen; ein weiterer Bericht verwies darauf, dass Putin den Vorschlag für trilaterale Gespräche am Rande des G20 abgelehnt habe.

Hintergrund

Die UN-Generalversammlung fand am 22.–23. September 2026 in New York statt und bildete den Rahmen für das Trump-Selenskyj-Treffen sowie das Rubio-Lawrow-Treffen. Frühere Runden der US-vermittelten Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA hatten Anfang 2026 in Abu Dhabi stattgefunden, wobei das letzte trilaterale Treffen auf Delegationsebene im Februar vor dem Krieg mit Iran abgehalten wurde. Die „Anchorage-Verständigungen"/das „3+2"-Format beziehen sich auf Vorschläge, die bei einem Trump-Putin-Gipfel in Anchorage im August 2025 diskutiert wurden und eine Anerkennung der russischen Souveränität über die Krim, die Gebiete Donezk und Luhansk sowie Teile der Gebiete Cherson und Saporischschja entlang der tatsächlichen Kontaktlinie vorgesehen hätten.