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US-Ukraine-Europa-Treffen in Miami endet vorzeitig, Selenskyj kritisiert Trump-Deal mit Putin zu Dieselexporten

Am Freitag, den 9. Oktober, traf sich in Miami eine Delegation aus den USA, der Ukraine, europäischen Staaten und der NATO, um Wege zur Deeskalation und zur Beendigung des Krieges vor Winterbeginn zu erörtern. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff bezeichnete das Treffen als konstruktiv; ein geplanter zweiter Verhandlungstag fand nicht statt. Am selben Tag kündigte US-Präsident Donald Trump eine Vereinbarung mit Wladimir Putin über russische Dieselexporte an, die der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj scharf kritisierte.

Das Wichtigste

  • Treffen in Miami am 9. Oktober mit Vertretern der USA, der Ukraine, Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands, der EU-Kommission und der NATO.
  • US-Sondergesandter Steve Witkoff und Jared Kushner präsentierten nach Axios-Informationen neue Vorschläge zur Überwindung der diplomatischen Sackgasse.
  • Treffen endete vorzeitig; ein zweiter Verhandlungstag am 10. Oktober fand nicht statt.
  • Themen: Vorbereitung auf den Winter, Energieresilienz, Getreideexporte, Sicherheitsgarantien, langfristige Sicherheitsarchitektur, Wiederaufbau, EU-Beitritt der Ukraine.
  • Ukrainische Delegation: David Arakhamia, Rustem Umerow, Kyrylo Budanow und Serhij Kyslyzya.
  • Trump kündigte am 9. Oktober Vereinbarung mit Putin über millionen Tonnen russisches Diesel auf dem Weltmarkt an; US-Finanzministerium erließ befristete Lizenz bis 7. April 2027.
  • Selenskyj warf Trump vor, der Ukraine Verhandlungsteam werde ‚als Deckmantel‘ benutzt; Rubio erklärte diplomatische Beendigung des Krieges derzeit als ‚unerreichbar‘.

Warum es wichtig ist

Das Miami-Treffen war die jüngste multilaterale Initiative zur Suche nach einem diplomatischen Weg zur Beendigung des Krieges vor Winterbeginn. Dass kein zweiter Verhandlungstag stattfand und dass die USA am selben Tag Sanktionserleichterungen für russische Dieselexporte ankündigten, untergrub aus ukrainischer Sicht den Wert der Gespräche. Die gleichzeitigen Aussagen von Rubio, ein diplomatischer Ausgang sei ‚unerreichbar‘, und von Putins Berater Uschakow, Russland lehne Friedensgespräche ab, verdeutlichen die auseinanderlaufenden Lesarten des Fortschritts zwischen Washington und Moskau.

Was geschehen ist

Am Freitag, den 9. Oktober, kam in Miami eine Delegation der USA, der Ukraine, Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands, der EU-Kommission und der NATO zusammen. Auf der Tagesordnung standen die Vorbereitung auf den Winter, die Energieresilienz der Ukraine, Getreideexporte, Sicherheitsgarantien, langfristige Sicherheitsarchitektur für die Ukraine und Europa, die Verhinderung künftiger Konflikte, der Wiederaufbau, der wirtschaftliche Wiederaufbau der Ukraine und ihr EU-Beitritt. Die US-Seite vertraten Sondergesandter Steve Witkoff und Jared Kushner, die ukrainische David Arakhamia (Fraktionsvorsitzender ‚Diener des Volkes‘), Rustem Umerow (Leiter des Auslandsnachrichtendienstes), Kyrylo Budanow (Leiter des Präsidialamtes) und Serhij Kyslyzya (erster stellvertretender Leiter des Präsidialamtes). Witkoff bezeichnete das Treffen als konstruktiv und produktiv; ein zweiter Verhandlungstag am 10. Oktober wurde abgesagt. Axios hatte zuvor berichtet, Witkoff und Kushner wollten neue Vorschläge zur Überwindung der diplomatischen Sackgasse vorlegen. Am selben Tag gab US-Präsident Donald Trump bekannt, sich mit Wladimir Putin auf die Lieferung von Millionen Tonnen russischem Dieselkraftstoff auf den Weltmarkt geeinigt zu haben; das US-Finanzministerium erließ dazu eine befristete Lizenz bis zum 7. April 2027. Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte diese Entscheidung als zusätzliches Geld für Russlands Krieg und als ‚schwache Entscheidung starker Partner‘ und sagte, die ukrainische Delegation werde ‚als Deckmantel‘ benutzt. US-Außenminister Marco Rubio erklärte, eine diplomatische Beendigung des Krieges sei derzeit ‚unerreichbar‘; der Kreml-Berater Juri Uschakow sagte, Putin habe Friedensgespräche in seinem Telefonat mit Trump abgelehnt.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Medien stellten Selenskyjs scharfe Kritik an Trumps Diesel-Deal und seine Aussage in den Vordergrund, die ukrainische Delegation werde ‚als Deckmantel‘ benutzt. Sie hoben zudem das vorzeitige Ende des Treffens und den ausgefallenen zweiten Verhandlungstag als wichtiges Signal hervor. Ukrainische Vertreter erklärten sich zugleich bereit, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, sofern Moskau seine massiven Angriffe auf ukrainische Energie- und zivile Infrastruktur beende.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Die einzige internationale Quelle in englischer Sprache (APA, Aserbaidschan) konzentrierte sich auf Witkoffs positive Bewertung und führte die substanziellen Tagesordnungspunkte — Energieresilienz, Sicherheitsgarantien, Wiederaufbau, EU-Beitritt — auf, ohne Selenskyjs Kritik am Diesel-Deal in den Vordergrund zu rücken. Sie rahmte das Treffen als konstruktiven Schritt zur Deeskalation vor den kommenden US-Russland-Kontakten.

Wo die Berichte auseinandergehen

Offen ist, welche Rolle die ukrainische Delegation in Miami tatsächlich spielte: Selenskyj sagte, sie werde ‚als Deckmantel‘ benutzt, während US-Sondergesandter Witkoff das Treffen als konstruktiv und produktiv darstellte. Eine zweite Differenz betrifft die Frage, ob diplomatischer Fortschritt überhaupt möglich ist — Witkoff sprach von Richtungen für die weitere Arbeit vor den US-Russland-Kontakten, Rubio erklärte eine diplomatische Beendigung des Krieges als derzeit ‚unerreichbar‘, und der Kreml-Berater Juri Uschakow sagte, Putin habe Friedensgespräche in seinem Telefonat mit Trump abgelehnt.

Hintergrund

Das vorherige trilaterale Treffen Ukraine-USA-Russland hatte am 26. Februar 2026 in Genf stattgefunden; weitere Runden waren wegen der US-israelischen Militäroperation gegen den Iran mehrfach verschoben worden. Teilnehmer in Miami waren Vertreter der USA, der Ukraine, Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands, der EU-Kommission und der NATO. Republikanischer Kongressabgeordneter Don Bacon kritisierte die Entscheidung der Trump-Regierung als Unterstützung der russischen Kriegswirtschaft, der demokratische Senator Richard Blumenthal bezeichnete sie als Schande und nannte sie für Russland und China vorteilhaft.