Veröffentlicht am · Aktualisiert:

Trump ruft bei UN-Generalversammlung zur Beendigung des Ukraine-Kriegs auf und droht mit „Graham-Gesetz“

Bei der UN-Generalversammlung in New York hat US-Präsident Donald Trump am 22. September erklärt, der russisch-ukrainische Krieg werde „schneller enden, als die Menschen ahnen“, und die USA arbeiteten „sehr eng“ mit den Leitern Russlands und der Ukraine zusammen. Er verwies auf das von ihm unterzeichnete Sanktionsgesetz, das er als „Lindsey-Graham-Gesetz“ bezeichnete, und kündigte an, es notfalls anzuwenden, um „das Töten zu beenden“. Am selben Abend war ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in New York geplant.

Das Wichtigste

  • Trump sagte am 22. September vor der UN-Generalversammlung in New York, der Krieg zwischen Russland und der Ukraine werde „schneller enden, als die Menschen ahnen“
  • Er erklärte, die USA arbeiteten „sehr eng“ mit den Leitern Russlands und der Ukraine zusammen, um den Krieg zu beenden
  • Trump verwies auf das von ihm unterzeichnete Sanktionsgesetz („Lindsey-Graham-Gesetz“), das ihm weitreichende Befugnisse zur Verhängung von Zöllen gibt, und kündigte an, es notfalls anzuwenden
  • Beim Betrag des UN-Gebäudes antwortete Trump auf die Frage nach einer Botschaft an den russischen Machthaber Wladimir Putin mit: „Beendet den Krieg“
  • Ein Treffen zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj war für den 22. September um 20:15 Uhr Kiewer Zeit geplant
  • Trump erklärte, die Ukraine und Russland hätten sich nach seinen Angaben geeinigt, die Energieinfrastruktur des jeweils anderen nicht anzugreifen; Selenskyj knüpfte eine ukrainische Beteiligung an Garantien der Partner
  • Russland hat sich öffentlich nicht bereit erklärt, die Kampfhandlungen einzustellen

Warum es wichtig ist

Trumps Auftritt vor der UN-Generalversammlung ist seine prominenteste öffentliche Rahmung des Kriegsverlaufs seit seinem Amtsantritt und prägt den Ton für sein am selben Abend geplantes Treffen mit Selenskyj. Indem er das unterzeichnete „Graham-Gesetz“ als Druckhebel gegen Russland ins Spiel brachte, signalisierte er eine mögliche Verschärfung der US-Wirtschaftssanktionen. Seine Angabe von rund 25.000 Gefallenen pro Monat auf beiden Seiten untermauerte seinen Appell, „das Töten zu beenden“. Zugleich fallen die Äußerungen in eine Phase laufender Streitigkeiten über Angriffe auf die Energieinfrastruktur; Trump soll die Ukraine Berichten zufolge aufgefordert haben, russische Ölraffinerien nicht mehr anzugreifen.

Was geschehen ist

US-Präsident Donald Trump sprach am 22. September vor der UN-Generalversammlung in New York. Er erklärte, der Krieg zwischen Russland und der Ukraine werde „schneller enden, als die Menschen ahnen“, und die USA arbeiteten „sehr eng“ mit beiden Seiten zusammen, um den Konflikt zu beenden. Er verwies auf ein „neues, mächtiges, vom Kongress verabschiedetes Gesetz zu Ehren von Senator Lindsey Graham“, das ihm weitreichende Befugnisse zur Verhängung von Zöllen einräumt, und kündigte an, dieses notfalls anzuwenden, „um das Töten zu beenden“. Schon beim Betrag des UN-Gebäudes hatte Trump auf die Frage nach einer Botschaft an den russischen Machthaber Wladimir Putin kurz geantwortet: „Beendet den Krieg!“. In seiner Rede dankte er auch First Lady Melania Trump für ihren Einsatz zur Rückführung „vieler vertriebener ukrainischer und russischer Kinder zu ihren Familien“ und behauptete, rund 25.000 Menschen – überwiegend Soldaten – würden monatlich auf dem Schlachtfeld getötet. Für den Abend desselben Tages (20:15 Uhr Kiewer Zeit) war ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in New York geplant. Russland hat sich öffentlich nicht bereit erklärt, die Kampfhandlungen einzustellen.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen widersprechen sich beim Datum der Unterzeichnung des „Lindsey-Graham-Gesetzes“: Eine Quelle nennt den 19. September, eine andere die Nacht vom 18. auf den 19. September, eine dritte spricht lediglich von „letzter Woche“ im Zusammenhang mit einer Würdigung Senator Lindsey Grahams.

Hintergrund

Das Sanktionsgesetz, das sogenannte „Lindsey-Graham-Gesetz“ (HR 5334), wurde im April 2025 von Senator Graham und Senator Blumenthal im Senat eingebracht, im August vom Senat verabschiedet und am 16. September vom Repräsentantenhaus angenommen; es ermöglicht Zölle von bis zu 100 Prozent auf Länder, die russische Energie kaufen, sowie breite Sanktionen gegen russische Amtsträger, Banken, Energieprojekte und Schiffe der „Schattenflotte“. Am 14. September hatte Trump behauptet, die Ukraine und Russland hätten sich geeinigt, die Energieinfrastruktur des jeweils anderen nicht anzugreifen; Selenskyj verknüpfte eine ukrainische Bereitschaft mit Garantien der Partner. Am 20. September sprach Trump telefonisch mit Selenskyj – wenige Stunden nach einem großangelegten ukrainischen Angriff auf eine Moskauer Ölraffinerie – und forderte laut Axios, die Ukraine solle solche Angriffe einstellen. Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte, er habe am Rande der UN-Generalversammlung mit Trump über einen Energie-Waffenstillstand zwischen Kiew und Moskau gesprochen. Während des Besuchs in New York waren ein Gipfel der internationalen Krim-Plattform und die Unterzeichnung eines „Drone Deal“ zwischen den USA und der Ukraine geplant.