Putin plant offenbar Fernbleiben vom G20-Gipfel in Miami und Besuch des APEC-Gipfels in China
Berichten zufolge will der russische Präsident Wladimir Putin den G20-Gipfel im Dezember in Miami wahrscheinlich auslassen und stattdessen am APEC-Gipfel im November in China teilnehmen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte vorgeschlagen, Putin am Rande des G20 zu treffen – was Putin zurückwies. Als Gründe für die eingeschränkte Reisefähigkeit Putins gelten Sanktionen, Sicherheitsbedenken und ein 2023 vom IStGH ausgestellter Haftbefehl.
Das Wichtigste
- Putin wird den G20-Gipfel am 14.–15. Dezember in Miami laut Bloomberg-Berichten wahrscheinlich auslassen.
- Putin plant stattdessen die persönliche Teilnahme am APEC-Gipfel am 18.–19. November in Shenzhen – seine erste persönliche APEC-Teilnahme seit 2017.
- Putin wies Selenskyjs Vorschlag zurück, sich am Rande des G20 in den USA zu Gesprächen über ein Kriegsende zu treffen.
- Der IStGH hatte 2023 wegen der rechtswidrigen Deportation ukrainischer Kinder einen Haftbefehl gegen Putin erlassen; dies wird als Reiseeinschränkung genannt.
- Russische Beamte rechnen Berichten zufolge nicht mit Fortschritten bei Waffenstillstandsverhandlungen vor dem G20-Gipfel.
- Kremlsprecher Dmitri Peskov reagierte nicht auf eine Bloomberg-Anfrage.
- Selenskyj ist am 22. September in New York zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump am Rande der UN-Generalversammlung.
Warum es wichtig ist
Putins voraussichtliches Fernbleiben beseitigt ein mögliches persönliches Treffen mit Selenskyj und Trump beim G20 in Miami und damit einen diplomatischen Moment mit hoher Sichtbarkeit mitten im Krieg. Die berichtete Enttäuschung des Kremls über Trumps Gesandte Steve Witkoff und Jared Kushner deutet auf eine mögliche Abkühlung der US-russischen Bemühungen um eine Waffenruhe vor dem Gipfel hin. Der IStGH-Haftbefehl aus dem Jahr 2023 wegen der Verschleppung ukrainischer Kinder wird als Einschränkung seiner Auslandsreisen und als wahrscheinlicher Faktor für sein Fernbleiben genannt.
Was geschehen ist
Bloomberg und andere Medien berichten, dass Wladimir Putin den G20-Gipfel am 14.–15. Dezember 2026 in Miami, Florida – geplant im Golfresort von Präsident Donald Trump – wahrscheinlich auslassen wird. Stattdessen plant er die persönliche Teilnahme am APEC-Gipfel am 18.–19. November in Shenzhen, China, unter dem Vorsitz von Xi Jinping. Es wäre Putins erste persönliche APEC-Teilnahme seit 2017; an einem G20-Gipfel nahm er zuletzt 2019 teil. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte vorgeschlagen, Putin am Rande des G20 zu treffen, was Putin zurückwies. Der IStGH-Haftbefehl gegen Putin aus dem Jahr 2023 wegen der rechtswidrigen Deportation ukrainischer Kinder wird als Einschränkung seiner Auslandsreisen genannt. Russische Beamte erwarten Berichten zufolge keine Fortschritte bei Waffenstillstandsverhandlungen vor dem G20, und der Kreml ist zunehmend enttäuscht von Trumps Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner. Kremlsprecher Dmitri Peskov reagierte nicht auf eine Bloomberg-Anfrage. Trump erklärte am 2. September, er habe noch nicht entschieden, ob er Putin einladen werde; im April hatten Medien berichtet, die USA beabsichtigten, ihn einzuladen, ohne dass eine Einladung verschickt worden war.
Wo die Berichte auseinandergehen
In den Fakten wird der Name des ukrainischen Präsidenten uneinheitlich wiedergegeben – teils als «Volodymyr Zelensky», teils als «Volodymyr Zelenskyy». Unklar bleibt zudem, ob Putins Fernbleiben eine eigene Entscheidung ist oder lediglich widerspiegelt, dass keine Einladung verschickt wurde; Trump hatte am 2. September erklärt, er habe noch nicht über eine Einladung entschieden.
Hintergrund
Der G20-Gipfel ist für den 14.–15. Dezember 2026 in Miami, Florida, im Golfresort von Trump geplant; die USA erklärten, Russland könne an allen G20-Verfahren teilnehmen. Der APEC-Gipfel findet am 18.–19. November in Shenzhen unter dem Vorsitz von Xi Jinping statt. Putin nahm zuletzt 2019 an einem G20-Gipfel teil und 2017 persönlich an einem APEC-Gipfel. Im April hatten Medien über eine geplante Einladung an Putin berichtet, ohne dass diese verschickt worden war; Trump erklärte am 2. September, er habe noch nicht entschieden. Trump empfing Putin im August 2025 zu einem Gipfel in Alaska. Der IStGH erließ 2023 wegen der rechtswidrigen Deportation ukrainischer Kinder einen Haftbefehl gegen Putin; 2024 besuchte Putin die Mongolei, obwohl diese Vertragspartei des Römischen Statuts ist.