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SBU nimmt in Odesa ehemaligen Seemann fest – Verdacht auf Spionage für das FSB

Die ukrainische Militärgeheimdienstabteilung hat in Odesa einen ehemaligen Seemann eines Handelsschiffs festgenommen. Ihm wird Verrat und die Unterstützung von Angriffen auf die Stadt vorgeworfen: Er soll dem FSB Informationen über ukrainische Flugabwehrstellungen geliefert und russische Aufklärungsdrohnen auf deren Positionen gelenkt haben.

Das Wichtigste

  • Die SBU nahm den ehemaligen Seemann in Odesa fest.
  • Verdacht: Verrat nach Teil 2 des Artikels 111 des ukrainischen Strafgesetzbuchs – Verrat unter den Bedingungen des Kriegszustands.
  • Der Verdächtige soll dem FSB die Standorte ukrainischer Flugabwehrstellungen übermittelt haben.
  • Er soll russische reaktive Drohnen auf die Stellungen der ukrainischen Flugabwehr gelenkt haben, die den Luftraum Odesas schützt.
  • Die Festnahme erfolgte laut Ermittlern vor den Angriffen auf die ukrainischen Flugabwehrstellungen.
  • Bei der Durchsuchung wurden eine Videokamera und ein Smartphone sichergestellt.
  • Der Verdächtige ist ohne Kaution in Haft; ihm drohen lebenslange Haft und Vermögenskonfiszation.

Warum es wichtig ist

Der Verdächtige soll dem FSB Informationen geliefert haben, mit denen russische Drohnen ukrainische Flugabwehrstellungen in Odesa angreifen konnten. Durch die Festnahme vor den angekündigten Angriffen konnten die Behörden Militärstandorte absichern und die Verteilung der Verteidigungskräfte in Odesa anpassen. Der Fall verdeutlicht zugleich, wie russische Geheimdienste ehemalige Seeleute über frühere lokale Polizeibeamte rekrutieren und über verdeckte Foto- und Videoaufnahmen Ziele in der Stadt erfassen.

Was geschehen ist

Die Militärgeheimdienstabteilung der SBU hat in Odesa einen ehemaligen Seemann eines Handelsschiffs festgenommen. Den Ermittlern zufolge sammelte er Intelligence für das FSB, gab die Standorte ukrainischer Flugabwehrstellungen weiter und lenkte russische reaktive Aufklärungsdrohnen auf die Positionen der Flugabwehr, die den Luftraum Odesas schützt. Bei der Durchsuchung wurden eine Videokamera und ein Smartphone beschlagnahmt, die er für die Informationssammlung und die Kontakte zum FSB genutzt hatte.

Das FSB soll den Mann nach seiner Abmusterung vom Schiff angeworben haben. Als Vermittler diente ein ehemaliger Odesa-Polizeibeamter, der nach Russland übersiedelt ist. Auf Aufträge fuhr er mit dem Fahrrad durch Odesa und die Umgebung und fertigte heimlich Fotos und Videos potenzieller Ziele an. Den Festnahmenort erreichte die SBU am Wohnort des Verdächtigen, bevor es zu Angriffen auf ukrainische Flugabwehrstellungen kam. Militärstandorte im Bereich der russischen Spionageaktivitäten wurden gesichert und die Standorte der Verteidigungskräfte in Odesa verändert.

Der Verdächtige wurde nach Teil 2 des Artikels 111 des ukrainischen Strafgesetzbuchs wegen Verrats unter den Bedingungen des Kriegszustands beschuldigt. Er ist ohne Kaution in Haft; als mögliche Strafe nennt die Ermittlungsbehörde lebenslange Haft mit Vermögenskonfiszation.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die ukrainische Berichterstattung stellt den Fall in den Vordergrund, der die Sicherheit Odesas und den Schutz der Flugabwehrstellungen betrifft. Besonders hervorgehoben werden der Zeitpunkt der Festnahme vor dem Angriff, die anschließende Anpassung der Verteilung der Verteidigungskräfte sowie die Absicherung militärischer Standorte. Zugleich wird der Fall als Teil eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens dargestellt, mit der Rekrutierungskette, den mutmaßlichen Methoden der Informationssammlung, den sichergestellten Geräten, dem Verratsvorwurf und der Haftmaßnahme.

Hintergrund

Der Verdächtige wurde laut Ermittlern von der russischen Spezialdienststelle FSB angeworben, nachdem er von einem Handelsschiff abgemustert worden war. Als Mittelsmann nutzte das FSB seinen Bekannten, einen ehemaligen Odesa-Polizeibeamten, der nach Russland übersiedelt ist. Der Verdächtige soll bei mehreren Gelegenheiten seine Unterstützung für das Kreml-Regime bekundet haben.