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Kiew verliert nach russischen Angriffen vorübergehend Wasser

Russische Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur haben in Kiew und mehreren Regionen zu Stromausfällen geführt. Da die wichtigsten Wasserwerke der städtischen Wasserbetriebe stromlos waren, wurde die Wasserversorgung der Hauptstadt vorübergehend eingestellt. Straßenbahn- und Trolleybusfahrten wurden ebenfalls unterbrochen.

Das Wichtigste

  • In der Nacht zum 3. November fand eine der bislang größten russischen Angriffswellen auf die ukrainische Energieinfrastruktur statt.
  • In Kiew und in der Oblast Kiew wurden wegen beschädigter Anlagen des regionalen Stromnetzes Notabschaltungen angeordnet.
  • Die Hauptwasserwerke des Kiewer Wasserbetriebs waren stromlos, weshalb die Stadt vorübergehend ohne Wasser versorgt wurde.
  • Straßenbahn- und Trolleybusfahrten wurden zeitweise ausgesetzt; Busse übernahmen teilweise die betroffenen Strecken.
  • Punkte zur Wärmeversorgung wurden in den am stärksten betroffenen Kiewer Vierteln eingerichtet.
  • Trinkwasser war während des Ausfalls über öffentliche Brunnenkomplexe verfügbar.
  • Nach Rückkehr der Stromversorgung benötigt das Wassernetz zusätzliche Zeit für den Anlagenstart, die Netzauffüllung und die Stabilisierung des Drucks.

Warum es wichtig ist

Die Angriffe beschädigen Erzeugungs- und Übertragungsanlagen und verschärfen damit die energiewirtschaftliche Lage in mehreren ukrainischen Regionen. In Kiew führte der Stromausfall nicht nur zu einer Unterbrechung der Stromversorgung, sondern auch zum Ausfall der Wasserversorgung und zu Störungen im öffentlichen Verkehr. Für die Wiederherstellung des Wasserdienstes ist nach der Rückkehr des Stroms zusätzliche Zeit erforderlich.

Was geschehen ist

Seit der Nacht zum 3. November griff Russland die ukrainische Energieinfrastruktur in einer der bislang größten Angriffswellen an. Innerhalb des vorangegangenen Tages erfolgten nach Angaben des Energiebetreibers mehr als 20 gezielte Angriffe auf Energieobjekte. In Kiew und in der Oblast Kiew wurden Notabschaltungen angeordnet, nachdem Anlagen des regionalen Stromnetzes beschädigt worden waren. Die daraus resultierenden Ausfälle bei der Stromversorgung führten dazu, dass die Hauptwasserwerke des Kiewer Wasserbetriebs stromlos wurden und die Wasserversorgung der Stadt vorübergehend ausfiel. Zugleich wurde der Betrieb von Straßenbahnen und Trolleybussen gestört; Busse sollten einen Teil der betroffenen Strecken übernehmen, konnten den bisherigen Umfang des Elektrotransports jedoch nicht vollständig kompensieren. Der Kiewer Metropoliten arbeitete zunächst im regulären Betrieb. In besonders betroffenen Stadtteilen wurden Wärmepunkte eingerichtet, an denen Bewohner Mobiltelefone und andere Geräte aufladen und heißen Tee trinken konnten. Trinkwasser stand über Brunnenkomplexe zur Verfügung.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die ukrainische Berichterstattung konzentriert sich vor allem auf die unmittelbaren Folgen für Kiew: den Ausfall der Wasserversorgung, die Unterbrechung des Straßenbahn- und Trolleybusverkehrs, die Notabschaltungen, die eingerichteten Wärmepunkte sowie die Arbeiten von Wasserbetrieb und Energietechnikern an der Wiederherstellung. Hinzu kommen Angaben des Strombetreibers, des Kiewer Wasserbetriebs, des Bürgermeisters und der Luftwaffe zum Ausmaß der Angriffe und der beschädigten Anlagen.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Jahresangaben zum Angriff vom 3. November und zur Unterbrechung der Kiewer Wasserversorgung sind in den Quellen widersprüchlich: Einige Fakten nennen 2024, andere 2025, wieder andere 2026 für die breitere Kampagne gegen die ukrainische Energieinfrastruktur.

Hintergrund

Russland startete Ende September 2026 eine Kampagne gegen die ukrainische Energieinfrastruktur, bevor die Heizsaison begann. Eine unabhängige internationale Kommission der Vereinten Nationen, die Verbrechen im Rahmen des russischen Krieges gegen die Ukraine untersucht, erhob Vorwürfe wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und bezeichnete die Angriffe auf Energieanlagen als gezielte Politik zur Entziehung wichtiger Energieressourcen für die Zivilbevölkerung. Wladimir Putin und die militärische Führung Russlands hatten wiederholt erklärt, die Energieanlagen in der Ukraine gezielt anzugreifen. Anfang Oktober meldeten die Kiewer Behörden die Installation von 700 Generatoren für die Wasser- und Wärmeversorgung. Der Wasserbetrieb verfügte demnach über 94 Generatoren und 27 MW Reserveversorgung für die Wasserversorgung; bis Jahresende waren weitere rund 40 MW vorgesehen. Außerdem bestellte er Reserveversorgung für 13 Pumpstationen im Wert von 615,64 Millionen Hrywnja ohne Ausschreibung, mit einer Lieferfrist bis zum 27. März 2027. Am 3. September unterstützte der Kiewer Stadtrat die Erhöhung des Wasser- und Abwassertarifs von 30,38 auf 63,79 Hrywnja je Kubikmeter. Der Wasserbetrieb hält diesen Tarif für unzureichend und beziffert свою потребу auf etwa 90 Hrywnja je Kubikmeter.