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AfD gewinnt Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit 43,8 Prozent – verfehlt absolute Mehrheit

Die rechtsextreme Alternative für Deutschland (AfD) hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September nach vorläufigen amtlichen Ergebnissen mit 43,8 Prozent der Stimmen gewonnen – das beste Landtagswahlergebnis ihrer Parteigeschichte. Damit verfügt sie über 39 der 83 Sitze, bleibt aber drei Mandate unter der absoluten Mehrheit von 42 Sitzen. Die CDU des amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze stürzte auf 17,2 Prozent und 15 Mandate ab.

Das Wichtigste

  • AfD erhält 43,8 Prozent – etwa doppelt so viel wie 2021 (20,8 Prozent) und bestes Landtagswahlergebnis der Parteigeschichte.
  • 39 von 83 Sitzen im Landtag; für eine absolute Mehrheit wären 42 Sitze erforderlich.
  • Theoretische AfD-plus-BSW-Konstellation kommt auf 44 Sitze – knappe Mehrheit.
  • BSW schließt eine Unterstützung einer Landesregierung unter AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund oder CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze aus.
  • CDU verliert fast die Hälfte ihrer Mandate: von 40 (2021) auf 15; SPD 8, Grüne 8, Linke 8 (von 12), BSW 5 Sitze.
  • Wahlbeteiligung 77,8 Prozent – höchster Wert seit der ersten gesamtdeutschen Landtagswahl 1990.
  • Wahlbevollständigung am Abend: 76,5 Prozent um 18:00 Uhr.
  • Elon Musk, Viktor Orbán und Matteo Salvini gratulieren der AfD; Donald Tusk kritisiert polnische Rechtsparteien, die den Sieg feiern.

Warum es wichtig ist

Der Sieg ist das stärkste Landtagswahlergebnis der AfD in ihrer Geschichte und entspricht etwa einer Verdopplung ihres Anteils von 2021 in Sachsen-Anhalt. Obwohl die AfD die absolute Mehrheit um drei Mandate verfehlte, würde eine Verbindung mit der BSW 44 der 83 Sitze ergeben – eine knappe Mehrheit und damit rechnerisch die erste von der AfD geführte Landesregierung in Deutschland. Das Programm der AfD – Aufhebung der Russland-Sanktionen, Ende der Militärhilfe für die Ukraine und Ablehnung eines ukrainischen EU- und NATO-Beitritts – gibt der Wahl über Sachsen-Anhalt hinausgehende Bedeutung. Internationale Reaktionen von Elon Musk, Viktor Orbán und Matteo Salvini signalisieren eine weit über Deutschland hinausreichende Aufmerksamkeit.

Was geschehen ist

Die AfD gewann die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September nach vorläufigen amtlichen Ergebnissen mit 43,8 Prozent. Ein am Abend veröffentlichte Prognose hatte noch bei 44,5 Prozent gelegen; Reuters und der Guardian meldeten 44 Prozent. Die AfD erhielt 39 der 83 Landtagssitze und verfehlte damit die für eine absolute Mehrheit nötigen 42 Mandate um drei Sitze. Ihr Ergebnis entspricht etwa einer Verdopplung gegenüber 2021 (20,8 Prozent).

Die CDU des amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze verlor stark: Sie kam auf 17,2 Prozent und nur noch 15 Mandate – nach 40 im Jahr 2021. SPD (9,3 Prozent) und Bündnis 90/Die Grünen (8,9 Prozent) erhielten je 8 Mandate, Die Linke 8,6 Prozent und 8 Mandate (2021: 12). Die BSW von Sahra Wagenknecht übersprang mit 5,3 Prozent die Fünf-Prozent-Hürde und zog mit 5 Mandaten in den Landtag ein. Die FDP verfehlte den Einzug. Die Wahlbeteiligung lag bei 77,8 Prozent – der höchste Wert seit der ersten gesamtdeutschen Landtagswahl 1990; um 18 Uhr hatten bereits 76,5 Prozent abgestimmt.

Rechnerisch würde eine Koalition aus AfD und BSW auf 44 Sitze kommen, eine Koalition aus CDU, SPD und Grünen auf 31, mit Die Linke auf 39 – jeweils unter der Mehrheitsschwelle. Die BSW schloss zugleich eine Unterstützung sowohl einer von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund als auch einer von CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze geführten Landesregierung aus. BSW-Landeschef Thomas Schulze erklärte gleichwohl, seine Partei sei bereit, „mit allen politischen Kräften, einschließlich der AfD, zu verhandeln".

Zum Wahlsieg gratulierten Milliardär Elon Musk mit dem Kommentar „Good result" unter einem Beitrag von AfD-Co-Vorsitzender Alice Weidel, Ungarns Ex-Regierungschef Viktor Orbán („unvergessliche Nacht", „Fasten your seatbelts, this is only the beginning") und Italiens Vizeregierungschef Matteo Salvini („triumphaler Sieg"). Ulrich Siegmund bedankte sich bei Musk und bekundete Interesse an „starker und konstruktiver Zusammenarbeit". Polens Regierungschef Donald Tusk kritisierte polnische Oppositionspolitiker aus Konfederacja und PiS, die den AfD-Sieg feierten; diese seien „Idioten oder Verräter". Konfederacja-Abgeordneter Konrad Berkowicz konterte, Tusk werde aus Deutschland finanziert.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen weichen beim genauen Stimmenanteil der AfD voneinander ab: Vorläufige amtliche Ergebnisse und die meisten Berichte nennen 43,8 Prozent, Reuters und der Guardian 44 Prozent, eine ukrainischsprachige Quelle (Artikel 6878) ebenfalls 44 Prozent. Eine am Wahlabend veröffentlichte Prognose hatte noch 44,5 Prozent ausgewiesen. An der Einordnung als Sieg der AfD und am Ergebnis von 39 von 83 Sitzen besteht kein Zweifel.

Hintergrund

Die AfD wurde im Februar 2013 gegründet und zog 2017 erstmals in den Bundestag ein – als erste rechtsextreme Partei dort seit dem Zweiten Weltkrieg. Das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz stufte die Partei 2025 als „gesichert rechtsextrem" ein; die AfD klagte dagegen, im Februar 2026 untersagte ein Gericht vorläufig die Verwendung dieser Einstufung bis zum Abschluss des Verfahrens. Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat 83 Sitze; 42 Mandate sind für eine Mehrheit erforderlich. Auf Bundesebene führt Friedrich Merz (CDU) die Regierung als Bundeskanzler. Ein Landesparlament – auch eines von der AfD geführten – kann die deutsche Außenpolitik nicht unmittelbar bestimmen; diese bleibt Bundeskompetenz.