AfD gewinnt Landtagswahl in Sachsen-Anhalt – bestes Landtagsergebnis der Parteigeschichte
Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September mit 43,8 Prozent der Stimmen klar gewonnen und 39 der 83 Sitze im Landtag errungen. Das Ergebnis ist der höchste Stimmenanteil, den die AfD jemals bei einer Landtagswahl in Deutschland erzielt hat. Für die absolute Mehrheit fehlen ihr jedoch drei Mandate; eine rechnerische Mehrheit wäre nur zusammen mit der BSW möglich, die allerdings bereits angekündigt hat, weder einen von der AfD noch einen von der CDU geführten Landesregierungschef zu unterstützen.
Das Wichtigste
- Wahltermin: 6. September 2026 in Sachsen-Anhalt
- AfD: 43,8 % – 39 von 83 Sitzen (2021: 20,8 %)
- CDU: 17,2 % – 15 Sitze (2021: 40 Sitze) – Amtsinhaber Ministerpräsident Sven Schulze
- SPD 9,3 %, Grüne 8,9 %, Die Linke 8,6 %, BSW 5,3 % (jeweils 8, 8, 8 und 5 Sitze)
- Absolute Mehrheit erfordert 42 Mandate; AfD + BSW würden zusammen 44 Sitze erreichen
- Wahlbeteiligung 77,8 %; BSW schließt Unterstützung für Siegmund (AfD) und Schulze (CDU) aus
- Kanzler Friedrich Merz (CDU) sprach vom schwersten Wahlergebnis seiner Partei seit Jahrzehnten
Warum es wichtig ist
Mit 43,8 % hat die AfD ihr Ergebnis von 2021 in Sachsen-Anhalt mehr als verdoppelt und das beste Landtagswahlergebnis ihrer Geschichte erzielt. Rechnerisch wäre eine AfD-Minderheitsregierung nur mit Duldung oder Stimmen der BSW möglich – die dies aber bereits ausgeschlossen hat. Gleichzeitig verlor die CDU unter Amtsinhaber Sven Schulze etwa die Hälfte ihrer bisherigen Mandate, was Kanzler Friedrich Merz als schwerste Wahlpleite seiner Partei seit Jahrzehnten bezeichnete. Da die AfD in ihrem Programm ein Ende der Militärhilfe für die Ukraine, die Aufhebung der Russland-Sanktionen und eine Annäherung an Moskau fordert, hat das Ergebnis unmittelbare Bedeutung für die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik – auch wenn die Außenpolitik in Deutschland auf Bundesebene entschieden wird.
Was geschehen ist
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 siegte die Alternative für Deutschland (AfD) mit 43,8 % der Stimmen und 39 von 83 Mandaten. Die CDU kam mit 17,2 % auf 15 Sitze (2021: 40), die SPD auf 9,3 % (8 Sitze), die Grünen auf 8,9 % (8 Sitze), Die Linke auf 8,6 % (8 Sitze, nach 12 Sitzen 2021) und die BSW von Sahra Wagenknecht mit 5,3 % auf 5 Sitze. Die FDP verfehlte die Fünfprozenthürde. Für eine absolute Mehrheit wären 42 Sitze nötig; eine theoretische Mehrheit würde nur ein Bündnis aus AfD und BSW (44 Sitze) erreichen. Die BSW erklärte allerdings, weder einen von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund noch einen von CDU-Amtsinhaber Sven Schulze geführten Landesregierungschef mittragen zu wollen. Die Wahlbeteiligung lag bei 77,8 %; bereits um 18:00 Uhr hatte sie 76,5 % betragen – der höchste Wert zu diesem Zeitpunkt seit 1990. Internationale Reaktionen folgten umgehend: Elon Musk kommentierte auf X „Good result“, der ungarische Ex-Ministerpräsident Viktor Orbán sprach von einer „unvergesslichen Nacht“ und einem Anfang, Italiens Vizeregierungschef Matteo Salvini gratulierte zum „triumphalen Sieg“, der slowakische Ministerpräsident Robert Fico nannte das Ergebnis eine souveräne Wählerentscheidung, und der polnische Regierungschef Donald Tusk kritisierte polnische Politiker, die den Ausgang bejubelten.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Alle für diese Synthese ausgewerteten Quellen sind ukrainischsprachige Medien, die das Wahlergebnis konsequent aus ukrainischer Interessenperspektive einordnen. Sie rahmen den AfD-Sieg wiederholt als Risiko für die Ukraine und betonen besonders die russlandfreundlichen Programmpunkte der Partei: die Forderung nach einem Ende der Militärhilfe für Kiew, die Aufhebung der EU-Sanktionen gegen Russland, die Einführung kostenlosen Russischunterrichts an Schulen in Sachsen-Anhalt und die Reisen des AfD-Außenpolitikers Markus Frohnmaier nach Moskau zu Gesprächen mit russischen Behörden und Gazprom über Nord Stream. Zudem verweisen die Berichte auf die Aussage von Co-Vorsitzender Alice Weidel, eine AfD-geführte Bundesregierung werde von der Ukraine die Rückzahlung von Hilfen und Schadenersatz für Nord Stream verlangen. Auch der Boykottaufruf der AfD-Bundestagsfraktion gegen eine Rede des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Juni 2024 und die Einstufung der AfD durch das deutsche Verfassungsschutz-Bundesamt als „gesichert rechtsextremistisch“ werden als Hinweis auf die außenpolitischen Folgen des Wahlsiegs angeführt.
Wo die Berichte auseinandergehen
Der vorläufige amtliche Wert für die AfD liegt bei 43,8 %; einzelne Quellen (darunter Reuters und der Guardian) geben die Zahl auf 44 % gerundet wieder. Daneben kündigte BSW-Landeschef Thomas Schulze zwar grundsätzliche Gesprächsbereitschaft mit allen Parteien einschließlich der AfD an, gleichzeitig schloss die BSW jedoch aus, eine Landesregierung unter Ulrich Siegmund (AfD) oder Sven Schulze (CDU) zu unterstützen – diese beiden Aussagen lassen die tatsächliche Position der Partei offen.
Hintergrund
Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat 83 Sitze; für die absolute Mehrheit sind 42 Mandate erforderlich. Die AfD wurde im Februar 2013 gegründet und zog 2017 erstmals in den Bundestag ein – als erste rechtsextreme Partei dort seit dem Zweiten Weltkrieg. Im Jahr 2025 stufte das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz die AfD als „gesichert rechtsextremistisch“ ein; die Partei klagt gegen diese Einstufung, im Februar 2026 untersagte ein Gericht dem Amt vorläufig die Verwendung dieser Bezeichnung. Am 20. September stehen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin zwei weitere Landtagswahlen an; in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD in Umfragen vorn. Die nächste Bundestagswahl muss spätestens 2029 stattfinden. Außenpolitik wird in Deutschland auf Bundesebene entschieden – ein AfD-geführter Landtag in Sachsen-Anhalt könnte die deutsche Ukraine-Politik also nicht unmittelbar verändern.