Russische Streitkräfte erschießen zwei gefangene ukrainische Nationalgardisten nahe Dobropillja
Am 2. September wurden zwei Soldaten der ukrainischen Nationalgarde in einem Waldstreifen nahe Dobropillja in der Oblast Donezk von russischen Streitkräften gefangen genommen und mit automatischen Waffen erschossen. Die Staatsanwaltschaft der Oblast Donezk hat ein Ermittlungsverfahren wegen Kriegsverbrechen eröffnet, und der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinets hat den Fall an das IKRK und die UNO gemeldet.
Das Wichtigste
- Zwei Nationalgardisten wurden am 2. September nahe Dobropillja in der Oblast Donezk gefangen genommen und mit automatischen Waffen erschossen.
- Die Soldaten befanden sich auf einer Feuerstellung in einem Waldstreifen, als sie gefangen genommen wurden.
- Die Staatsanwaltschaft der Oblast Donezk hat ein Verfahren nach Teil 2 des Artikels 438 des ukrainischen Strafgesetzbuchs (Kriegsverbrechen mit Todesfolge) eröffnet.
- Die Ermittler suchen nach den beteiligten russischen Militärangehörigen.
- Laut dem ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten Dmytro Lubinets sind seit Beginn der großangelegten Invasion mindestens 345 Fälle von Hinrichtungen gefangener ukrainischer Soldaten durch russische Streitkräfte dokumentiert.
- Lubinets hat den Fall an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz und die UNO weitergeleitet.
- Die UN-Mission zur Überwachung der Menschenrechte und das Institute for the Study of War haben ebenfalls auf ein anhaltendes Muster solcher Hinrichtungen hingewiesen.
Warum es wichtig ist
Die Hinrichtung gefangener Soldaten verstößt gegen die Genfer Konventionen und ist nach ukrainischem Recht ein Kriegsverbrechen. Der Fall wird von ukrainischer Seite als Teil eines systematischen Musters dokumentiert, das vom Menschenrechtsbeauftragten, der UNO und dem Institute for the Study of War festgestellt wurde.
Was geschehen ist
Am 2. September führten zwei Soldaten der ukrainischen Nationalgarde in einem Waldstreifen nahe Dobropillja in der Oblast Donezk einen Kampfeinsatz von einer Feuerstellung aus. Russische Streitkräfte nahmen sie gefangen und erschossen sie anschließend mit automatischen Waffen. Die Staatsanwaltschaft der Oblast Donezk eröffnete ein Ermittlungsverfahren nach Teil 2 des Artikels 438 des ukrainischen Strafgesetzbuchs wegen eines Kriegsverbrechens mit Todesfolge. Die Strafverfolgungsbehörden führen dringende Ermittlungsmaßnahmen durch, um die Umstände vollständig aufzuklären und die beteiligten russischen Militärangehörigen zu identifizieren.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Alle vier vorliegenden Quellen sind ukrainische Medien und Nachrichtenagenturen in ukrainischer Sprache. Sie stellen den Fall aus der Perspektive der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft der Oblast Donezk dar und rahmen ihn als Kriegsverbrechen Russlands an der Ukraine. Sie zitieren den Menschenrechtsbeauftragten Dmytro Lubinets und betonen seine Weiterleitung des Falls an das IKRK und die UNO. Die Berichterstattung hebt das umfassendere Muster hervor und verweist auf die UNO und das ISW als externe Bestätigung einer systematischen Praxis.
Hintergrund
Nach Angaben der Ermittler befanden sich die beiden Nationalgardisten auf einer Feuerstellung in einem Waldstreifen nahe Dobropillja, als sie gefangen genommen wurden. Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinets erklärte, dass seit Beginn der großangelegten russischen Invasion mindestens 345 Fälle von Hinrichtungen ukrainischer Soldaten, die sich ergeben hatten, dokumentiert seien. Die UN-Mission zur Überwachung der Menschenrechte hat in früheren Berichten Folter und Hinrichtungen ukrainischer Kriegsgefangener durch russische Streitkräfte festgestellt. Im Oktober 2024 erklärte das Institute for the Study of War, es beobachte eine Zunahme solcher Hinrichtungen und schätze, dass russische Kommandeure solche Erschießungen wahrscheinlich dulden, fördern oder direkt anordnen.