Polen beruft wegen russischer Angriffe nahe der Grenze Sondersitzung des Sicherheitszentrums ein
Der polnische Premierminister Donald Tusk hat für Sonntag um 17:00 Uhr eine Sondersitzung im Regierungszentrum für Sicherheit einberufen. Anlass sind russische Nachtangriffe auf ukrainische Regionen in der Nacht zum 13. September, die nahe der polnischen Grenze stattfanden. Minister und Leiter der Spezialdienste nehmen teil; Tusk will im Laufe der Sitzung eine öffentliche Erklärung abgeben.
Das Wichtigste
- Sondersitzung im polnischen Regierungszentrum für Sicherheit am Sonntag um 17:00 Uhr, einberufen von Premierminister Donald Tusk.
- Teilnahme von Ministern und Leitern der Spezialdienste; Tusk kündigt eine öffentliche Erklärung an.
- Regierungssprecher Adam Szłapka bestätigte die geplante Sitzung; zuerst berichtete TVN24.
- In der Nacht zum 13. September griff Russland ukrainische Regionen nahe der polnischen Grenze an; das Operative Kommando der polnischen Streitkräfte sprach von einer „realen" Bedrohung für Polen.
- Die polnische Grenzschutz-Einheit Nadbużan meldete einen Drohnentreffer an einem Lastwagen nahe dem Grenzübergang Jahodyn-Dorohusk; die ukrainische Grenzschutzbehörde erklärte dagegen, der Grenzübergang Jahodyn sei nicht direkt getroffen worden.
- Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz erklärte, der polnische Luftraum sei nicht verletzt worden.
- Ukrzaliznytsia meldete den Treffer der Lokomotive eines Personenzugs nahe der Grenze zu Polen.
Warum es wichtig ist
Die kurzfristige Einberufung einer Sicherheitssitzung durch einen NATO-Mitgliedstaat signalisiert eine wahrgenommene Eskalationsstufe angesichts russischer Angriffe in unmittelbarer Grenznähe. Zugleich widersprechen sich polnische und ukrainische offizielle Angaben dazu, ob eine Drohne direkt am Grenzübergang Jahodyn-Dorohusk eingeschlagen hat – ein Umstand, der die Frage nach der Reichweite der Bedrohung unmittelbar aufwirft. Polnische Spitzenpolitiker nutzten den Vorfall zudem, um Russland als Bedrohung der freien Welt zu rahmen und weitere Militärhilfe für die Ukraine zu begründen.
Was geschehen ist
In der Nacht zum 13. September griff Russland ukrainische Regionen nahe der Grenze zu Polen an. Premierminister Donald Tusk berief daraufhin für Sonntag um 17:00 Uhr eine Sondersitzung im Regierungszentrum für Sicherheit in Warschau ein, an der Minister und Leiter der Spezialdienste teilnehmen. Regierungssprecher Adam Szłapka bestätigte das Treffen; TVN24 hatte zuerst darüber berichtet. Im Laufe der Sitzung will Tusk eine öffentliche Erklärung abgeben.
Aus den Angriffen ergeben sich unterschiedliche Angaben zu konkreten Schäden: Das ukrainische Eisenbahnunternehmen Ukrzaliznytsia meldete, die Lokomotive eines Personenzugs nahe der Grenze zu Polen sei getroffen worden. Der Sprecher der polnischen Grenzschutzeinheit Nadbużan, Dariusz Sienicki, sprach von einer Drohne, die einen Lastwagen nahe dem Grenzübergang Jahodyn-Dorohusk getroffen habe. Dagegen erklärte Andrii Demchenko, Sprecher des ukrainischen Staatsgrenzschutzdienstes, der Grenzübergang Jahodyn sei nicht direkt getroffen worden. Jacek Goryszewski, Sprecher des Operativen Kommandos der polnischen Streitkräfte, bezeichnete die Bedrohung für Polen als „real". Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz erklärte, der polnische Luftraum sei nicht verletzt worden.
Wo die Berichte auseinandergehen
Polnische und ukrainische Stellen widersprechen sich darin, ob am Grenzübergang Jahodyn-Dorohusk direkt etwas getroffen wurde: Der Sprecher der polnischen Grenzschutzeinheit Nadbużan, Dariusz Sienicki, sprach von einem Drohnentreffer an einem Lastwagen nahe des Übergangs; der Sprecher des ukrainischen Staatsgrenzschutzdienstes, Andrii Demchenko, erklärte hingegen, der Grenzübergang Jahodyn sei nicht direkt getroffen worden.
Hintergrund
Der Grenzübergang Jahodyn-Dorohusk ist ein wichtiger Straßengrenzübergang zwischen der Ukraine und Polen und liegt in unmittelbarer Nähe ukrainischer Eisenbahninfrastruktur. Die russischen Angriffe vom 13. September auf ukrainische Regionen erfolgten über Nacht und lösten während der Angriffe in Polen grenzüberschreitende Besorgnis aus.