UN erwägt unterirdische Lagerung von humanitärer Hilfe in der Ukraine nach Zerstörung von 10 UN-Warenlagern
Die UN prüft, humanitäre Hilfsgüter in der Ukraine unterirdisch zu lagern, nachdem russische Angriffe in diesem Jahr zehn UN-Warenlager zerstört haben. Der UN-Humanitärkoordinator in der Ukraine, Matthias Schmale, erklärte zudem, das UN-Budget für humanitäre Hilfe in der Ukraine 2026 betrage 2,3 Milliarden Dollar und die gestiegenen Sicherheitsanforderungen seien darin nicht eingeplant.
Das Wichtigste
- Zehn UN-Warenlager in der Ukraine wurden seit Jahresbeginn durch Angriffe zerstört.
- Die UN prüft, Hilfsgüter künftig unterirdisch zu lagern.
- Anfang September traf ein Angriff eines der Hauptlager der WHO mit medizinischen Hilfsgütern.
- Zerstört wurden auch Hygiene-Sets und Schulmaterial für Kinder.
- UN-Humanitärkoordinator Matthias Schmale sprach von einer neuen Entwicklung der letzten Monate.
- Die UN will Einkäufe näher an den Bedarfszeitpunkt verlagern, um die Lagerbestände zu reduzieren.
- Das UN-Hilfsbudget für die Ukraine 2026 beträgt 2,3 Mrd. US-Dollar; gestiegene Sicherheitskosten sind darin nicht vorgesehen.
Warum es wichtig ist
Die Zerstörung von zehn UN-Warenlagern in einem Jahr ist ein außergewöhnlicher Verlust an humanitärer Infrastruktur. Sie zwingt die UN, ihre Logik grundlegend zu ändern – weg von großen Vorräten hin zu unterirdischer Lagerung und Einkauf erst im Bedarfsfall. Das erhöht die Kosten und die Komplexität der Hilfsoperation und kann die Versorgung vulnerabler Bevölkerungsgruppen verzögern.
Was geschehen ist
Der UN-Humanitärkoordinator in der Ukraine, Matthias Schmale, erklärte, die UN erwäge, humanitäre Hilfsgüter unterirdisch zu lagern, da seit Jahresbeginn zehn UN-Warenlager in der Ukraine durch Angriffe zerstört worden seien. Bei den Angriffen seien Hilfsladungen im Wert von mehreren Millionen Dollar verlorengegangen. Anfang September traf ein russischer Angriff eines der Hauptlager der WHO, in dem medizinische Güter gelagert wurden. Bei anderen Angriffen wurden Hygiene-Sets und Schulmaterial für Kinder vernichtet. Schmale bezeichnete Angriffe auf Lagerinfrastruktur als neue Entwicklung der letzten Monate. Die UN plane, den Kauf von Hilfsgütern näher an den tatsächlichen Bedarf heranzuziehen, um die Vorräte und damit das Risiko zu reduzieren. Das humanitäre Hilfsbudget der UN für die Ukraine 2026 bezifferte er auf 2,3 Milliarden Dollar; die zusätzlichen Sicherheitsanforderungen seien darin nicht eingeplant.
Hintergrund
Bereits vor der aktuellen Erklärung Schinales hatten russische Angriffe humanitäre Infrastruktur in der Ukraine schwer getroffen. Anfang September wurde eines der Hauptlager der WHO mit medizinischen Hilfsgütern zerstört. Auch Hygiene-Sets und Schulmaterial für Kinder fielen Angriffen auf Lagerstandorte zum Opfer. Schmale hatte Angriffe auf Lagerinfrastruktur zuvor bereits als neue Entwicklung der letzten Monate beschrieben.