Lubinets: Russland blockiert humanitäre Evakuierung aus Oleschky
Der ukrainische Ombudsmann Dmytro Lubinets hat erklärt, Russland bestätige seit Langem nicht die Bereitschaft zur Durchführung einer humanitären Evakuierung von Zivilisten aus der besetzten Stadt Oleschky im Gebiet Cherson. Trotz zuvor getroffener Vereinbarungen, einer Liste von Evakuierungswilligen und der Bereitschaft des IKRK zur Mitwirkung bleibe die humanitäre Lage kritisch: seit dem 26. Mai seien keine Lebensmittellieferungen eingegangen, und Zivilisten versuchten, zu Fuß über verminte Felder zu fliehen.
Das Wichtigste
- Lubinets erklärte am 16. September 2026, Russland habe über längere Zeit die Bereitschaft zur humanitären Evakuierung aus Oleschky nicht bestätigt.
- Zuvor waren nach Verhandlungen vom 15. Mai technische Details und eine Liste von etwa 6.000 zu evakuierenden Personen vereinbart worden.
- Das IKRK hat seine Mitwirkung an der Evakuierung im Rahmen seines Mandats angeboten.
- Die UN-Mission zur Menschenrechtsbeobachtung in der Ukraine berichtete, dass bis zum 24. Juni keine Lebensmittel die besetzte Stadt erreicht hatten.
- Nach Angaben des Büros des Ombudsmanns gingen 176 Appelle zur humanitären Lage ein; 358 Personen mit akutem Evakuierungsbedarf wurden erfasst.
- Lubinets schätzt die verbliebene Bevölkerung in Oleschky und Umgebung auf mehr als 6.000 Menschen, darunter rund 200 Kinder; Bild nennt 2.000 bis 4.000 Personen.
- Außenminister Andrij Sybiha hatte am 15. September die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung des Zugangs und der Evakuierung aufgerufen.
Warum es wichtig ist
Mehr als 6.000 Menschen, darunter rund 200 Kinder, sitzen laut ukrainischen Angaben in Oleschky ohne verlässlichen Zugang zu Nahrung, Wasser und Medikamenten fest. Da kein vereinbarter humanitärer Korridor besteht, fliehen Zivilisten zu Fuß über verminte Felder unter Drohnenbeschuss. Die technischen Voraussetzungen für eine Evakuierung sind nach Angaben der Ukraine, des IKRK und der UN vorhanden – Russland verweigere jedoch die Bestätigung.
Was geschehen ist
Der ukrainische Ombudsmann Dmytro Lubinets erklärte am 16. September 2026, Russland habe über einen längeren Zeitraum die Bereitschaft zur Durchführung einer humanitären Evakuierung aus der besetzten Stadt Oleschky im linken Ufer des Dnipros im Gebiet Cherson nicht bestätigt. Nach Verhandlungen vom 15. Mai seien technische Details, eine Liste von Evakuierungswilligen und ein Algorithmus vereinbart worden; zudem habe die Ukraine mit ihren Sicherheits- und Verteidigungskräften eine Waffenruhe für die Mission koordiniert. Das IKRK habe seine Mitwirkung im Rahmen seines Mandats angeboten. Dennoch habe Russland weder einem stabilen humanitären Korridor noch einer Waffenruhe zugestimmt. Nach Angaben des UN-Menschenrechtsbeobachtungseinsatzes in der Ukraine war bis zum 24. Juni keine Lebensmittellieferung in Oleschky eingegangen, die letzte Lieferung stamme vom 26. Mai. Zivilisten versuchten, zu Fuß über verminte Felder zu fliehen, und riskierten dabei Minenexplosionen und Drohnenangriffe. Das Büro des Ombudsmanns registrierte 176 Appelle zur humanitären Lage und verifizierte 358 Personen mit akutem Evakuierungsbedarf. Außenminister Andrij Sybiha hatte am 15. September die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung aufgerufen.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Quellen stellen das Büro des Ombudsmanns Lubinets und Außenminister Sybiha als zentrale Stimmen der Krise dar. Die Berichterstattung betont, Russland blockiere die Evakuierung trotz zuvor erzielter Vereinbarungen und obwohl die Ukraine eine Waffenruhe mit ihren Sicherheitskräften vorbereitet habe. Das Zentrum für nationalen Widerstand wirft Russland vor, die humanitäre Katastrophe für Propaganda gegen die Streitkräfte der Ukraine auszunutzen. Schlagzeilen heben hervor, dass Zivilisten gezwungen seien, verminte Felder zu Fuß zu überqueren.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Schätzungen zur verbliebenen Bevölkerung in Oleschky gehen auseinander: Lubinets nennt mehr als 6.000 Personen (darunter rund 200 Kinder), die deutsche Zeitung Bild geht von 2.000 bis 4.000 verbliebenen Personen aus.
Hintergrund
Oleschky liegt am linken Ufer des Dnipros nahe Cherson in einer umkämpften Grauzone. Verhandlungen über eine dringende Evakuierung aus Oleschky, Stara Sburiwka, Nowa Sburiwka, Hola Prystan und weiteren Orten fanden am 15. Mai statt, anschließend wurden technische Details und eine Evakuierungsliste vereinbart. Die UN-Mission zur Menschenrechtsbeobachtung in der Ukraine berichtete, dass bis zum 24. Juni keine Lebensmittel in der besetzten Stadt eingegangen seien. Lubinets zufolge ist die Bevölkerung Oleschkys seit Beginn der Besetzung um etwa das Zehnfache gesunken; die Gesamtbevölkerung von Oleschky, Stara und Nowa Sburiwka sowie Hola Prystan sei um rund 34.000 Personen zurückgegangen.