Lubinets: Russland blockiert humanitäre Evakuierung aus dem besetzten Oleschky
Der ukrainische Ombudsmann Dmytro Lubinets hat erklärt, Russland bestätige seit Längerem nicht die Bereitschaft zur Durchführung einer humanitären Evakuierung aus dem besetzten Oleschky in der Oblast Cherson. Dort harren laut Schätzungen rund 6.000 Menschen, darunter etwa 200 Kinder, ohne Nahrung, Wasser und Medikamente aus, während täglich Beschuss und Drohnenangriffe gemeldet werden.
Das Wichtigste
- Oleksandr Lubinets erklärte am 16. September 2025, Russland habe die Bereitschaft zur humanitären Evakuierung aus Oleschky nicht bestätigt.
- Nach Schätzungen befinden sich noch mehr als 6.000 Menschen in Oleschky und Umgebung, darunter etwa 200 Kinder.
- Das Büro des Ombudsmanns hat 358 Personen verifiziert, die dringend auf eine sichere Ausreise angewiesen sind, und 176 Beschwerden zur humanitären Lage erhalten.
- Ukraine und Russland hatten zuvor technische Details für die Evakuierung sowie eine Liste der zu evakuierenden Personen vereinbart; Russland hat die Umsetzung jedoch nicht bestätigt.
- Zivilisten sind gezwungen, sich auf eigene Faust zu Fuß durch verminte Felder in Richtung ukrainisch kontrolliertes Gebiet zu begeben, wobei sie Minen und Drohnenangriffen ausgesetzt sind.
- Das IKRK hat seine Bereitschaft zur Teilnahme an der Evakuierung im Rahmen seines Mandats bekundet.
- Nach Angaben des UN-Menschenrechtsüberwachungseinsatzes in der Ukraine hatte Oleschky seit dem 26. Mai keine Lebensmittellieferungen mehr erhalten (Stand: 24. Juni 2025).
Warum es wichtig ist
Eine große Zahl von Zivilisten sitzt unter täglichem Beschuss und Drohnenangriffen in einem besetzten Gebiet ohne Versorgung fest, und trotz zuvor erzielter Vereinbarungen zwischen Kiew und Moskau zur technischen Durchführung ist die Evakuierung blockiert. Dass das Internationale Komitee vom Roten Kreuz seine Mitwirkung angeboten hat und der ukrainische Außenminister die internationale Gemeinschaft um Hilfe gebeten hat, verdeutlicht die Dimension der Krise und das Risiko, dass sie ohne Druck von außen andauert.
Was geschehen ist
Der ukrainische Ombudsmann Dmytro Lubinets erklärte am 16. September 2025, Russland habe die Bereitschaft zur Durchführung einer humanitären Evakuierung aus dem temporär besetzten Oleschky in der Oblast Cherson über einen längeren Zeitraum nicht bestätigt. Nach Schätzungen halten sich dort weiterhin mehr als 6.000 Menschen auf, darunter etwa 200 Kinder; das Büro des Ombudsmanns hat 358 Personen verifiziert, die dringend auf eine sichere Ausreise angewiesen sind, und 176 Beschwerden zur humanitären Lage in der Oblast Cherson erhalten. Frühere Verhandlungen am 15. Mai hatten technische Details, eine Liste der zu evakuierenden Personen sowie klare Algorithmen hervorgebracht; die ukrainische Seite koordinierte zudem mit den Sicherheits- und Verteidigungskräften, um eine Waffenruhe für die humanitäre Mission zu gewährleisten. Zivilisten berichten von täglichem Beschuss und Drohnenangriffen sowie fehlender Versorgung mit Nahrung, Trinkwasser und Medikamenten; einige versuchen, sich zu Fuß durch verminte Felder in Sicherheit zu bringen. Der UN-Menschenrechtsüberwachungseinsatz in der Ukraine hatte bereits zum 24. Juni 2025 festgestellt, dass Oleschky seit dem 26. Mai keine Lebensmittellieferungen erreicht hatten. Das IKRK erklärte seine Bereitschaft zur Teilnahme an der Evakuierung im Rahmen seines Mandats; am 15. September wandte sich Außenminister Andriy Sybiha mit der Bitte um internationalen Beistand an die Weltgemeinschaft.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Eine eigenständige internationale Berichterstattung liegt in der vorliegenden Quellenlage nicht vor; die vier herangezogenen Artikel stammen aus ukrainischen Medien und Agenturen. Internationale Akteure wie die UN-Menschenrechtsüberwachungsmission in der Ukraine, das IKRK und die deutsche Zeitung Bild werden ausschließlich als belegte Fakten innerhalb der ukrainischen Berichterstattung zitiert, nicht als eigenständige Quellen mit eigener Rahmung. Damit ist ein direkter Vergleich ukrainischer und internationaler Deutungen aus dem vorliegenden Material nicht möglich.
Wo die Berichte auseinandergehen
Bei der Zahl der in der Oleschky-Gemeinschaft verbliebenen Kinder werden in der Juni-Berichterstattung 182 Kinder genannt, während die Schätzung für Oleschky und den umliegenden Bezirk von etwa 200 Kindern ausgeht – die Angaben beziehen sich allerdings auf unterschiedliche Bezugsgrößen (Gemeinde versus Gemeinde plus Bezirk). Das Zentrum für nationalen Widerstand (Центр національного спротиву) berichtet zudem, Russland nutze die humanitäre Katastrophe in Oleschky für Propaganda, indem es behaupte, die ukrainischen Streitkräfte würden Hilfslieferungen blockieren. Diese Darstellung widerspricht den ukrainischen und UN-Darstellungen, die die Verantwortung für die Lage bei der russischen Besatzung sehen.
Hintergrund
Oleschky liegt am linken Ufer des Dnepr nahe der Stadt Cherson in einer Grauzone. Laut dem ukrainischen Außenministerium ist die kritische Infrastruktur in Teilen der besetzten Oblast Cherson, einschließlich Strom- und Gasversorgung, weitgehend zerstört. Verhandlungen am 15. Mai hatten zuvor bereits konkrete Algorithmen und eine Liste der zu evakuierenden Personen für Oleschky, Stara Saburiwka, Nowa Saburiwka, Hola Prystan und weitere Siedlungen hervorgebracht. Das UN-Menschenrechtsüberwachungsmission in der Ukraine und die IKRK-Zentrale in Genf waren nach Angaben Lubinets' bereits mehrere Monate vor seiner Stellungnahme über die kritische Lage informiert worden.