Ukraine wirft Belarus Reaktivierung von Drohnen-Signalverstärkern vor
Der Grenzschutzdienst der Ukraine hat erklärt, Belarus habe auf seinem Territorium Signalverstärker (Relaisstationen) wieder in Betrieb genommen, die russische Shahed- und Gerbera-Drohnen bei Angriffen auf das westliche Ukraine unterstützen. Dazu zählten auch Angriffe auf den Grenzübergang Jahodyn in der Oblast Wolyn nahe der polnischen Grenze. Gleichzeitig teilte der Grenzschutzdienst mit, dass von belarussischer Seite derzeit keine Angriffsgruppe für eine Invasion in unmittelbarer Grenznähe aufgebaut werde.
Das Wichtigste
- Andrij Demtschenko, Sprecher des ukrainischen Grenzschutzdienstes, sagte, Belarus habe Relaisstationen reaktiviert, die das Signal für russische Shahed- und Gerbera-Drohnen verstärken.
- Den Angaben zufolge fliegen russische Drohnen aus Russland ein und halten sich nahe der belarussischen Grenze auf, um das verstärkte Signal zu empfangen und tiefer in die Ukraine – bis nach Riwne, Wolyn und Lwiw – vorzudringen.
- Demtschenko erklärte, der Angriff auf den Grenzübergang Jahodyn in der Oblast Wolyn an der Grenze zu Polen sei mit Unterstützung belarussischer Relaisstationen erfolgt.
- Bereits nach einer früheren Warnung von Präsident Selenskyj an Belarus hatten die Relaisstationen den Betrieb eingestellt; nun seien sie wieder eingeschaltet worden.
- Am 13. September schlug eine russische Drohnue auf einer Lokomotive eines Personenzugs am Bahnhof Jahodyn rund zwei Kilometer von der polnischen Grenze entfernt ein; Passagiere wurden 15 Minuten zuvor evakuiert, es gab keine Verletzten.
- Demtschenko erklärte, dass trotz der Bedrohung aus belarussischer Richtung derzeit keine Angriffsgruppe für eine Invasion in Grenznähe stationiert sei.
- Serhij Bratschuk, Sprecher der Ukrainischen Freiwilligenarmee, sagte, die Ukraine habe mehrere Möglichkeiten, die belarussischen Relaisstationen auszuschalten, ohne Methoden zu nennen.
Warum es wichtig ist
Die Reaktivierung der belarussischen Relaisstationen stellt die Fähigkeit Russlands wieder her, mit Drohnen tief in die westlichen Oblaste der Ukraine vorzudringen, darunter auch Ziele in unmittelbarer Nähe der polnischen Grenze. Damit erhöht sich das Risiko direkter Treffer auf grenznahe Infrastruktur und indirekter Folgen für das Nachbarland.
Was geschehen ist
Andrij Demtschenko, Sprecher des ukrainischen Grenzschutzdienstes, erklärte, Belarus habe auf seinem Territorium Relaisstationen reaktiviert, die das Signal für russische Shahed- und Gerbera-Drohnen verstärken. Russische Drohnen, die aus Russland einfliegen, halten sich den Angaben zufolge nahe der belarussischen Grenze auf, um das verstärkte Signal zu empfangen und tiefer in die Ukraine – bis in die Oblaste Riwne, Wolyn und Lwiw – vorzudringen. Der Angriff auf den Grenzübergang Jahodyn in der Oblast Wolyn an der Grenze zu Polen sei mit Unterstützung dieser belarussischen Relaisstationen erfolgt. Demtschenko sagte weiter, dass Belarus die Relaisstationen zuvor nach einer Warnung von Präsident Selenskyj ausgeschaltet hatte, sie nun aber wieder eingeschaltet habe. Gleichzeitig teilte er mit, dass derzeit keine Angriffsgruppe von belarussischer Seite für eine Invasion in Grenznähe aufgebaut werde. Präsident Selenskyj hatte am 19. Juni Belarus eine Woche Frist gegeben, die Relaisstationen eigenständig zu demontieren; ab dem 22. Juni war der Betrieb zunächst eingestellt worden. Am 13. September schlug eine russische Drohne in einer Lokomotive eines Personenzugs am Bahnhof Jahodyn rund zwei Kilometer von der polnischen Grenze entfernt ein; Passagiere wurden 15 Minuten vor der Explosion von einer Monitoringgruppe gewarnt und evakuiert, es gab keine Verletzten. Serhij Bratschuk, Sprecher der Ukrainischen Freiwilligenarmee, sagte, die Ukraine verfüge über zahlreiche Möglichkeiten, die belarussischen Relaisstationen auszuschalten, ohne Methoden zu nennen. Oleh Iwastschenko, Chef des Militärnachrichtendienstes, erklärte in einem Interview mit The Times vom 11. September, einige Relaisstationen in Belarus könnten Russland helfen, sagte jedoch nicht direkt, dass die Geräte bereits Beschüsse ermöglichen.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ukrainische Berichterstattung stellt Erklärungen offizieller Sprecher – Andrij Demtschenko vom Grenzschutzdienst, Oleh Iwastschenko vom Militärnachrichtendienst und Serhij Bratschuk von der Ukrainischen Freiwilligenarmee – in den Mittelpunkt und ordnet Belarus als aktiven Komplizen russischer Angriffe ein. Sie betont das frühere Ultimatum des Präsidenten an Belarus, die vorübergehende Abschaltung der Relaisstationen und deren Reaktivierung als bewusste politische Kehrtwende. Ukrainische Quellen verknüpfen den Angriff auf Jahodyn und den Drohnentreffer vom 16. September in Kowel direkt mit den belarussischen Relaisstationen und heben die Nähe zur polnischen Grenze sowie die Anwesenheit europäischer Politiker im angegriffenen Zug hervor.
Hintergrund
Am 19. Juni hatte Präsident Selenskyj Belarus eine Woche gegeben, die Relaisstationen eigenständig zu demontieren; ab dem 22. Juni wurde berichtet, dass die Relaisstationen den Betrieb eingestellt hätten, und Belarus hat sie nun wieder in Betrieb genommen. Jahodyn ist ein Grenzübergang in der Oblast Wolyn an der Grenze zu Polen. Am Morgen des 13. September schlug eine russische Drohne in eine Lokomotive eines Personenzugs am Bahnhof Jahodyn rund zwei Kilometer von der polnischen Grenze entfernt ein; Passagiere wurden 15 Minuten zuvor evakuiert, es gab keine Verletzten.