IKRK hat seit 2024 keinen Zugang zu ukrainischen Kriegsgefangenen in Russland
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) bestätigte am 18. September über einen Sprecher gegenüber Reuters, dass es seit 2024 keinen Zugang zu ukrainischen Kriegsgefangenen in russischer Gewahrsam hat. UN-Ermittler dokumentierten systematische Folter in russischen Haftorten, während Russland Vorwürfe des Missbrauchs zurückweist.
Das Wichtigste
- IKRK-Sprecher bestätigte am 18. September gegenüber Reuters, dass der Zugang zu ukrainischen Kriegsgefangenen in Russland seit 2024 fehlt.
- UN-Ermittler haben Beweise für systematische Folter ukrainischer Gefangener in russischen Haftorten gesammelt.
- Russland weist Folter und Misshandlung ukrainischer Kriegsgefangener zurück.
- Koordinierungsstab meldete im Mai 2026 mindestens 375 Ukrainer, die nicht lebend aus russischer Gefangenschaft zurückkehrten.
- An den Leichen eines Teils der verstorbenen Gefangenen wurden Folterspuren und Anzeichen unterlassener medizinischer Hilfe festgestellt.
- Februar 2025: Russland unterhielt Berichten zufolge über 180 Strafkolonien mit ukrainischen Häftlingen, IKRK-Vertreter hatten nur zu einigen Zugang.
- Die Genfer Konventionen von 1949 gewähren dem IKRK das Recht, Kriegsgefangene zu besuchen und Haftbedingungen zu prüfen.
Warum es wichtig ist
Der seit rund zwei Jahren blockierte IKRK-Zugang wirft ernste Fragen zur Behandlung ukrainischer Kriegsgefangener in russischer Gewahrsam auf. UN-Ermittler haben Hinweise auf systematische Folter dokumentiert, während Russland diese Vorwürfe bestreitet. Ukrainische Stellen verzeichneten mindestens 375 Tote aus russischer Gefangenschaft, teils mit Folterspuren. Der blockierte Zugang verstößt gegen das Mandat des IKRK nach den Genfer Konventionen von 1949, das die Visitation von Kriegsgefangenen und die Überprüfung ihrer Haftbedingungen vorsieht.
Was geschehen ist
Ein Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz bestätigte am 18. September gegenüber Reuters, dass das IKRK seit 2024 keinen Zugang zu ukrainischen Kriegsgefangenen in russischer Gewahrsam hat. IKRK-Präsidentin Mirjana Spoljaric hatte das Thema bereits während ihres Russland-Besuchs im Juli angesprochen. UN-Ermittler haben nach eigenen Angaben Beweise für systematische Folter ukrainischer Gefangener in russischen Haftorten zusammengetragen. Russland weist Vorwürfe der Folter und Misshandlung zurück. Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinets erklärte, der fehlende IKRK-Zugang erschwere die Bestätigung der Gefangenschaft einzelner Personen. Nach Angaben vom Februar 2025 unterhielt Russland über 180 Kolonien, in denen ukrainische Häftlinge festgehalten werden; IKRK-Vertreter erhielten nur zu einigen dieser Einrichtungen Zugang.
Wo die Berichte auseinandergehen
Eine Quelle bezeichnet die IKRK-Präsidentin als Mirjana Spoljaric, eine andere als Svitlana Spolyarich.
Hintergrund
Das IKRK hat seinen Sitz in der Schweiz und arbeitet auf Grundlage der Genfer Konventionen von 1949, die dem Komitee das Recht einräumen, Kriegsgefangene zu besuchen und ihre Haftbedingungen, Behandlung, Ernährung und medizinische Versorgung zu prüfen. Berichten zufolge unterhielt Russland im Februar 2025 über 180 Kolonien, in denen Ukrainer festgehalten wurden, wobei IKRK-Vertreter nur Zugang zu einem Teil dieser Einrichtungen erhielten. IKRK-Präsidentin Mirjana Spoljaric hatte das Thema des Zugangs während ihres Russland-Besuchs im Juli aufgeworfen und öffentlich mehr Offenheit über die Haftbedingungen gefordert. Dmytro Lubinets, der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte, erklärte, der fehlende IKRK-Zugang erschwere die Bestätigung der Gefangenschaft von Personen.