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Kabinett genehmigt Denkmal für Hetman Mazepa in Kiew auf dem früheren Lenin-Sockel

Das ukrainische Kabinett hat den Vorschlag des Kulturministeriums gebilligt, in Kiew auf dem Boulevard Taras Schewtschenko am Ort des abgetragenen Lenin-Denkmals ein Monument für den Hetman der Ukraine Iwan Mazepa zu errichten. Die Initiative stammt von Präsident Wolodymyr Selenskyj und wird durch dessen Dekret Nr. 781 vom 21. August umgesetzt. Gestalt und endgültige Kosten des Denkmals sollen in einem offenen Wettbewerb ermittelt werden.

Das Wichtigste

  • Das ukrainische Kabinett billigte den Vorschlag des Kulturministeriums, in Kiew ein Denkmal für Hetman Iwan Mazepa zu errichten.
  • Vorgesehener Standort: Boulevard Taras Schewtschenko, auf dem Gelände des abgetragenen Lenin-Denkmals.
  • Die Initiative geht auf Präsident Wolodymyr Selenskyj zurück, der sie am 28. Juni vorgestellt hatte; Grundlage ist Präsidialdekret Nr. 781 vom 21. August.
  • Das Kulturministerium ist Auftraggeber für Entwurf und Fertigung; den Wettbewerb organisieren das Kulturministerium, die Staatliche Agentur für Kunst und Kunstausbildung sowie die Stadtverwaltung Kiew.
  • Finanziert werden Aufstellung und Gestaltung des Umfelds aus dem Kiewer Stadthaushalt; weitere Mittel aus nicht gesetzlich verbotenen Quellen sind möglich.
  • Die endgültigen Kosten werden nach dem Wettbewerb und der Genehmigung der Entwurfs- und Kostendokumentation festgelegt.
  • Vizeregierungschefin und Kulturministerin Tetjana Berezhna bezeichnete Mazepa als Schlüsselfigur der ukrainischen Geschichte und als Staatspolitiker, der die politische Subjektivität der Ukraine verteidigt habe.

Warum es wichtig ist

Das Vorhaben ersetzt ein sowjetisches Denkmal durch ein Monument für eine Figur, die in der ukrainischen Geschichtspolitik als Symbol eigenstaatlicher Identität und des Widerstands gegen russische imperiale Herrschaft gilt. Es ist damit ein symbolträchtiger Akt der Dekommunisierung im Zentrum der Hauptstadt. Die Verankerung in einem Präsidialdekret verbindet das Projekt direkt mit der historisch-politischen Agenda der Zentralregierung. Mit benanntem Auftraggeber, offenem Gestaltungswettbewerb und festgelegten Finanzierungsquellen ist die Umsetzung in die Planungsphase eingetreten.

Was geschehen ist

Das ukrainische Kabinett hat den Vorschlag des Kulturministeriums gebilligt, in Kiew ein Denkmal für den ukrainischen Hetman Iwan Mazepa zu errichten. Vorgesehener Standort ist der Boulevard Taras Schewtschenko an der Kreuzung mit der Chreschtschatyk, wo das Lenin-Denkmal im Dezember 2013 abgetragen worden war. Die Initiative geht auf Präsident Wolodymyr Selenskyj zurück, der sie am 28. Juni bei Veranstaltungen zum 30. Jahrestag der ukrainischen Verfassung in der Kiewer Höhlenkloster-Lawra angekündigt hatte. Grundlage ist das Präsidialdekret Nr. 781 vom 21. August zur Würdigung des Andenkens an Hetman Iwan Mazepa. Vizeregierungschefin und Kulturministerin Tetjana Berezhna erklärte, Mazepa sei eine Schlüsselfigur der ukrainischen Geschichte und ein Staatspolitiker, der die politische Subjektivität der Ukraine verteidigt habe. Die endgültige Gestalt soll in einem offenen Wettbewerb ermittelt werden, den das Kulturministerium gemeinsam mit der Staatlichen Agentur für Kunst und Kunstausbildung und der Kiewer Stadtverwaltung organisiert. Auftraggeber für Entwurf und Fertigung ist das Kulturministerium. Finanziert werden Aufstellung des Denkmals und Gestaltung des Umfelds aus dem Haushalt der Stadt Kiew; weitere Mittel aus nicht gesetzlich verbotenen Quellen sind zulässig. Die endgültigen Kosten stehen erst nach Abschluss des Wettbewerbs und der Genehmigung der Entwurfs- und Kostendokumentation fest.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Alle vorliegenden Quellen sind ukrainischsprachige Medien und Agenturen. Sie berichten den Kabinettsbeschluss als staatliche Entscheidung zur Umsetzung einer Initiative Selenskyjs. Hervorgehoben wird die Bewertung Berezhnas, die Mazepa als Schlüsselfigur der ukrainischen Geschichte und als Staatspolitiker würdigt. Mehrere Beiträge stellen den Vorgang als symbolischen Austausch eines Lenin- durch ein Mazepa-Denkmal dar und betonen damit die Dimension der Dekommunisierung. Mindestens ein Artikel greift den früheren Streit zwischen Kiews Bürgermeister Vitalij Klitschko und dem Leiter des Ukrainischen Instituts für Nationales Gedächtnis, Oleksandr Alfjorow, über einen Brunnen an dieser Stelle auf und liest den jetzigen Beschluss als Entscheidung in dieser Frage.

Hintergrund

Das Lenin-Denkmal an der Kreuzung von Boulevard Taras Schewtschenko und Chreschtschatyk war im Dezember 2013 während des Euromaidan gestürzt worden. Im April dieses Jahres hatte die Kiewer Stadtverwaltung Pläne für einen Brunnen an dieser Stelle angekündigt; der Leiter des Ukrainischen Instituts für Nationales Gedächtnis, Oleksandr Alfjorow, hatte dies als „gefährlich" kritisiert. Bürgermeister Vitalij Klitschko hatte sich zuvor für einen Brunnen nahe dem Bessarabischen Markt ausgesprochen und ihn als „neutralste Lösung" für den öffentlichen Raum bezeichnet. Pläne für ein Mazepa-Denkmal in Kiew gab es bereits 2008 unter Präsident Wiktor Juschtschenko, wurden aber nicht umgesetzt. In der Ukraine existiert bislang nur in Poltawa ein vollwertiges Monument für Mazepa; Büsten stehen unter anderem in Tschernihiw. Die Russisch-Orthodoxe Kirche hatte Iwan Mazepa 1708 auf Betreiben von Zar Peter I. mit dem Kirchenbann belegt.