Russische Drohnen verletzen moldauischen Luftraum – erstmals „Gerbera“ auf moldauischem Boden gefunden
In der Nacht und am Morgen des 23.–24. September 2026 sind während eines russischen Angriffs auf die Ukraine mindestens vier russische Drohnen in den moldauischen Luftraum eingedrungen. Mindestens eine Drohne explodierte im Norden des Landes; in der Region Florești wurde ein Wrack geborgen, das nach vorläufigen Erkenntnissen dem russischen Modell „Gerbera“ entspricht. Präsidentin Maia Sandu sprach von einer Bedrohung für ganz Europa. Der Luftraum über Nordmoldau war zeitweise geschlossen und wurde um 07:46 Uhr wieder geöffnet.
Das Wichtigste
- Mindestens vier Drohnen verletzten am Morgen des 24. September den moldauischen Luftraum während eines russischen Angriffs auf die Ukraine.
- Die Drohnen kamen aus den Oblasten Winnyzja, Odessa und Tscherniwzi.
- In der Region Florești wurde ein Drohnenwrack in einem Feld neben einem Bauernhof gefunden; laut Polizei entspricht es dem russischen Modell „Gerbera" mit eingebauter Kamera – erstmals auf moldauischem Boden.
- Präsidentin Maia Sandu erklärte, mindestens eine Drohne sei im Norden des Landes explodiert; eine Quelle berichtet von zwei Explosionen.
- Der Luftraum über Nordmoldau wurde aus Sicherheitsgründen zeitweise geschlossen und um 07:46 Uhr wieder geöffnet.
- Es wurden keine Verletzten gemeldet.
- Rumänien schickte Kampfjets an die ukrainisch-rumänische Grenze; eine Drohne stürzte im Kreis Suceava ab. Auch Polen hob Militärflugzeuge.
- Präsidentin Sandu verwies auf 39 Luftraumverletzungen seit Jahresbeginn 2026 – gegenüber 17 im Jahr 2025.
Warum es wichtig ist
Der Vorfall ist ein direktes Übergreifen des russischen Krieges gegen die Ukraine auf den Luftraum eines Nachbarlandes und unterstreicht die Verwundbarkeit Moldaus. Erstmals wurde eine „Gerbera"-Drohne auf moldauischem Territorium gefunden. Präsidentin Sandu wertete die Geschehnisse als Gefahr für ganz Europa, und die Vorfälle lösten Sicherheitsreaktionen bei den NATO- und EU-Nachbarn Rumänien und Polen aus. Die Vorfälle reißen die begrenzten Fähigkeiten der moldauischen Streitkräfte auf, die nach Angaben aus den Quellen im Wesentlichen über MANPADS, Flugabwehrmaschinengewehre und elektronische Kampfmittel zum Schutz einzelner kritischer Infrastrukturen verfügen.
Was geschehen ist
Am Morgen des 24. September 2026 drangen während eines russischen Angriffs auf die Ukraine mindestens vier Drohnen in den moldauischen Luftraum ein. Grenzschutzbeamte beobachteten die ersten Objekte gegen 05:21 Uhr aus Richtung des Dorfes Velyka Kishnytsia im Oblast Winnyzja in Richtung Vasilkău im moldauischen Bezirk Soroca; die Objekte verließen den Luftraum Moldaus später wieder. Gegen 06:14 Uhr überquerte eine Drohne die Grenze von Kelmentsi im Oblast Tscherniwzi in Richtung Larga im Bezirk Briceni und kehrte zwei Minuten später in den ukrainischen Luftraum zurück. Gegen 06:35 Uhr drang ein weiteres Objekt aus der Prydnistrowjja-Richtung im Oblast Winnyzja in Richtung Volovița im Bezirk Soroca ein und wurde um 06:45 Uhr über dem Bezirk Florești auf der Route Gura-Kainarului – Lunga – Băhrinești – Gura-Camenca beobachtet. Gegen 06:58 Uhr flog eine Drohne von Kodima im Oblast Winnyzja in Richtung Sokola in der transnistrischen Region und verschwand um 07:11 Uhr in der Nähe des Dorfes Kunicha, Camenca, von den Überwachungssystemen. Aus Sicherheitsgründen wurde der Luftraum über Nordmoldau geschlossen. Gegen 07:45 Uhr meldeten Bewohner von Vadul-Rașcov im Bezirk Șoldănești explosionsartige Geräusche, die vorläufig auf Camenca am linken Dnjester-Ufer zurückgeführt wurden. Die Polizei fand zudem in der Nähe des Dorfes Cernița im Bezirk Florești eine Explosionsstelle in einem Feld neben einem Bauernhof und barg dort Drohnentrümmer. Nach vorläufigen Erkenntnissen trägt die Drohne Merkmale des russischen Modells „Gerbera" mit eingebauter Kamera; sie war nach ersten Erkenntnissen gegen einen Baum geprallt, abgestürzt und explodiert. Es handelt sich um den ersten Fund dieser Drohnenart auf moldauischem Territorium. Der Luftraum wurde um 07:46 Uhr wieder geöffnet. Verletzte wurden nach vorläufigen Angaben nicht gemeldet. Präsidentin Maia Sandu erklärte, vier russische Drohnen hätten den Luftraum verletzt und mindestens eine sei im Norden explodiert. Moldau reagierte unter anderem mit der vorübergehenden Schließung des nördlichen Luftraums; Rumänien schickte Kampfjets an die ukrainisch-rumänische Grenze und verzeichnete den Absturz einer Drohne im Kreis Suceava; Polen hob Militärflugzeuge. Der Vorfall ereignete sich im Kontext eines massiven russischen Angriffs auf die Ukraine in der Nacht zum 24. September, bei dem ukrainische Luftabwehr vier Zircon-Raketen, drei ballistische Raketen, eine „Banderol"-Lenkwaffe und 219 Drohnen neutralisierte. In Kiew wurden bei einem ballistischen Schlag bis zum Morgen zwei Tote und acht Verletzte gezählt.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die moldauischen Behörden sowie ein Teil der Berichte nennen die Oblaste Winnyzja, Odessa und Tscherniwzi als Herkunftsregionen der Drohnen; einzelne Quellen erwähnen dagegen nur Winnyzja und Tscherniwzi und lassen Odessa unerwähnt. Zudem divergieren die Angaben zur Zahl der Explosionen auf moldauischem Territorium: Präsidentin Sandu sprach von mindestens einer Explosion im Norden, während eine andere Quelle von zwei explodierten Drohnen berichtet.
Hintergrund
Nach Angaben von Präsidentin Maia Sandu wurden seit Jahresbeginn 2026 bereits 39 Fälle von Verletzungen des moldauischen Luftraums registriert – gegenüber 17 im gesamten Vorjahr. Am 8. September wurde in Moldau eine Drohne aufgezeichnet, die später laut Berichten das Flugzeug von Präsident Selenskyj auf moldauischem Territorium beinahe angegriffen haben soll. Am 18. September ereignete sich in der Nähe von Chișinău eine laute Explosion, wobei Drohnentrümmer am Ort gefunden wurden.