Drohne stürzt im rumänischen Suceava – Rumänien schickt F-16 und schließt kurzzeitig Schulen
Am Morgen des 24. September ist im rumänischen Kreis Suceava nahe der Ortschaft Solca eine Drohne abgestürzt, die zuvor rund vier Minuten im rumänischen Luftraum war. Rumänien schickte zwei F-16-Kampfjets, gab Luftalarm für den Kreis Botoșani aus und ließ den Unterricht in vier Orten bis 10:00 ausfallen. Der Vorfall ereignete sich während eines großangelegten russischen Raketen- und Drohnenangriffs auf die Ukraine.
Das Wichtigste
- Absturz am Morgen des 24. September nahe Solca im Kreis Suceava; die Drohne war rund vier Minuten im rumänischen Luftraum.
- Die Drohne sei laut dem amtierenden Verteidigungsminister Radu Miruță über den Norden des Kreises Botoșani eingeflogen, diesmal ohne den Weg über Moldau.
- Rumänien schickte zwei F-16-Kampfjets zur Luftüberwachung.
- Keine Verletzten und keine Sachschäden; an der Absturzstelle wurde kein Feuer festgestellt.
- Schulunterricht in vier Orten des Kreises Suceava wurde bis 10:00 ausgesetzt, gemäß den Empfehlungen des Bildungsministeriums für den Fall einer Drohnenbedrohung.
- Der Vorfall fiel mit einem kombinierten russischen Raketen- und Drohnenangriff auf die Ukraine in der Nacht und am Morgen des 24. September zusammen; ukrainische Luftabwehr will sieben Iskander- und Zircon-Raketen sowie 219 Drohnen abgeschossen haben.
- Laut ukrainischer Luftwaffe richtete sich der Angriff vor allem gegen die Oblast Kyjiw und Odessa; in Moldau (Florești) und in Polen gab es am selben Tag weitere Vorfälle mit Drohnen bzw. Luftalarm.
Warum es wichtig ist
Der Vorfall zeigt, wie ein russischer Luftangriff auf die Ukraine auf das Territorium eines NATO-Staates übergreifen kann. Rumänien reagierte mit militärischen und zivilen Notfallmaßnahmen – vom Abfangen mit Kampfflugzeugen bis zur vorsorglichen Schließung von Schulen – was das Eskalationsrisiko und die direkten Auswirkungen des Krieges auf das Alltagsleben in den Nachbarländern verdeutlicht. Wiederholte Drohnenalarme in Nord-Moldau und entlang der ukrainischen Grenze deuten auf ein anhaltendes Muster solcher Vorfälle hin.
Was geschehen ist
Am Morgen des 24. September wurde im Kreis Suceava nahe der Ortschaft Solca eine Drohne im Luftraum Rumäniens erfasst. Nach Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums befand sich das Luftziel etwa vier Minuten im rumänischen Luftraum, bevor es in einem Wald nahe Solca abstürzte. Die Behörden schickten zwei F-16-Kampfjets zur Überwachung der Lage und sperrten das Gebiet um die Absturzstelle ab. Eine Spezialeinheit des Innenministeriums fand am Ort eine kleine Drohne, ohne dass es zu einem Brand kam. Auch wurden keine Verletzungen oder Sachschäden gemeldet. Der amtierende Verteidigungsminister Radu Miruță erklärte, die Drohne sei nicht abgeschossen worden, weil die erforderlichen Bedingungen nicht erfüllt gewesen seien; sie sei über den Norden des Kreises Botoșani eingeflogen, anders als bei früheren Vorfällen dieses Mal nicht über das moldauische Hoheitsgebiet. Auf Empfehlung des Bildungsministeriums wurde der Schulunterricht in vier Ortschaften des Kreises Suceava bis 10:00 ausgesetzt. Zudem hatte die Generalinspektion für Notfallsituationen nach der Erfassung eines Luftziels auf ukrainischem Territorium nahe der Grenze Luftalarm für den Kreis Botoșani ausgelöst; auch im Norden des Kreises Tulcea war zuvor Alarm ausgegeben worden. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe handelte es sich bei dem russischen Angriff in der Nacht und am Morgen des 24. September um einen kombinierten Raketen- und Drohnenangriff, bei dem sieben Raketen vom Typ Iskander und Zircon sowie 219 Drohnen abgeschossen worden sein sollen; die Hauptziele seien die Oblast Kyjiw und Odessa gewesen. Am selben Tag wurden im moldauischen Raum Florești Drohnentrümmer vom Typ „Gerbera" mit eingebauter Kamera gefunden, und Polen schickte am Morgen des 24. September zweimal Kampfflugzeuge als Reaktion auf russische Angriffe auf ukrainische Regionen.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ukrainischen Quellen rahmen den Vorfall als Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine und betonen die ukrainische Leistung der Luftabwehr, die eigenen Angaben zufolge in derselben Nacht sieben Iskander- und Zircon-Raketen sowie 219 Drohnen abgeschossen hat. Die Berichterstattung verweist auf den geografischen Bezug zur Bukowina-Region und unterstreicht damit die Verbindung zwischen dem russischen Beschuss und dem Eindringen einer Drohne nach Rumänien.
Wo die Berichte auseinandergehen
In den ersten Berichten heißt es, die Drohne sei von selbst abgestürzt; die spätere Stellungnahme von Radu Miruță präzisiert, sie sei nicht abgeschossen worden, weil die Voraussetzungen dafür nicht gegeben gewesen seien – eine teilweise Erklärung, kein vollständiger Widerspruch.
Hintergrund
Das rumänische Bildungsministerium hatte in der Vorwoche Empfehlungen an Schulen zum Verhalten bei Drohnenbedrohungen verschickt, auf die Rumänien bei der Aussetzung des Unterrichts am 24. September verwies. In derselben Nacht und am Morgen des 24. September hatte Russland einen kombinierten Raketen- und Drohnenangriff auf die Ukraine geflogen; nach ukrainischen Angaben zielte der Angriff vor allem auf die Oblast Kyjiw und Odessa. Am selben Tag fanden moldauische Polizeikräfte im Raum Florești Drohnentrümmer, und Polen schickte am Morgen Kampfflugzeuge als Reaktion auf die russischen Angriffe auf ukrainische Gebiete.