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Ukrainische Streitkräfte greifen Flugplatz Seschtscha und weitere Ziele in Russland an

Die ukrainischen Verteidigungskräfte haben in der Nacht zum 7. Oktober den Militärflugplatz Seschtscha im russischen Gebiet Brjansk getroffen. In der gleichen Operation wurden eine elektronische Kriegsstation, ein Radarstandort, Drohnenkontrollpunkte, Kommandoposten sowie Treibstoff- und Materiallager in mehreren russischen Regionen und besetzten Gebieten angegriffen. Die Angriffe sind Teil einer Kampagne, die nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministers Jewhenij Chmara bereits mehr als 51 Prozent der russischen Ölraffineriekapazität lahmgelegt hat.

Das Wichtigste

  • Am 6. Oktober und in der Nacht zum 7. Oktober traf der Militärflugplatz Seschtscha im russischen Gebiet Brjansk; das Ausmaß der Schäden wird noch ermittelt.
  • Eine elektronische Kriegsstation bei Hrynove und ein Radarstandort bei Elionky, beide in Brjansk, wurden getroffen.
  • Drohnenkontrollpunkte bei Bilotserkiwka und Kamjanka in der Oblast Saporischschja wurden getroffen.
  • Kommando- und Beobachtungsposten bei Hirnyk, Ukrajinsk und Kurachiwka in der Oblast Donezk wurden getroffen.
  • Ein Lager für materielle-technische Versorgung bei Krynytschne und ein Treibstofflager bei Kondrjutsche in der besetzten Oblast Luhansk wurden getroffen.
  • In der Oblast Samara waren am 2. Oktober elf RVS-20000- und drei RVSPK-50000-Reservoirs sowie eine automatische Ölverladestation an der Dispatcherstation „Samara" beschädigt worden, die für die Urals-Exportmischung relevant ist.
  • Verteidigungsminister Jewhenij Chmara erklärte, Langstreckenangriffe hätten mehr als 51 Prozent der russischen Ölraffineriekapazität außer Betrieb gesetzt.

Warum es wichtig ist

Die Angriffe trafen innerhalb weniger Tage eine breite Palette strategisch bedeutender Ziele – Flugplätze, Radar, Drohnenstützpunkte, Kommandoposten sowie Energie- und Treibstoffinfrastruktur. Besonders relevant ist die Schädigung von Anlagen, die für die Urals-Exportmischung, die Schwefelproduktion für Sprengstoffe und die Treibstoffversorgung der Moskauer Flughäfen wichtig sind. Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministers ist bereits mehr als die Hälfte der russischen Ölraffineriekapazität durch ukrainische Langstreckenangriffe ausgefallen, mit direkten Folgen für die russischen Export­einnahmen und die Kraftstoffversorgung.

Was geschehen ist

Die ukrainischen Streitkräfte führten am 6. Oktober und in der Nacht zum 7. Oktober eine Reihe koordinierter Angriffe auf russisches Hinterland und besetzte Gebiete durch. Hauptziel war der Militärflugplatz Seschtscha im Gebiet Brjansk; das genaue Ausmaß der Schäden wird noch untersucht. Im selben Gebiet wurden eine elektronische Kriegsstation bei Hrynove und ein Radarstandort bei Elionky getroffen. In der Oblast Saporischschja schlugen ukrainische Angriffe Drohnenkontrollpunkte bei Bilotserkiwka und Kamjanka aus. In der Oblast Donezk wurden Kommando- und Beobachtungsposten bei Hirnyk, Ukrajinsk und Kurachiwka sowie ein Standort für Lagerung, Vorbereitung und Start von Kampfdrohnen getroffen. In der besetzten Oblast Luhansk trafen die Angriffe ein Materiallager bei Krynytschne und ein Treibstoff- und Schmiermittellager bei Kondrjutsche.

Diese Operationen stehen im Kontext einer seit Wochen andauernden Kampagne gegen russische Energieinfrastruktur. Am 2. Oktober hatte ein Angriff auf die Dispatcherstation „Samara" in der gleichnamigen Oblast elf RVS-20000-Reservoirs, drei RVSPK-50000-Reservoirs, einen Pipelineabschnitt und eine automatische Ölverladestation beschädigt; die Anlage ist für die Mischung der Exportqualität Urals wichtig. Am 4. Oktober wurden bei einem Angriff auf die Gasverarbeitungsanlage Astrachan Elemente zweier Gasaufbereitungseinheiten und der Sekundärdestillationsblock U-1731 beschädigt. In der Nacht zum 6. Oktober brach nach Angaben des OSINT-Analysten ASTRA ein Feuer auf dem Treibstoffdepot „Wolodarska" im Großraum Moskau aus, das Pipelines zu den Flughäfen Wnukowo, Domodedowo und Scheremetjewo verbindet. Die Ölraffinerie Ilski in der Region Krasnodar hatte nach einem Angriff vom 26. September laut Satellitenbildern von Dnipro Osint den Betrieb eingestellt.

Wo die Berichte auseinandergehen

Das Ausmaß der Schäden am Flugplatz Seschtscha ist laut ZN.UA noch nicht abschließend geklärt; die vorliegenden Fakten geben weder an, welche Einrichtungen auf dem Gelände getroffen wurden, noch wie wirksam die Angriffe waren. Die übrigen gemeldeten Ziele werden von ukrainischer Seite übereinstimmend genannt.

Hintergrund

Die Dispatcherstation „Samara" in der Oblast Samara nimmt Öl aus Tatarstan und Westsibirien entgegen, lagert und mischt es, unter anderem für die Exportqualität Urals, die nach Militärangaben bis zur Hälfte der russischen Ölexporte ausmacht. Die Gasverarbeitungsanlage Astrachan zählt zu den weltweit größten Produzenten von Gasschwefel, der als Rohstoff für Sprengstoffe und Schießpulver dient; sie produziert jährlich bis zu 3,5 Millionen Tonnen Schwefel, etwa die Hälfte der russischen Produktion. Das Treibstoffdepot „Wolodarska" gilt als das größte im Großraum Moskau und ist über Pipelines mit den Flughäfen Wnukowo, Domodedowo und Scheremetjewo verbunden. Die Ölraffinerie Ilski in der Region Krasnodar stellte nach Angaben auf Grundlage von Satellitenbildern nach einem Angriff vom 26. September den Betrieb ein.