Ukrainische Streitkräfte greifen Ölverteilungsstation „Samara“ in Russland zum dritten Mal im Oktober an
In der Nacht zum 10. Oktober haben Einheiten der ukrainischen Verteidigungskräfte erneut die lineare Produktions- und Dispatchstation (LPDS) „Samara“ in der Oblast Samara, Russland, getroffen. Nach Angaben des Generalstabs der Streitkräfte der Ukraine wird das Ausmaß der Schäden noch geprüft. Die Anlage gehört laut Berichten zu Russlands größtem Öltransport- und -verteilungszentrum und ist ein wichtiger Knotenpunkt für die Herstellung der Exportsorte Urals.
Das Wichtigste
- In der Nacht zum 10. Oktober schlugen Einheiten der ukrainischen Verteidigungskräfte erneut die LPDS „Samara“ nahe der Siedlung Proswet in der Oblast Samara zu.
- Das Ausmaß der Schäden wird laut Generalstab noch geprüft.
- Die LPDS „Samara“ ist ein zentraler Knotenpunkt für die Annahme, Lagerung und Mischung von Öl, das über Hauptpipelines aus Tatarstan, Westsibirien und anderen Förderregionen Russlands eintrifft.
- Dort wird Öl mit unterschiedlichem Schwefelgehalt zur Exportsorte Urals gemischt, auf die nach ukrainischen Angaben bis zu 50 % des russischen Ölexports entfallen.
- Der Generalstab erklärte, die Anlage sei auch an der Versorgung der russischen Streitkräfte beteiligt; der Angriff sei Ausübung des Selbstverteidigungsrechts nach Artikel 51 der UN-Charta.
- Der Schlag vom 10. Oktober war nach ukrainischen Angaben der dritte Angriff auf die LPDS „Samara“ im Oktober; am 7. Oktober waren vier RVS-50000-Reservoire (je 50.000 m³) zerstört worden, am 2. Oktober waren laut Generalstab 11 RVS-20000- und 3 RVSPK-50000-Tanks sowie Leitungen und eine Verladeanlage beschädigt worden.
- Am 9. und in der Nacht zum 10. Oktober traf die ukrainische Armee zudem Kommandoposten in der Oblast Saporischschja und im Gebiet Donezk, eine russische Elektronikkriegsstation in der Oblast Brjansk, ein Ausbildungszentrum für Unteroffiziere in der Oblast Cherson, eine Reparatur- und Wiederherstellungsbasis in der Oblast Luhansk sowie Treibstoff- und Materiallager im Donezk- und Luhansk-Gebiet.
Warum es wichtig ist
Die LPDS „Samara“ gilt als Russlands größter Öltransport- und -verteilungsknoten, gehört dem staatlichen Pipeline-Betreiber Transneft und ist für die Mischung der Exportsorte Urals zentral. Da auf Urals bis zur Hälfte des russischen Ölexports entfällt, können wiederholte Angriffe auf diese Anlage sowohl die Öleinnahmen als auch die Logistik der russischen Streitkräfte unter Druck setzen. Die ukrainische Führung ordnet die Schläge ausdrücklich als Ausübung des Rechts auf Selbstverteidigung nach Artikel 51 der UN-Charta ein und sieht sie auf die Verringerung des militärisch-wirtschaftlichen Potenzials Russlands gerichtet. Dass die Anlage innerhalb von etwa zwei Wochen dreimal getroffen wurde, deutet auf eine gezielte, längerfristige Kampagne gegen ein einzelnes, strategisch relevantes Objekt hin.
Was geschehen ist
In der Nacht zum 10. Oktober führten Einheiten der ukrainischen Verteidigungskräfte einen erneuten Angriff auf die lineare Produktions- und Dispatchstation „Samara“ in der Oblast Samara durch. Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine meldete den Schlag; das Ausmaß der Schäden werde noch geprüft. Die Anlage nahe der Siedlung Proswet ist nach ukrainischen Angaben ein großer Knotenpunkt für die Annahme, Lagerung und Mischung von Öl, das über Hauptleitungen aus Tatarstan, Westsibirien und anderen russischen Förderregionen eintrifft. Dort wird Öl unterschiedlichen Schwefelgehalts zur Exportsorte Urals gemischt. Der Generalstab erklärte, die Anlage diene auch der Versorgung der russischen Streitkräfte; der Angriff sei Ausübung des Selbstverteidigungsrechts nach Artikel 51 der UN-Charta und auf die Schwächung des militärisch-wirtschaftlichen Potenzials Russlands gerichtet. Es war nach ukrainischer Darstellung bereits der dritte Angriff auf die LPDS „Samara“ im Oktober: Am 2. Oktober waren laut Generalstab elf RVS-20000- und drei RVSPK-50000-Tanks, ein Leitungsabschnitt und eine automatisierte Verladeanlage beschädigt worden; am 7. Oktober wurden vier RVS-50000-Reservoire mit einem Volumen von jeweils 50.000 Kubikmetern zerstört, woraufhin ein Großbrand ausbrach. In derselben Berichtsperiode (9. und Nacht zum 10. Oktober) traf die ukrainische Armee nach eigenen Angaben auch Kommandoposten in der Oblast Saporischschja und im Gebiet Donezk, eine russische Elektronikkriegsstation in der Oblast Brjansk, ein Ausbildungszentrum für Unteroffiziere in der Oblast Cherson, eine Reparatur- und Wiederherstellungsbasis in der Oblast Luhansk sowie Treibstoff- und Materiallager im Donezk- und Luhansk-Gebiet.
Hintergrund
Die LPDS „Samara“ erhält Rohöl über Hauptpipelines aus Tatarstan, Westsibirien und anderen russischen Förderregionen und mischt Öl unterschiedlichen Schwefelgehalts zur Exportsorte Urals. Der Tankpark umfasst nach ukrainischen Angaben 71 Behälter mit einer Gesamtkapazität von über 1,6 Millionen Kubikmetern Öl; die Anlage erstreckt sich über mehr als 216 Hektar und gehört dem staatlichen Pipeline-Betreiber Transneft. Am 7. Oktober wurden bei einem Angriff vier RVS-50000-Reservoire (je 50.000 m³) zerstört und ein Großbrand ausgelöst. Bereits am 2. Oktober waren nach Darstellung des Generalstabs elf RVS-20000- und drei RVSPK-50000-Tanks, ein Leitungsabschnitt und eine automatisierte Verladeanlage beschädigt worden. Am 9. und in der Nacht zum 10. Oktober trafen die ukrainischen Verteidigungskräfte nach eigenen Angaben zusätzlich Kommandoposten in der Oblast Saporischschja und im Gebiet Donezk, eine Elektronikkriegsstation in der Oblast Brjansk, ein Unteroffiziersausbildungszentrum in der Oblast Cherson, eine Reparatur- und Wiederherstellungsbasis in der Oblast Luhansk sowie Treibstoff- und Materiallager im Donezk- und Luhansk-Gebiet.