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Russische Drohnenangriffe auf Kiew und Kiewer Oblast fordern am 8. Oktober mehrere Tote und Verletzte

Am Morgen des 8. Oktober hat Russland die ukrainische Hauptstadt Kiew und drei Rajons der Kiewer Oblast mit Drohnen angegriffen. Dabei wurde in Kiew unter anderem ein vierstöckiges Geschäftshaus im Rajon Solomjanskyj getroffen, mehrere Menschen starben oder wurden verletzt. In der Kiewer Oblast wurden nach Angaben des Gouverneurs drei Rajons (Buchanskyj, Browarskyj, Fastiwskyj) angegriffen, drei Bewohner wurden verletzt. Wegen Angriffen auf die Energieinfrastruktur wurden in Kiew und Teilen der Oblast Notabschaltungen des Stroms verhängt, der Wasserdruck sank in mehreren Stadtrayons.

Das Wichtigste

  • Am Morgen des 8. Oktober griff Russland Kiew und die Kiewer Oblast mit Drohnen an, darunter reaktive Shahed-Typen.
  • Eine Drohne traf ein vierstöckiges ATB-Geschäftshaus im Rajon Solomjanskyj; laut Polizei starben dort drei Menschen (eine 36-jährige Frau und zwei Männer im Alter von 43 und 55 Jahren).
  • Bürgermeister Klitschko bezifferte die Gesamtzahl der Toten in Kiew am 8. Oktober auf vier und der Verletzten auf 19, von denen 13 in Krankenhäusern behandelt wurden, zwei davon in schwerem Zustand.
  • In den Rajons Buchanskyj (2 Verletzte, Schäden an 10 Objekten), Browarskyj (1 Verletzter) und Fastiwskyj (5 beschädigte Objekte) der Oblast trafen Drohnen Lager, Infrastruktur und Wohnhäuser; laut Gouverneur Tkatschenko wurden in der Oblast drei Menschen verletzt und hospitalisiert.
  • Wegen Angriffen auf die Energieinfrastruktur wurden in Kiew sowie in den Rajons Browarskyj, Wyschhorodskyj, Boryspilskyj und Buchanskyj Notabschaltungen verhängt; in vier Kiewer Rajons sank der Wasserdruck.

Warum es wichtig ist

Der Angriff traf mitten in der Hauptstadt ein ziviles Geschäftshaus und löste über den Tag hinweg eine wachsende Opferbilanz aus, die erst am Abend ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Er verdeutlicht den anhaltenden Druck auf Kiew durch den Einsatz schwer zu interceptierender reaktiver Drohnen und führte zu spürbaren Folgen für die städtische Infrastruktur – von Notstromabschaltungen bis zu sinkendem Wasserdruck.

Was geschehen ist

Am Morgen des 8. Oktober flog Russland Drohnenangriffe auf Kiew und drei Rajons der Kiewer Oblast (Buchanskyj, Browarskyj, Fastiwskyj). In Kiew fielen Drohnentrümmer auf offenes Gelände im Rajon Holossijiwskyj; eine Drohne traf ein vierstöckiges ATB-Geschäftshaus im Rajon Solomjanskyj, wo laut Polizei drei Menschen getötet und zwei verletzt wurden, darunter eine 36-jährige Frau und zwei Männer im Alter von 43 und 55 Jahren. Im Rajon Schewtschenkiwskyj fielen Drohnentrümmer auf offenes Gelände und entzündeten Fahrzeuge; laut Bürgermeister Klitschko gab es dort einen erneuten Drohnentreffer. Die Bilanz für Kiew entwickelte sich im Tagesverlauf: Klitschko meldete am Morgen um 10:38 Uhr einen Toten und fünf Verletzte, tagsüber elf Verletzte mit neun Hospitalisierten und am Abend vier Tote und 19 Verletzte, von denen 13 in Krankenhäusern behandelt wurden, zwei davon in schwerem Zustand. In der Kiewer Oblast wurden laut Gouverneur Tymur Tkatschenko drei Bewohner verletzt und alle drei hospitalisiert; zwei Verletzte im Rajon Buchanskyj, einer im Rajon Browarskyj. Im Rajon Buchanskyj wurden zehn Objekte beschädigt, darunter drei Lager, ein Infrastrukturobjekt und vier Fahrzeuge; im Rajon Fastiwskyj fünf Objekte (drei Wohnhäuser, ein Lager, ein Pkw). Wegen Angriffen auf die Energieinfrastruktur verhängte DTEK in Kiew und Ukrenergo in den Rajons Browarskyj, Wyschhorodskyj, Boryspilskyj und Buchanskyj Notabschaltungen; in den Kiewer Rajons Holossijiwskyj, Swjatoschynskyj, Solomjanskyj und Schewtschenkiwskyj sank der Wasserdruck.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Angaben zu Schäden und Opfern weichen zwischen den Quellen teils deutlich voneinander ab. Die Gesamtopferzahl in Kiew wurde im Tagesverlauf mehrfach nach oben korrigiert (von zunächst 1 Toten und 5 Verletzten über 1 Toten und 11 Verletzte, 3 Tote und 14 Verletzte bis zu 4 Toten und 19 Verletzten). Die Anzahl der Verletzten am Standort Solomjanskyj wird sowohl mit zwei als auch mit drei angegeben; die Todeszahl dort stieg später von zwei auf drei. Die Zahl der beschädigten Objekte im Rajon Buchanskyj nennen einige Quellen mit zehn, andere mit sieben. Bei den Verletzten im Rajon Buchanskyj streiten die Quellen darüber, ob alle drei hospitalisiert wurden oder nur einer, während zwei vor Ort behandelt wurden. Klitschkos Angaben zum Anteil schwerer Fälle schwanken zwischen „zwei von acht Hospitalisierten" und „zwei von 13 im Krankenhaus".

Hintergrund

Die Angriffe erfolgten einen Tag nach einem heftigen russischen Drohnenhagelschlag auf Kiew am Abend des 7. Oktober, bei dem im Rajon Obolonskyj und Desnjanskyj nach unterschiedlichen Angaben vier Menschen getötet und zwölf verletzt wurden; in Desnjanskyj traf eine Drohne ein mehrstöckiges Wohnhaus, wobei nach Polizeiangaben auch zwei Kinder unter den Verletzten waren. In der Nacht zum 7. Oktober hatte Russland nach ukrainischen Angaben einen kombinierten Schlag mit ballistischen Waffen, fast 50 Marschflugkörpern und 130 Drohnen auf die Ukraine ausgeführt. Die ukrainische Polizei entschärfte zudem zwei nicht detonierte Iskander-M-Sprengköpfe, die am 7. Oktober in den Rajons Schewtschenkiwskyj und Darnytskyj nahe Wohnhäusern eingeschlagen waren. Russland bestreitet weiterhin gezielte Angriffe auf zivile Infrastruktur; ukrainische Stellen und internationale Organisationen stufen solche Angriffe als Kriegsverbrechen ein.