Veröffentlicht am · Aktualisiert:

Russland greift Kiew mit Drohnen und ballistischen Raketen an: Wohnhaus im Stadtteil Dnipro getroffen

In der Nacht zum 22. September hat Russland Kiew mit einer kombinierten Luftattacke aus Drohnen und ballistischen Raketen angegriffen. Dabei wurde im Stadtteil Dnipro ein fünfstöckiges Wohnhaus getroffen; 15 Bewohner wurden gerettet, mindestens fünf Menschen wurden verletzt. Schäden wurden zudem in den Stadtteilen Darnyzkyj, Holosiijwskyj, Obolon und Petschersk registriert. Die ukrainische Luftwaffe sprach von landesweit 212 Drohnen und mehreren Raketentypen in der Angriffswelle.

Das Wichtigste

  • In der Nacht zum 22. September schlug Russland mit Drohnen und ballistischen Raketen in Kiew ein und traf ein fünfstöckiges Wohnhaus im Stadtteil Dnipro.
  • Im Keller des Gebäudes brach ein Brand aus, im ersten Stock wurden Konstruktionen zerstört, die Fassade wurde erheblich beschädigt.
  • Rettungskräfte befreiten 15 Bewohner aus dem beschädigten Haus.
  • Nach Angaben der Kiewer Stadtstaatsanwaltschaft wurden im Stadtteil Dnipro fünf Menschen verletzt (laut SES zunächst vier, davon drei im Krankenhaus; Bürgermeister Klitschko hatte am Morgen zunächst drei Verletzte mit zwei Krankenhausaufnahmen gemeldet).
  • Schäden wurden auch in den Stadtteilen Darnyzkyj, Holosiijwskyj, Obolon (Tanks mit Treibstoff getroffen) und Petschersk registriert; am Abend stieg die Zahl der Verletzten in Kiew auf insgesamt acht Personen.
  • Nach Angaben der Luftwaffe griff Russland in der Nacht landesweit mit Onyks-Gegen-Schiffs-Raketen, Iskander-M- und KN-23-Ballistikraketen, Kalibr-Marschflugkörpern, „Banderole“-Raketen und 212 Kampfdrohnen an; 186 Ziele seien abgewehrt oder abgeschossen worden.
  • Die Kiewer Stadtstaatsanwaltschaft eröffnete ein Vorverfahren nach Teil 1 von Artikel 438 des ukrainischen Strafgesetzbuchs (Verletzung der Gesetze und Gebräuche des Krieges).

Warum es wichtig ist

Ein direkt getroffenes Wohnhaus in einem dicht bewohnten Kiewer Stadtteil, die Rettung von 15 Bewohnern und mehrere Verletzte zeigen die unmittelbaren zivilen Folgen der Angriffswelle. Die Attacke war Teil eines landesweit koordinierten Schlags mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und mehr als 200 Drohnen, was das anhaltend hohe Angriffstempo Russlands unterstreicht. Schäden und Stromausfälle betrafen neben Kiew auch das Kiewer Gebiet, Dnipro, Krywyj Rih, Pawlohrad, das Gebiet Winnyzja sowie Teile des Gebiets Tschernihiw. Die Eröffnung eines Verfahrens nach Artikel 438 des ukrainischen Strafgesetzbuchs verweist auf eine strafrechtliche Aufarbeitung als mögliche Kriegsstraftat.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 22. September führte Russland einen kombinierten Luftangriff auf Kiew mit Drohnen und ballistischen Raketen durch. Im Stadtteil Dnipro traf ein Einschlag ein fünfstöckiges Wohnhaus: Im Keller brach ein Brand aus, im ersten Stock wurden Tragwerke zerstört, die Fassade wurde erheblich beschädigt. Rettungskräfte befreiten 15 Bewohner aus dem Gebäude. Die Zahl der Verletzten in diesem Stadtteil wurde im Laufe des Morgens nach oben korrigiert: SES und Kiewer Militärverwaltung sprachen zunächst von vier Verletzten (drei im Krankenhaus), Bürgermeister Klitschko am Morgen (7:44 Uhr) von drei Verletzten mit zwei Krankenhausaufnahmen, die Kiewer Stadtstaatsanwaltschaft schließlich von fünf Verletzten – darunter ein Rentnerehepaar mit Schnittwunden sowie zwei Personen mit akuter Stressreaktion. Auch in den Stadtteilen Darnyzkyj (ein brennender Baum auf dem Grundstück eines privaten Wohnhauses), Holosiijwskyj (Brand von Paletten mit Keramikfliesen auf einer Freifläche, rund 100 m², gelöscht), Obolon (Einschlag in Treibstofftanks) und Petschersk wurden Schäden verzeichnet; am Abend stieg die Gesamtzahl der Verletzten in Kiew auf acht Personen, drei davon im Krankenhaus. Die Kiewer Stadtstaatsanwaltschaft eröffnete ein Vorverfahren nach Teil 1 von Artikel 438 des ukrainischen Strafgesetzbuchs (Verletzung der Gesetze und Gebräuche des Krieges).

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Angaben zur Zahl der Verletzten im Stadtteil Dnipro entwickelten sich im Laufe des Morgens: Die staatliche Rettungsbehörde SES und die Kiewer Militärverwaltung sprachen zunächst von vier Verletzten (drei davon im Krankenhaus), Bürgermeister Vitalij Klitschko meldete um 7:44 Uhr drei Verletzte mit zwei Krankenhausaufnahmen, die Kiewer Stadtstaatsanwaltschaft korrigierte die Zahl später auf fünf Verletzte. Für den Abendangriff wurde die Gesamtzahl der Verletzten in Kiew mit acht angegeben, von denen drei in Krankenhäuser eingeliefert wurden.

Hintergrund

Die Nacht zum 22. September wurde von ukrainischen Behörden als massiver kombinierter Luftangriff mit Onyks-Gegen-Schiffs-Raketen, Iskander-M- und KN-23-Ballistikraketen, Kalibr-Marschflugkörpern, „Banderole“-Raketen und 212 Kampfdrohnen beschrieben, von denen die Luftabwehr nach eigenen Angaben 186 Ziele unterdrückte oder abschoss. Im Kiewer Gebiet wurden am selben Tag 34 Objekte (Privathäuser, Fahrzeuge, Lager, ein Unternehmen) in den Bezirken Butscha, Obuchiw, Browary und Bila Zerkwa beschädigt; DTEK erklärte, 35.000 Haushalte seien nach dem nächtlichen Angriff wieder ans Stromnetz angeschlossen worden. Zeitgleich schlug Russland Industrieunternehmen in Dnipro, Krywyj Rih und Pawlohrad; dabei wurden mindestens drei Menschen verletzt und Brände ausgelöst.