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Russische Drohnen treffen zwei Tankstellen in Kiew – zwei Tote

Am Morgen des 11. September schlugen russische Drohnen zwei Tankstellen der Ukrnafta in den Kiewer Stadtteilen Dnipro und Obolon ein. Dabei wurden zwei Menschen getötet und mehrere verletzt, darunter ein Rettungskräftler. Die Tankstelle im Stadtteil Obolon wurde zweimal getroffen. Ukrnafta spricht von einem gezielten Terrorangriff auf die Zivilbevölkerung.

Das Wichtigste

  • Zwei Ukrnafta-Tankstellen in den Kiewer Stadtteilen Dnipro und Obolon wurden am Morgen des 11. September von russischen Drohnen getroffen.
  • Zwei Menschen kamen ums Leben, mindestens acht wurden verletzt, darunter ein Rettungskräftler der DSNS.
  • Die Tankstelle im Stadtteil Obolon wurde durch einen wiederholten Treffer zweimal getroffen.
  • Ukrnafta-Chef Bohdan Kukura bezeichnete den Angriff als Terror gegen die Zivilbevölkerung ohne militärisches Ziel.
  • Die Luftraumswarnung in Kiew wurde um 09:10 ausgelöst und um 09:46 auf die höchste Stufe (rot) hochgestuft.
  • Bürgermeister Vitalij Klitschko forderte die Bewohner auf, in Schutzräume zu gehen.
  • Am Vortag, dem 10. September, war bereits eine Ukrnafta-Tankstelle im Stadtteil Holosiiv nahe dem Einkaufszentrum Respublika von einer russischen Drohne getroffen worden.

Warum es wichtig ist

Der Angriff forderte zivile Todesopfer und Verletzte, darunter einen Rettungskräftler. Er traf Tankstellen der Ukrnafta, des größten staatlich verwalteten Erdölunternehmens der Ukraine. Die Unternehmensführung stufte ihn als Terror gegen die Zivilbevölkerung ein. Der Schlag folgte auf einen ähnlichen Drohnentreffer an einer Ukrnafta-Tankstelle im Stadtteil Holosiiv am Vortag und reiht sich in eine breitere Kampagne gegen Tankstellen ein – ein Energieministerium-naher Gesprächspartner bezifferte die Gesamtzahl der seit Beginn dieser Kampagne angegriffenen Tankstellen auf mehr als 300.

Was geschehen ist

Am Morgen des 11. September schlugen russische Drohnen zwei Tankstellen der Ukrnafta in Kiew ein – eine im Stadtteil Dnipro, die andere im Stadtteil Obolon. Die Tankstelle im Stadtteil Obolon wurde zweimal getroffen. Bei den Angriffen starben zwei Menschen, acht weitere wurden verletzt, darunter ein Rettungskräftler, der an der Einsatzstelle arbeitete; sechs der Verletzten wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Die Luftraumswarnung wurde um 09:10 wegen der Drohnengefahr ausgelöst und um 09:46 auf die höchste Gefahrenstufe (rot) hochgestuft. Bürgermeister Vitalij Klitschko meldete Explosionen im Stadtteil Trojeschtschyna und erklärte, die Luftabwehr sei im Einsatz; er forderte die Bevölkerung auf, Schutzräume aufzusetzen. Der Verkehr auf den Prospekten Stepan Banderа und Roman Schuchewytsch wurde gesperrt, Trolleybus- und Buslinien wurden umgeleitet. Ukrnafta berichtete von erheblichen Zerstörungen an Kapitalgebäuden und kritischen Schäden an der Ausrüstung der beiden Komplexe. Das Unternehmen kündigte an, dass seine Tankstellen während jeder Luftraumswarnung den Betrieb einstellen, und forderte Kunden auf, Fahrzeuge nicht auf dem Gelände der Tankstellen abzustellen, sich nach dem Tanken nicht aufzuhalten und Passagiere nach Möglichkeit außerhalb des Tankstellengeländes aussteigen zu lassen.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die Berichterstattung ist einheitlich formuliert: Alle Artikel schreiben die Angriffe ohne Einschränkung Russland zu. Im Mittelpunkt stehen Kiews Bürgermeister Vitalij Klitschko und die Kiewer Stadtverwaltung (KMVA) als primäre Sprecher. Schlagzeilen und Updates betonen die Opferzahlen, den wiederholten Treffer der Tankstelle in Obolon und die Schäden an der zivilen Infrastruktur der Ukrnafta. Die Führung der Ukrnafta sowie eine energie­ministeriumsnahe Quelle rahmen die Angriffe als gezielten Terror gegen die Zivilbevölkerung und nicht als militärische Operation. Spätere Berichte ordnen den Angriff in einen Kontext ein, der den Treffer an einer Ukrnafta-Tankstelle im Stadtteil Holosiiv am Vortag sowie einen nächtlichen Drohnentreffer an einem neunstöckigen Wohnhaus im Stadtteil Dnipro einschließt.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Zahl der Verletzten wurde im Laufe des Morgens mehrfach nach oben korrigiert: Die KMVA nannte zunächst vier Verletzte im Stadtteil Obolon, die DSNS bezifferte sie um 11:23 auf fünf Verletzte einschließlich eines Rettungskräftlers, Klitschko sprach am Vormittag von sechs Verletzten; später wurde – ebenfalls von Klitschko und der DSNS – eine Zahl von acht Verletzten genannt, von denen sechs in Krankenhäusern behandelt wurden. Die Opferzahlen entwickelten sich ebenfalls im Tagesverlauf: Erste KMVA-Berichte gingen von vier Verletzten und keinen Toten aus, später wurde ein Toter und sechs Verletzte gemeldet, schließlich ein zweiter Toter, der im Krankenhaus verstarb – insgesamt zwei Tote und zwischen sechs und acht Verletzte.

Hintergrund

Russland greift ukrainische Städte und zivile Infrastruktur regelmäßig mit Drohnen, Raketen, Gleitbomben und Raketenwerfern an. Ukrainische Behörden und internationale Organisationen stufen solche Angriffe als Kriegsverbrechen ein; Russland bestreitet, zivile Ziele gezielt zu treffen. In der Nacht vor dem 11. September schlug eine Drohne in ein neunstöckiges Wohnhaus im Kiewer Stadtteil Dnipro ein und verletzte acht Menschen, einer davon schwer – ein Vorfall, der mit den Angriffen auf die Tankstellen in Verbindung steht.