Liashko wirft Russland gezielte Angriffe auf ukrainische Pharmaindustrie vor
Der ukrainische Gesundheitsminister Viktor Liashko hat beim World Health Summit in Berlin erklärt, Russland habe seine Angriffe auf den ukrainischen Pharmasektor im vergangenen Monat verstärkt. Demnach wurden Lager, Produktionsstätten und Speicherorte für kritische Medikamente getroffen, um den Zugang der ukrainischen Bevölkerung zu grundlegenden Arzneimitteln zu unterbinden.
Das Wichtigste
- Gesundheitsminister Viktor Liashko sprach am 11. Oktober 2026 auf dem World Health Summit in Berlin.
- Nach seinen Angaben hat Russland im vergangenen Monat vermehrt Apothekenlager, Produktionsstätten und Lagerorte für kritische Medikamente angegriffen.
- Liashko bezeichnete das Ziel dieser Angriffe als Verweigerung des Zugangs zu Grundmedikamenten für die ukrainische Bevölkerung.
- Er nannte Russland einen „Terrorstaat“, dessen Ziel die Zerstörung der Ukraine und der Freiheit sei.
- Am 4. Oktober 2026 wurde laut Ukrinform durch einen russischen Angriff die Pharmafabrik KUSUM in Sumy zerstört; ein Mitarbeiter kam ums Leben.
- Liashko forderte eine angemessene internationale Reaktion auf die Angriffe auf die medizinische Infrastruktur der Ukraine.
Warum es wichtig ist
Die Angriffe auf pharmazeutische Infrastruktur gefährden unmittelbar den Zugang der ukrainischen Bevölkerung zu lebensnotwendigen Medikamenten, insbesondere für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Dass Liashko diese Aussagen auf einer internationalen Gesundheitskonferenz traf, rahmt die Angriffe als globales Gesundheits- und humanitäres Problem und erhöht den diplomatischen Druck im Hinblick auf Angriffe auf zivile medizinische Einrichtungen.
Was geschehen ist
Auf einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Resilience of the healthcare system: experience of Ukraine and other crisis situations“ beim World Health Summit in Berlin erklärte der ukrainische Gesundheitsminister Viktor Liashko, Russland habe im vergangenen Monat verstärkt den ukrainischen Pharmasektor ins Visier genommen. Betroffen seien Apothekenlager, Produktionsstätten und Speicherorte für kritische Medikamente. Ziel sei es, Ukrainerinnen und Ukrainern den Zugang zu Grundmedikamenten, Arzneien und notwendigen Behandlungen zu verwehren. Liashko zufolge erzeugt die Zerstörung von Medikamentenvorräten zusätzlichen Druck auf das Gesundheitssystem, da Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen versuchten, im Voraus Medikamente zu kaufen, und das System auf plötzliche Nachfragespitzen und Lieferengpässe reagieren müsse. Er bezeichnete Russland als „Terrorstaat“, dessen Ziel die Zerstörung der Ukraine und der Freiheit sei, und forderte eine angemessene weltweite Reaktion auf die Angriffe auf die ukrainische medizinische Infrastruktur. Zugleich betonte er, dass die Ukraine die Reformen im Gesundheitswesen trotz des Krieges fortsetze und bereit sei, ihre Krisenerfahrungen mit anderen Ländern zu teilen.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die vorliegende Berichterstattung stammt ausschließlich aus ukrainischen Quellen und gibt Liashkos Aussagen ausführlich wieder, einschließlich seiner direkten Charakterisierung Russlands als „Terrorstaat“. Als konkretes Beispiel für die Angriffe auf den Pharmasektor verweist Ukrinform auf die Zerstörung der Pharmafabrik KUSUM in Sumy durch einen russischen Angriff am 4. Oktober 2026, bei dem ein Mitarbeiter getötet wurde.
Hintergrund
Nach Angaben von Ukrinform zerstörte ein russischer Angriff auf die Stadt Sumy am 4. Oktober 2026 die Pharmafabrik KUSUM und tötete einen Mitarbeiter des Unternehmens. Liashko erklärte darüber hinaus, dass die Ukraine die Reformen im Gesundheitswesen trotz des Krieges fortsetze und bereit sei, ihre Erfahrungen im Krisenmanagement mit anderen Ländern zu teilen.