Russischer Angriff auf Industrieanlage in Krywyj Rih fordert zwei Tote
Am 19. Oktober haben russische Streitkräfte um etwa 10:00 Uhr einen Industriebetrieb im Stadtbezirk Pokrowski von Krywyj Rih mit einer sogenannten „Banderol“-Munition angegriffen. Dabei wurden zwei Männer getötet und mehrere weitere verletzt, darunter ein 15-jähriger Junge. Auch umliegende Wohnhäuser, ein College, eine Post, eine Bank und Geschäfte wurden beschädigt.
Das Wichtigste
- Angriff am 19. Oktober gegen 10:00 Uhr auf ein Industrieunternehmen im Stadtbezirk Pokrowski von Krywyj Rih
- Einsatz einer „Banderol“ genannten Munition, beschrieben als Hybrid aus Reaktivdrohne und Marschflugkörper
- Zwei Männer wurden getötet
- Stand 12:30 Uhr sieben Verletzte, darunter ein 15-jähriger Junge; fünf wurden hospitalisiert
- Beschädigt wurden auch 17 mehrgeschossige Wohnhäuser, ein College, eine Post, eine Bank, Geschäfte und Fahrzeuge
- Hilfsstab für Betroffene im nächstgelegenen Turnsaal eingerichtet; Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen nach Artikel 438 des ukrainischen Strafgesetzbuchs aufgenommen
Warum es wichtig ist
Der Einsatz einer neuartigen „Banderol“-Munition gegen einen Industriestandort mit ziviler Umgebung zeigt die anhaltende russische Bombardierung ukrainischer Industrie- und Wohninfrastruktur. Die steigende Zahl an Verletzten, darunter ein 15-jähriger Junge, sowie Schäden an Wohnhäusern, einem College, einer Post, einer Bank und Geschäften verdeutlichen die zivilen Auswirkungen. Die Eröffnung eines Verfahrens nach Artikel 438 des ukrainischen Strafgesetzbuchs unterstreicht die rechtliche Aufarbeitung als mutmaßliches Kriegsverbrechen.
Was geschehen ist
Am 19. Oktober um etwa 10:00 Uhr schlugen russische Streitkräfte einen Industriebetrieb im Stadtbezirk Pokrowski von Krywyj Rih in der Oblast Dnipropetrowsk mit einer als „Banderol“ bezeichneten Munition – beschrieben als Hybrid aus Reaktivdrohne und Marschflugkörper. Durch den Angriff wurden zwei Männer getötet. Die Zahl der Verletzten stieg im Laufe des Vormittags: anfangs zwei, später vier (zwei Männer, eine Frau und ein 15-jähriger Junge), und Stand 12:30 Uhr sieben Verletzte, von denen fünf hospitalisiert wurden; ein 39-jähriger Mann befand sich in ernstem Zustand, vier weitere in mittelschwerem. Neben der Industrieanlage wurden 17 mehrgeschossige Wohnhäuser beschädigt – mit etwa 50 zerbrochenen Fenstern und drei beschädigten Dächern – sowie ein College, eine Post, eine Bank, Geschäfte und Fahrzeuge. Alle Rettungsdienste waren im Einsatz, das Ausmaß der Zerstörung wurde ermittelt. Im nächstgelegenen Turnsaal wurde ein Hilfsstab für Betroffene eingerichtet. Unter Leitung der Gebietsstaatsanwaltschaft Dnipropetrowsk wurde ein Ermittlungsverfahren nach Artikel 438 des ukrainischen Strafgesetzbuchs (Kriegsverbrechen) eingeleitet. Über den Angriff und die Folgen informierten der Leiter des Verteidigungsrats von Krywyj Rih, Oleksandr Vilkul, und der Leiter der Militärverwaltung der Oblast Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanzha.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Alle verfügbaren Quellen sind ukrainische Medien und Agenturen. Sie schreiben die Übernahme durchgehend russischen Streitkräften zu und betonen die Auswirkungen auf einen ukrainischen Industriebetrieb und die umliegende Zivilbevölkerung, darunter auch Kinder. Als Hauptinformanten werden die kommunalen und oblastbehördlichen Vertreter Oleksandr Vilkul (Leiter des Verteidigungsrats von Krywyj Rih) und Oleksandr Hanzha (Leiter der Militärverwaltung der Oblast Dnipropetrowsk) genannt. Besonders hervorgehoben werden die Verwendung der „Banderol“-Munition und die Eröffnung eines Verfahrens wegen Kriegsverbrechen nach Artikel 438 des ukrainischen Strafgesetzbuchs.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellenangaben zur Zahl der Verletzten divergieren: Erstmeldungen sprachen von zwei Verletzten; spätere offizielle Updates nannten vier und dann sieben Verletzte (darunter den fünfzehnjährigen Jungen), fünf davon hospitalisiert. Auch das Ausmaß der Schäden an umliegenden Wohn- und zivilen Gebäuden wird unterschiedlich angegeben: einige Quellen sprechen allgemein von beschädigten mehrgeschossigen Häusern angrenzender Straßen, andere von rund acht Mehrfamilienhäusern und einem College, wieder andere von Schäden an 17 Mehrfamilienhäusern mit etwa 50 zerbrochenen Fenstern und drei beschädigten Dächern sowie an Post, Bank, College, Geschäften und Fahrzeugen.
Hintergrund
Krywyj Rih, eine Großstadt in der Oblast Dnipropetrowsk, war im Verlauf des Krieges wiederholt Ziel russischer Angriffe; bereits am 16. Oktober wurde ein Industrieobjekt in der Stadt durch einen russischen Beschuss getroffen und ein Brand verursacht. Der Angriff vom 19. Oktober erfolgte im Rahmen einer breiter angelegten russischen Nachtattacke mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen vom Typ Shahed, die auch Kiew traf und deren Auswirkungen in Dnipro, in der Oblast Riwne, der Oblast Kiew und der Oblast Winnyzja gemeldet wurden.