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Ukrainischer Premier: 2.147 russische Angriffe auf Energieinfrastruktur seit Juli

Der ukrainische Premierminister Serhij Korezkyj hat in einem Interview mit BBC News Ukraine vom 19. Oktober erklärt, Russland habe seit seinem Amtsantritt am 16. Juli 2.147-mal ukrainische Energieinfrastruktur angegriffen – kein einziger Tag sei ohne Angriffe vergangen. Die Zahl der Angriffe liege um ein Vielfaches über dem Vorjahreswert; am stärksten betroffen sei das Stromübertragungsnetz. In der Nacht auf den 19. Oktober beschädigte ein russischer Raketenangriff zehn Energieanlagen in elf Oblasten und ließ nach Angaben von Ukrenergo in zehn Oblasten über eine halbe Million Haushalte ohne Strom.

Das Wichtigste

  • Premier Serhij Korezkyj wurde am 16. Juli von der Werchowna Rada zum Ministerpräsidenten ernannt.
  • Nach seinen Angaben hat Russland seither 2.147 Angriffe auf Energieobjekte verübt – ohne einen einzigen Tag ohne Angriffe.
  • Die aktuelle Angriffsintensität liege um ein Vielfaches über dem Vorjahresniveau.
  • Am 17. Oktober erfolgte laut Präsident Selenskyj einer der größten Schläge gegen das Energiesystem mit über 15 getroffenen Objekten.
  • In der Nacht auf den 19. Oktober traf ein Raketenangriff zehn Energieanlagen in elf Oblasten; über 500.000 Haushalte verloren den Strom.
  • Betroffen waren unter anderem die Oblasten Wolyn, Schytomyr, Riwne, Ternopil, Chmelnyzkyj, Winnyzja, Kirowohrad, Charkiw, Odessa und Mykolajiw.
  • Trotz des am 11. Oktober angekündigten Energie-Waffenstillstands gingen die Angriffe weiter.

Warum es wichtig ist

Korezkyjs Zahlen quantifizieren die Angriffsintensität auf das ukrainische Energienetz vor dem Winter und verdeutlichen das Ausmaß der laufenden Kampagne. Große Schläge am 17. und in der Nacht zum 19. Oktober beschädigten Erzeugungs- und Übertragungsanlagen in vielen Regionen und schnitten über eine halbe Million Haushalte vom Strom ab. Dass die Angriffe auch nach der für den 11. Oktober angekündigten Energie-Waffenruhe weitergingen, unterstreicht die Kluft zwischen angekündigten Vereinbarungen und dem tatsächlichen Verhalten. Der Premier führt den bisherigen Fortbestand des Systems auf Wintervorbereitung und Resilienzpläne zurück, die vom Präsidenten initiiert und vom RNBO gebilligt wurden.

Was geschehen ist

Ukraines Ministerpräsident Serhij Korezkyj hat in einem Interview mit BBC News Ukraine am 19. Oktober mitgeteilt, Russland habe ukrainische Energieinfrastruktur seit dem 16. Juli – dem Tag seiner Ernennung durch die Werchowna Rada – 2.147-mal angegriffen. Es habe keinen Tag ohne Angriffe gegeben; die aktuelle Intensität liege um ein Vielfaches über dem Vorjahreswert. Am stärksten betroffen sei das Stromübertragungsnetz. Am 17. Oktober erfolgte nach Angaben von Präsident Selenskyj einer der größten Schläge mit über 15 getroffenen wichtigen Erzeugungs- und Übertragungsanlagen. In der Nacht auf den 19. Oktober zerstörte ein russischer Raketenangriff zehn Energieobjekte in elf Oblasten; nach Angaben von Ukrenergo kam es in zehn Oblasten – darunter Wolyn, Schytomyr, Riwne, Ternopil, Chmelnyzkyj, Winnyzja, Kirowohrad, Charkiw, Odessa und Mykolajiw – zu neuen Stromabschaltungen, über eine halbe Million Haushalte waren betroffen. Im Oblast Winnyzja fielen durch Zerstörungen Teile des Gebiets und die Stadt Winnyzja ohne Strom und Wasser. Die ukrainische Luftabwehr fing nach vorläufigen Angaben vier Raketen und 247 Drohnen ab; Einschläge wurden an 25 Orten registriert. Korezkyj kündigte an, die Regierung werde Energieobjekte weiter schützen, verteilte Reserveerzeugung ausbauen und mit internationaler Unterstützung Materiallager aufstocken; gleichzeitig rief er die Bürger auf, sich auf deutlich schwierigere Bedingungen zu Hause einzustellen und nach Möglichkeit eigene Notstromsysteme zu installieren.

Hintergrund

Korezkyjs Interview wurde am Montag, den 19. Oktober, veröffentlicht – in derselben Nacht, in der Russland erneut Energieinfrastruktur in mehreren Oblasten traf. Das englischsprachige Original des Interviews erscheint bei BBC News Ukraine; die Wiedergabe der Aussagen in ukrainischer Sprache wurde laut Ukrainska Prawda von Ukrinform verbreitet. Angaben zur Luftabwehr für die Nacht zum 19. Oktober nennen vier abgefangene Raketen und 247 abgefangene Drohnen sowie Einschläge an 25 Orten. Das am 11. Oktober angekündigte sogenannte Energieabkommen hatte die Angriffe nicht gestoppt.