Kyiw kämpft mit Wasserstörungen nach Schäden an der Energienetze
In mehreren Kiwower Bezirken kam es Ende September und Anfang Oktober zu Unterbrechungen der Wasserversorgung. Das kommunale Wasserunternehmen führt sie auf Beschädigungen der Energienetze nach russischen Angriffen zurück. Wegen veralteter Technik und eines erheblichen Ausbaubedarfs bei der Notstromversorgung könnte eine stabile Wasserversorgung erst im Frühjahr 2027 erreicht werden.
Das Wichtigste
- Nach einem Angriff auf Kiwows Energieinfrastruktur wurden am 8. Oktober 2026 Notabschaltungen verhängt.
- Der Druck sank daraufhin im Holosiwwjskyj-, Swjatoschynskyj-, Solomjanskyj- und Schewchenkiwskyj-Rayon.
- Kiwower Pumpstationen sind von planmäßigen Stabilisierungsabschaltungen ausgenommen, aber nicht vor Notabschaltungen geschützt.
- Für kritische Anlagen des Wasserbetriebs werden mehr als 50 MW zusätzliche Diesel-Notstromkapazität benötigt.
- Bereits wurden drei Diesels kraftwerke mit zusammen 16 MW gebaut.
- Die Kosten für den Ausbau werden auf rund 2 Milliarden Hrywnja geschätzt.
- Ein Ausblick: Die geplanten Anlagen könnten bis Jahresende fertig werden, eine stabile Wasserversorgung wird jedoch frühestens für das Frühjahr 2027 erwartet.
Warum es wichtig ist
Da die Wasserversorgung Kiews stark von der Energieinfrastruktur abhängt, die durch Angriffe beschädigt wird, ist die Wassersicherheit unmittelbar Teil der Katastrophenschutz- und Stabilitätsfrage. Von den benötigten mehr als 50 MW sind erst 16 MW in drei Anlagen bereitgestellt. Damit könnte die Bevölkerung noch monatelang mit Unsicherheit und Druckabfällen konfrontiert sein.
Was geschehen ist
Ende September und Anfang Oktober traten in mehreren Kiwower Bezirken Probleme mit der Wasserversorgung auf. Nach dem Angriff auf die Energienetze am 8. Oktober wurden Notabschaltungen eingeführt, woraufhin der Wasserdruck in vier Rayonen sank. Die kritischen Pump- und Aufbereitungsanlagen benötigen dedizierte Dieselkraftwerke, da gewöhnliche Generatoren für ihren hohen Strombedarf nicht ausreichen. Bislang wurden drei Anlagen mit 16 MW gebaut; für den weiteren Ausbau ist ein Investitionsvolumen von etwa 2 Milliarden Hrywnja veranschlagt.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellen nennen unterschiedliche Zeitpläne: Während der Ausbau der verbleibenden Dieselskraftwerke noch für Ende 2026 vorgesehen ist, wird eine dauerhaft stabile Wasserversorgung möglicherweise erst ab Frühjahr 2027 erreicht. Zudem ist der gemeldete Stand der Wintervorbereitung uneinheitlich. Am 11. August wurde die Stadt als weniger als ein Drittel vorbereitet bezeichnet, während die Stadtverwaltung später im August rund 50 Prozent Readiness einräumte.
Hintergrund
Am 5. August 2026 genehmigte der Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine einen Stabilitätsplan für Kiew, dessen Umsetzung begannen hatte. Am 11. August wurde die Bevölkerung gewarnt, dass die Hauptstadt weniger als ein Drittel für den Winter vorbereitet sei. Einige Bewohner ziehen in den Westen der Ukraine, kaufen Notstromsysteme oder vertrauen auf Gebete. Aus Berichten zufolge bezifferte sich die kombinierte Leistung neuer Erzeugungsprojekte in der Ukraine, die am 14. September 2026 ausgesetzt wurde, auf 1,5 GW. In Mykolajiw, Charkiw und Bucha wurde die Bereitstellung von Partner-Reserveausrüstung demnach schneller umgesetzt.