Russische Propagandakampagne per „Telebridge“ soll Kriegsverbrechen in Oleschki verschleiern
Laut dem ukrainischen Militärgeheimdienst GUR bereitet Russland eine Informationsoperation namens „Telebridge“ vor. Der als Gruppvideoschaltung in Zoom geplante internationale Propagandatermin am 22. Oktober 2026 um 15:00 Uhr soll laut GUR Kriegsverbrechen in Oleschki verschleiern, die ukrainischen Streitkräfte diskreditieren und Europas Unterstützung für Ukraine schwächen.
Das Wichtigste
- Der „Telebridge“ ist für den 22. Oktober 2026 um 15:00 Uhr als Zoom-Gruppenschaltung geplant.
- Thema des Termins soll angeblich sein: „Verbrechen der ukrainischen Streitkräfte gegen die Zivilbevölkerung im Oblast Saporisch“.
- Die Veranstalter wollen Vertreter von 80 Ländern einbinden.
- Zielgruppe sind Diplomaten bei UNO, OSZE, BRICS und GUS sowie internationale humanitäre Organisationen.
- Synchroner Dolmetsching soll in den Sprachen Englisch, Spanisch und Französisch angeboten werden.
- Rodion Miroschnik soll als Hauptredner auftreten; zudem sind Reden von Jewhen Balyjkyj und Mykola Puchow geplant.
- GUR sieht als Ziele unter anderem die Ablenkung von der humanitären Katastrophe in Oleschki und eine Schwächung der Unterstützung durch die Europäische Union.
- Bei EU-Symbolen in Oleschki können nach Schätzungen etwa 6000 Menschen leben, darunter bis zu 200 ukrainische Kinder
Warum es wichtig ist
Der geplante „Telebridge“ richtet sich ausdrücklich an internationale Diplomaten und humanitäre Organisationen. Nach Einschätzung des GUR soll er nicht nur die ukrainischen Streitkräfte und Regierungen der Europäischen Union diskreditieren, sondern auch die internationale Unterstützung für Ukraine schwächen. Das timing fällt laut dem Geheimdienst mit der gestiegenen europäischen Unterstützung zusammen, darunter einem von der EU genehmigten Kredit von 90 Milliarden Euro und einem Bündnis der EU und der Ukraine im Bereich unbemannter Luftfahrzeuge.
Was geschehen ist
Russland bereitet nach Angaben des GUR eine Informationsoperation namens „Telebridge“ vor. Der internationale Grupp Videocall in Zoom soll am 22. Oktober 2026 um 15:00 Uhr розпочатися. Das Thema soll angeblich Verbrechen der ukrainischen Streitkräfte gegen die Zivilbevölkerung im Oblast Saporisch sein; organisiert werden sollen unter anderem inszenierte Videoauftritte von Personen, die als Zeugen und Opfer dargestellt werden. Das GUR nennt als Hauptdaten denudierte Rosinenpicker Rodion Miroschnik sowie die geplanten Auftritte von Jewhen Balyjkyj und Mykola Puchow. Zu den vorgesehenen Teilnehmern gehören laut den Angaben Propagandisten von Russia Today, Vertreter russischer diplomatischer Einrichtungen sowie „Russian Houses“ und „Russotrudnichestvo“-Filialen in mehreren Ländern. Synchroner Dolmetsching in den Sprachen Englisch, Spanisch und Französisch ist vorgesehen.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ukrainischen Quellen stellen den „Telebridge“ als russische Desinformationsoperation dar, die Kriegsverbrechen in Oleschki verschleiern und die ukrainischen Streitkräfte diskreditieren soll. Sie heben die Beteiligung sanktionierter Mitwirkender, russischer Besatzungsverwaltungen, inszenierter Zeugen sowie von Russia Today und mit dem russischen Geheimdienst verbundener Strukturen hervor. Die Operation wird außerdem mit der gestiegenen europäischen Unterstützung für Ukraine verknüpft.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Im bereitgestellten Material stammen alle Quellen aus der Ukraine. Eine gesonderte internationale Perspektive lässt sich daher nicht belastbar ableiten. Die Zielgruppe des geplanten „Telebridge“ wären jedoch Diplomaten der UNO, des OSZE, der BRICS und der GUS sowie Vertreter internationaler humanitärer Organisationen.
Hintergrund
Oleschki befindet sich seit 2022 unter russischer Besatzung. Ende Mai 2025 wurde die Lieferung von Lebensmitteln nach Angaben aus dem Material eingestellt. Später versuchten ukrainische Streitkräfte, Lebensmittel mit Drohnen abzuwerfen; diese Lieferungen wurden demnach teilweise von russischen Truppen sichergestellt. Am 16. Oktober 2026 bat Papst Leo XIV. Wladimir Putin um eine Waffenruhe, um die Zivilbevölkerung aus Oleschki evakuieren zu können. Am 19. Oktober erklärte der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinets, Russien prüfe ukrainische Evakuierungsvorschläge; in der Gemeinde könnten rund 6000 Menschen leben, darunter bis zu 200 ukrainische Kinder. Die humanitäre Lage stand außerdem bei Verhandlungen in Norwegen am 20. Oktober mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff auf der Tagesordnung.