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Ukraine meldet Angriffe auf russische Militärziele auf See und an Land

Ukrainische Einheiten griffen am 8. September und in der Nacht zum 9. September russische Militärziele auf der besetzten Krim, in den Oblasten Donezk und Luhansk sowie in Noworossijsk an. Nach ukrainischen Angaben wurde dort unter anderem der Kalibr-Träger „Admiralessen“ getroffen; die Schäden und weitere Verlustmeldungen sind noch nicht unabhängig bestätigt.

Das Wichtigste

  • In Noworossijsk wurde der russische Lenkwaffenzerstörer „Admiralessen“ des Projekts 11356 getroffen.
  • Auf dem Schiff brach nach dem Angriff ein Feuer in der Aufbautenstruktur aus.
  • In der Kobjatscha-Bucht auf der besetzten Krim wurde ein russisches Hochgeschwindigkeits-Patrouillenboot des Projekts 12150 „Mangust“ getroffen.
  • In der Region des besetzten Donezk wurde ein Standort zur Lagerung, Vorbereitung und zum Start russischer Kampfdrohnen getroffen.
  • Auf der besetzten Krim wurden eine Antennenanlage für elektronische Aufklärung in Oleniwka und eine Antenne eines Führungs- und Messkomplexes in Wityne getroffen.
  • In Dokutschajewsk, Faschtschiwka und Selydowe wurden Drohnenlager beziehungsweise Munitionsdepots getroffen.
  • Radio Liberty erklärte, die Angaben zu den Angriffen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig überprüfen zu können.

Warum es wichtig ist

Die gleichzeitigen Angriffe auf eine russische Marinebasis, ein Patrouillenboot, Aufklärungs- und Führungsanlagen sowie Drohnen- und Munitionslager deuten auf einen koordinierten ukrainischen Tiefenschlag hin. Besonders der Angriff auf den Kalibr-Träger „Admiralessen“ könnte die russischen Fähigkeiten zur Abgabe weitreichender Raketenangriffe beeinträchtigen.

Was geschehen ist

Ukrainische Einheiten griffen nach Darstellung des Generalstabs und ukrainischer Behörden am 8. September und in der Nacht zum 9. September mehrere russische Militärziele an. In Noworossijsk wurde die Marinebasis mit Drohnen angegriffen; dabei wurde der Lenkwaffenzerstörer „Admiralessen“ des Projekts 11356 getroffen. Nach ukrainischen Angaben entstand auf dem Schiff ein Feuer. Auf der besetzten Krim wurde in der Kobjatscha-Bucht das Hochgeschwindigkeitsboot „Mangust“ beschädigt oder getroffen, wobei das Ausmaß der Schäden noch geprüft wird. Weitere Angriffe richteten sich gegen elektronische Aufklärung in Oleniwka, eine Führungs- und Messantenne in Wityne sowie gegen Drohnen- und Munitionslager in den Oblasten Donezk und Luhansk. In Noworossijsk wurde zudem ein Angriff auf die Infrastruktur des Marinehafens gemeldet.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die ukrainischen Quellen stellen die Operationen als erfolgreiche, koordinierte Angriffe der Verteidigungskräfte, des Generalstabs und des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR dar. Sie betonen die Beteiligung von HUR, Drohnentruppen und weiteren Einheiten an einer einheitlichen Kampagne gegen russische Ziele an Land und auf See. Russische Darstellungen zu den Bränden in Noworossijsk werden wiedergegeben, prägen die ukrainische Berichterstattung jedoch nicht.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Ursache und das Ziel eines Feuers in Noworossijsk sind umstritten. Ukrainische Beamte und OSINT-Analysten berichteten, Drohnen hätten die russische Marinebasis und den dortigen Heizölterminal getroffen. Der Bürgermeister von Noworossijsk bestätigte zwar ein Feuer, führte es jedoch auf herabfallende Trümmer zurück und nannte weder das betroffene Unternehmen noch das Schadens- oder Verletzungsausmaß. Auch über die behaupteten Schäden an Schiffen und Flugzeugen liegen keine unabhängigen Bestätigungen vor; russische Behörden bestätigten die von ukrainischer Seite genannten konkreten Verluste nicht.

Hintergrund

Das Projekt 12150 „Mangust“ ist ein etwa 20 Meter langes russisches Hochgeschwindigkeits-Patrouillenboot mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 50 Knoten und bis zu sechs Besatzungsmitgliedern. Es wird für Patrouillen, den Schutz von Seegebieten und den Kampf gegen kleine Ziele eingesetzt. Der Lenkwaffenzerstörer „Admiralessen“ des Projekts 11356 gehört zur russischen Schwarzmeerflotte und kann Kalibr-Marschflugkörper tragen. Radio Liberty wies darauf hin, dass die Angaben zu den Angriffen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht unabhängig überprüft werden konnten.