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Explosion und Brand auf EMCO-Waffendepot in Bulgarien – zweiter Vorfall innerhalb weniger Wochen

In der Nacht zum 12. September kam es auf einem Waffen- und Munitionsdepot des bulgarischen Rüstungsunternehmens EMCO in der Region Gabrowo zu einer Explosion mit anschließendem Brand. Es wurde niemand verletzt. Bulgarische Ermittler schließen Sabotage oder Einwirkung von außen nicht aus. Es ist bereits der zweite Vorfall dieser Art an einer EMCO-Anlage innerhalb weniger Wochen.

Das Wichtigste

  • Explosion und Brand in der Nacht zum 12. September auf einem EMCO-Depot in der Region Gabrowo, nahe den Dörfern Zarewa Liwada und Gorni Wrpišta.
  • Laut EMCO-Direktor Slawtscho Dimiew lagerten in dem betroffenen Depot Munition und Schießpulver.
  • Zwei Wachleute konnten das Gelände unverletzt verlassen; das nächste Wohngebiet liegt über einen Kilometer entfernt.
  • Innenminister Iwan Demerdzhiew schloss Sabotage und äußere Einwirkung nicht aus.
  • Bereits am 10. August hatte es eine Explosion mit Brand an einer anderen EMCO-Anlage im Raum Trjawna gegeben.
  • EMCO gehört dem bulgarischen Waffenhändler Emiljan Gebrew, der nach Angaben bulgarischer Staatsanwälte bereits 2015 Ziel eines Giftanschlags mutmaßlich russischer Agenten war.
  • Im August 2024 erließ Bulgarien Haftbefehle gegen sechs russische Staatsbürger wegen früherer Angriffe auf EMCO-Lager mit Munition für den Export in die Ukraine und nach Georgien.

Warum es wichtig ist

Der Vorfall betrifft eine bulgarische Rüstungsanlage, deren Eigentümer Emiljan Gebrew nach Angaben bulgarischer Staatsanwälte bereits zuvor Ziel russischer Agenten war. EMCO-Lager haben in der Vergangenheit Munition für den Export in die Ukraine gelagert, weshalb jede Störung potenziell ukrainische Rüstungslieferketten berührt. Dass es innerhalb weniger Wochen der zweite Vorfall an einer EMCO-Anlage ist und bulgarische Behörden Sabotage nicht ausschließen, verstärkt die Sorge vor einer gezielten Beeinträchtigung europäischer Rüstungsstandorte.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 12. September ereignete sich auf einem Munitionsdepot des bulgarischen Rüstungsunternehmens EMCO in der Region Gabrowo eine Explosion, gefolgt von einem Brand. Das Depot liegt in der Nähe der Dörfer Zarewa Liwada und Gorni Wrpišta. EMCO-Direktor Slawtscho Dimiew bestätigte offiziell, dass dort Munition und Schießpulver gelagert wurden. Zwei Wachleute konnten das Gelände unverletzt verlassen; das nächste Wohngebiet liegt über einen Kilometer entfernt. Die Regionalgouverneurin Kristina Sidorowa erklärte, der Brand breite sich auf dem Gelände der Lagerbasis von einem Lager zum nächsten aus. Das Feuer wurde vollständig von der Feuerwehr eingekreist. Bulgarische Behörden schließen weder Sabotage noch eine Einwirkung von außen aus und prüfen frühere ähnliche Vorfälle auf mögliche Zusammenhänge.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen verorten das Feuer leicht unterschiedlich: Einige nennen die Nähe zum Dorf Zarewa Liwada, andere den Bereich um Gorni Wrpišta; dabei handelt es sich um benachbarte Dörfer in der Nähe derselben EMCO-Anlage. Nach dem August-Vorfall an einer EMCO-Anlage in Trjawna hatte Innenminister Iwan Demerdzhiew zunächst erklärt, es gebe nach vorläufiger Einschätzung keinen Zusammenhang mit äußeren Faktoren; nach dem Brand am 12. September erklärte er dagegen, Sabotage und äußere Einwirkung würden nicht ausgeschlossen. Der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto sagte zur Explosion im August auf dem Gelände der früheren Simmel Difesa in Italien, der italienischen Regierung lägen keine Daten zu einer russischen Beteiligung vor – im Gegensatz zur Einschätzung bulgarischer Staatsanwälte, die für die bulgarischen Vorfälle eine Verbindung zu russischen Agenten sehen.

Hintergrund

Bereits 2020 hatten bulgarische Staatsanwälte drei Russen beschuldigt, 2015 einen Giftanschlag auf Emiljan Gebrew verübt zu haben. 2024 erließ Bulgarien Haftbefehle gegen sechs russische Staatsbürger wegen der Zerstörung von EMCO-Lagern, in denen zwischen 2011 und 2020 Munition für den Export in die Ukraine und nach Georgien gelagert worden war. Bulgarische Staatsanwälte sehen einen möglichen Zusammenhang zwischen den Explosionen in Bulgarien, dem Giftanschlag auf Gebrew 2015 und den Explosionen auf Munitionsdepots in der Tschechischen Republik 2014 (Vrbětice). Ende August berichtete die britische Zeitung The Telegraph unter Berufung auf westliche Geheimdienstquellen, Russland habe eine neue Welle von Angriffen auf europäische Rüstungsunternehmen gestartet und nutze dabei lokale kriminelle Gruppen.